Der Traum vom Auswandern

Meine Vorstellung vom Auswandern war immer romantisch gewesen.

Strand, Sonne, Palmen, viele nette Menschen die man sofort kennenlernt und so weiter. Natuerlich gab es in meiner Vorstellung nie den Hauch eines Zweifels.

Und natuerlich war das reichlich naiv gedacht:-D

Auswandern hat nichts mit Urlaub zu tun und ist schon gar nicht romantisch. Sowas kann man auch nur mit Mitte 20 noch denken, wenn ueberhaupt:-D

Auswandern ist nicht den ganzen Januar auf einer thailaendischen Insel zu verbringen, monatelang bei der Familie deiner besten Freundin in Vietnam zu wohnen und nur noch Reis zu essen (um danach mit 10 kg weniger zurueckzukommen:-D), sich in Afrika staendig komplett zu verlaufen und stundenlang nach dem richtigen Bus zu suchen oder durch Laos zu irren.

Ich hab all diese Reisen geliebt. Aber es war Urlaub. Irgendwie auch eine Reise zu mir selbst. Ich hab viel gelernt in dieser Zeit.

Ja, und jetzt bin ich in Strasbourg:-D Ohne Palmen, ohne Strand und ueberhaupt nicht romantisch:-D

Nicht der Abenteuersinn hat mich hierher verschlagen, sondern rein berufliche Gruende. (Ok, vielleicht auch ein bisschen der Abenteuersinn:-D)

Aber ich war mit meinem Leben zufrieden. Meine ganze Familie ist dort. Meine Freunde ebenfalls.

Und jetzt find ich mich hier wieder, in einer Stadt in der ich kaum jemanden kenne, mit einem kleinen Kind. S. wird bald in der Arbeit sein. Dann bin ich allein:-O

Heute Nacht ueberkamen mich ploetzlich Zweifel: Waere es tatsaechlich so unmoeglich gewesen  zu bleiben? Waere es schlimm gewesen, wenn unsere Tochter nur mit Papa franzoesisch geredet haette?  Seit wann bin ich so unsicher geworden? Ist dass wieder der Muttereffekt?

Dennoch bin ich fest entschlossen unser Leben hier in Angriff zu nehmen. Ich will nicht zu der Gruppe Auswanderer gehoeren, die Monate, 1, 2, oder 3 Jahre spaeter zurueckkommen und erklaeren gescheitert zu sein. Nein.

Vor allem muss ich franzoesisch lernen. Warum kann ich eigentlich nicht schon laengst besser franzoesisch? Shame on me.

Immerhin kann ich behaupten, seit ich S. hab, es zumindest groesstenteils zu verstehen. Ich komm durch. Dass haette ich zu meinen Schulzeiten und in der Zeit vor S. nicht unbedingt behaupten koennen:-)

 

 

 

 

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