Zu viel

Gestern war es so weit. Mir wu8rde alles zu viel.

Die Frage, ob wir die Wohnung nun bekommen oder nicht. Die Tatsache, dass wir ein Kindermaedchen suchen muessen und keine Zeit haben eins zu suchen. Die Wohnung die staendig nie so ausschaut wie sie aussehen sollte.  Mini.

Mini durchlaeuft momentan wieder eine dieser Phasen. Panik sobald ich aus ihrem Blickfeld bin. Traenen ueber Traenen. Spielt man mit ihr, kann sie sich nicht konzentrieren. Alles was man ihr anbietet ist langweilig. Immer will sie dahin, wo sie nicht hin soll. Vor allem der Hund:-O  Sagt man nein, folgen wieder Traenen oder ein Wutausbruch. Sie wirkt gerade ziemlich verloren. So als wuesste sie gerade nicht mehr, was sie mit sich, der Welt oder ihrem Spielzeug anfangen soll. Und das ist ja Auch okay. Phasenzeit eben. Es wird vorbei gehen.

Seit dieser Phase komm ich zu gar nichts mehr. Jeden Tag nehm ich mir vor, zumindest Abends noch ein bisschen was zu erledigen und jeden Abend bin ich aufs Neue zu platt. Frustrierend.

Ich bin einfach staendig platt. Obwohl ich immer gern Leute treff, ist es mir im Moment sogar zu viel unsere Bekannten treffen. Waeren es echte Freunde wie die Freunde in der Heimatstadt waere es sicher anders, aber hier, jetzt, gerade, nein. Selbst die Spielgruppen lass ich gerade oft ausfallen. Mini findet Bus und Tram und andere Kinder sowieso gerade doof. Der Stress mit Bus und Bahn mit Mini auf die deutsche Seite zu gondeln und zu riskieren mit einem eh schon quengligem Kind mit einem ueberfuelltem Bus in einer Grenzkontrolle zu landen erscheint mir gerade wenig verlockend. In Frankreich gibts naemlich kaum Angebote. (Fast alle) franzoesischen Muetter arbeiten ja laengst wieder. Dann fuehl ich mich wieder schuldig, weil wir alles ausfallen lassen. Obwohl es Mini eh doof finden wuerde. Bloed.

Gestern war einer der Tage an denen der Mann so lange arbeiten musste, dass Mini laengst im Bett lag als er heimkam. Meine Laune war gestern schon den ganzen Tag langsam aber sicher Richtung Keller gerauscht.

Irgendwann kamen sie dann die boesen Gedanken, Heimweh, Frust, Wut auf alles und jeden. Ich fuehlte mich regelrecht abgeschnitten von der normalen Welt und dem normalem Leben.

Schlimm. Als der Mann dann Auch noch sagte, dass er heute keinesfalls vor 16 Uhr zuhause sein wird war es ganz aus. Traenen:-O

Manchmal erkenn ich mich selbst nicht wieder. Im Endeffekt ist das naemlich nur 1 h laenger als er sowieso arbeiten muss. 1 h ist nichts. Aber gestern erschien es mir einfach nicht aushaltbar.

Ich Weiss gar nicht, was mich mehr daran erschrickt. Dass ich seit Minis Geburt viel naeher am Wasser gebaut bin oder die Tatsache dass ich zu Hause sitz und auf meinen Mann warte. So wollte ich nie werden.

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

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4 Kommentare

  1. Es ist gut, wenn Du mal Kurse ausfallen lässt, wenn es gerade nicht geht. Das habe ich zu wenig gemacht und mache es jetzt viel mehr. Ich achte mehr auf meine Tagesform und gucke, ob ich gerade die Kraft für etwas habe. Manchmal entscheide ich mitten auf der Fahrt von der Kita zum Supermarkt, dass ich dafür nun doch zu müde bin und überlege, was wir noch zuhause haben und verschiebe den Einkauf. Mach‘ Dir Dein Leben so leicht wie möglich. Habe kein schlechtes Gewissen, wenn Dein Kind mal einen Tag nicht raus kommt, wenn Du zu K.O. bist. Dass es der Mutter einigermaßen gut geht, ist die Basis.

    Gefällt 2 Personen

    1. Das ist die richtige Einstellung. Man setzt sich da zeitweise wirklich zu sehr selbst unter Druck. Dabei ist es fuer die Kleinen sowieso am Wichtigsten dass es den Eltern gut geht.
      Also versuch ich dass jetzt Auch mal so.

      Gefällt 1 Person

      1. Habe gerade heute wieder etwas ausfallen lassen, sitze nun gemütlich zuhause und fühle mich gut damit 🙂 Und auch gerade heute habe ich im realen Leben schon wieder Geschichten von total erschöpften Müttern mitbekommen. So traurig das ist und so sehr ich mitfühle: Das spornt mich mittlerweile auch an, mich nicht immer diesem Aktivitätszwang zu unterwerfen.

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