Ängste

Irgendwie dachte ich, würden diese ängste irgendwann verschwinden. Manchmal sind sie solange weg, dass ich sie beinah vergess. Und dann kommen sie von einer sekunde auf die andere zurück, schlagen zu und fressen mich auf. Zumindest ein bisschen.

Und ich kann nichts dagegen machen. Egal, wie oft ich mir sag das das kindisch ist, blöd, total dämlich und dass es in der welt doch ganz andere probleme gibt, ich komm nicht raus. Ich kann nicht weglaufen. Ich kann nur warten, bis es wieder aufhört, bis die angst weggeht.

Nicht, dass ich nicht viele ängste hätte. Oder zumindest so einige😉 zum beispiel angst vor mäusen und ratten. 😀🐭🐀🐁.  Brrrrrr. Aber das ist was anderes.

Eine meiner grössten ängste ist die angst vor verlust. Angst, menschen zu verlieren. Ich hab oft darüber nachgedacht, warum ich manchmal dermassene angst hab, jemanden zu verlieren.

Natürlich weiss ich es nicht genau, aber ich schätz mein vater ist schuld. Zumindest teilweise. Irgendwann mal hat er eine andere frau kennengelernt, andere kinder gekriegt und sich nie wieder gemeldet. Danke dafür lieber vater.

Ein paar der mir nähesten menschen sind gestorben. Das hinterlässt spuren, so irgendwie zumindest.

In den letzten 3 jahren hat sich meine familie praktisch halbiert. Noch mehr verluste. Wegen sowas dummen wie streit. Bzw. Gab es eigentlich keinen streit. Plötzlich haben 2 personen, eigentlich die nächsten überhaupt, entschieden, dass sie nicht damit einverstanden sind, dass ich wegzieh. Und mir kein kind gönnen. Sie haben mich also „bestraft“, sie haben andere gegen mich aufgehetzt und irgendwann war die grenze überschritten und ich hatte nur noch eine halbe familie.

Das hat nicht unbedingt dazu beigetragen, dass die verlustangst weniger wurde.

Manchmal mach ich mir sorgen um den mann. Weil ihm 1001 gefährliche sachen passieren könnten. 🤔 manchmal, wenn der mann (wie so oft) zu spät kommt, krieg ich innerlich die krise. Ein bisschen zumindest.

Manchmal hab ich auch angst das anderen geliebten menschen was passieren könnte. Oder mir selbst. Weil ich gern lebe. Aber vor allem wegen mini.

Vielleicht ist das ja auch noch irgendwie normal. Es ändert sich alles wenn man ein kind hat und verantwortung für einen kleinen menschen. Man muss und will durchhalten, unbedingt. Für sein kind.

Manchmal hab ich aber auch angst um freundschaften und spätestens da hört mein verständnis für mich selbst auf.

Ich hab keine 1001 freunde, aber ich habe das grosse glück, dass ich einige gute und enge freunde hab. Dafür bin ich sehr dankbar, weil dass gerade in der heutigen zeit keine selbstverständlichkeit mehr ist.

Seit ich nur noch die halbierte familie hab, sind mir meine freunde noch wichtiger. Und seit es nur noch die halbierte familie in meinem leben gibt, hab ich manchmal  angst diese freundschaften zu verlieren.

Auch dann wenn es gar  keinen grund gibt angst zu haben. Manchmal mach ich mir plötzlich gedanken ob x oder y mich nicht mehr mögen könnte. Oder dies oder dass.

Aktuell hab ich angst, weil eine freundin plötzlich noch eine andere freundin hat und sich manchmal auch mit der trifft. Hat sie davor nie. Und ich? Ich bin nicht eifersüchtig und ich gönn es ihr. Auch ich treff mich mit anderen freunden. Aber! Manchmal kommt die angst durch. Die angst, dass die freundin die andere freundin lieber mögen könnte und ich sie dann verlier.

Wie.unglaublich.kindisch.ist.dass.denn.bitte. ich kann nur über mich selber den kopf schütteln. Wenn man mit 14 solche ängste hat, ok. Mit 20, naaaaaja.

Aber jetzt?! Ich bin verheiratet, hab eine tochter, bekomm ein 2. Kind und hab echt genug zu tun und hab solche gedanken? WTF?!?

Das hört sich jetzt sicher alles echt so ziemlich gestört an. Und verkorkst. Und blöd. Aber! Ich behalte diese gedanken alle in meinem kopf und verhalt mich ganz normal. Wirklich😀😎 zum glück hab ich diese gedanken auch nicht immer.

Nur der mann kriegt es manchmal ab. Wenn er wieder mal die zeit vergessen hat und 1 stunde zu spät ist und nicht anruft und ich mir sorgen mach…da bringt es auch nichts mehr mir zu sagen, dass der mann doch einfach ständig zu spät kommt und sich vermutlich auch nicht mehr ändern wird. Grrrr.

 

 

 

 

 

 

11 Kommentare

  1. Sorgen sind sehr normal. Vor allem, wenn schon in der Vergangenheit Verluste da waren. Da hat man Angst noch mehr zu verlieren. Du hast es gut analysiert. Gegen verlustangst kann man etwas machen. Sie werden dann weniger. Und je früher man etwas macht, desto einfacher wird es später.
    Vielleicht schaust du dich bei dir um, welche Programme es hat. Es wird dir sehr helfen. Spätestens, wenn mimi etwas grösser ist, ist es nicht mehr so hilfreich Angst vor allem zu haben. Das könnte sich auch auf sie übertragen.

    Mit deiner halben Familie ist es eine blöde Situation. Ich kenne das selber. Ich habe aber gar keine mehr, weil ich etwas gemacht habe was meinem Vater nicht gefallen hat. Deswegen spricht er nicht mehr mit mir. Sonst ist die ganze Familie zerstritten. Jeder gegen jeden. Deshalb musst du die Situation so annehmen wie sie ist.

    Gute Besserung

    Deshalb finde ich es nicht schlimm. Nur schade, wenn man nichts dagegen unternimmt.

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    1. Das tut mir leid für dich:-( das muss sehr hart sein. Meine familie ist auch sehr zerstritten und alle gegen alle, aber ein paar leute hab ich noch.
      Du hast vollkommen recht. Noch ist mini klein und noch sind das alles dinge in meinem kopf, aber sie wird grösser und ich denk es wird mit der zeit wenn man es so lässt schlimmer.
      Ich steh schon auf einer warteliste, muss aber leider immer noch warten:-(
      Liebe grüsse

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  2. Mit Deinen Sorgen und Ängsten klingst Du mir ganz und gar nicht gestört, aber natürlich „kenne“ ich Dich nur von Deinen Blogtexten her.
    Hilfe suchen solltest Du Dir allerdings, wenn sie überhand nehmen und Dein Leben beeinträchtigen (bzw. das der anderen, indem Du versuchst, sie an Dich zu ketten; für Mimi und Kind im Bauch könnte das schwierig werden). Dann könnte es sinnvoll sein, mit einer Fachperson zu reden.

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    1. Ja das denk ich auch. Ich warte schon auf einen termin. Noch kriegt dass eigentlich niemand mit,ausser dem mann manchmal, weil das alles nur in meinem kopf ist, aber ich denk es wird tendenziell eher schlimmer als besser.
      Klammern tu ich gar nicht. Wenn ich angst um eine freundschaft hab zieh ich mich eher zurück und schau was passiert. Genauso doof. Die leute wundern sich dann immer😄 und ich kann nur den kopf über mich selber schütteln.

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  3. Oh, bei mir ist hier nach dem Umzug wieder mein Kindergeburtstgstrauma aufgetaucht: ich lade ein und keiner kommt.
    Ist mir als Kind gar nicht passiert, ich hatte aber immer Angst davor! Es hatte sich eigentlich gelegt, aber nach dem Umzug ist es derbe wieder aufgetaucht.
    Da denke ich wie Du bei der Freundin mit neuer Freundin: „Ich bin doch kein Teenager mehr!“ Und manchmal lade ich nicht ein, weil ich mich nicht damit befassen möchte, dass jemand nicht kommt. Ist ähnlichcwie deine Rückzugstaktik. Und manchmal guckt man sichcquasi on außen dabei zu und denkt: „Werde endlich erwachsen!“ Und dann machtvman im alten Muster weiter 😖

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    1. Ja das kenne ich. Man will nicht und verfällt trotzdem in alte Muster. :-0
      Das mit dem Geburtstag Hab ich auch manchmal ein bisschen obwohl es mir auch nie passiert ist das niemand kam. Komisch oder?;-)
      Aber ich denk solche Trauma kommen gerade wenn man in einer neuen Umgebung ist wieder mehr zum Vorschein weil am neuen ort alles noch nicht so gefestigt ist. Manchmal ganz schön anstrengend.😯

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  4. Das mit dem Mann kenn ich. Meiner ist auch machmal nicht erreichbar, vor allem, wenn er auf Dienstreise ist und dann macht man sich schon so seine Gedanken. Ansonsten habe ich zum Glück weniger „Verlustangst“, obwohl bei mir auch schon manchmal die Gedanken aufkommen, was wäre wenn und dann kommen mir gleich die Tränen. In Deinem Fall kann ich das gut verstehen, weil Du schon einge Verluste verarbeiten musstest. Das mit Deiner Familie tut mir leid. Bei mir ist es eher andersherum. Ich habe im Laufe der Zeit viele gute Freundinnen verloren. DIe meisten Freundschaften haben sich „einfach so“ gelöst. Ich bin deshalb auch etwas abgeklärter geworden und investiere nicht mehr so viel in Freundschaften wie früher. Auch doof, irgendwie. Ansonsten bin ich ein recht ängstlicher Mensch und muss da auch aufpassen, dass ich meine Ängste vor allem nicht auf meine Tochter übertrage. Mein Sohn kennt eh keine Angst. Der hat sich vor einigen Monaten sogar voller Freude mehrfach kopfüber vom Sofa runterfallen lassen. 😀

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    1. Dein Sohn und meine Tochter scheinen sich ähnlich zu sein😀
      Das tut mir auch leid mit den Freundschaften. Ich kann verstehen dass man dann mit der Zeit abgeklärter wird und weniger investiert. Ach irgendwie alles nicht so leicht.
      Liebe grüsse

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  5. Ich wollte dir schon länger antworten. Ich finde das gar nicht verrückt, zumal Ängste, Panikattacken und Angstzustände mir durchaus bekannt sind.
    Bei deiner Vorgeschichte wundern mich insbesondere deine Verlustängste gar nicht. Ich hatte während meiner Schwangerschaft auch so schlimme Verlustängste und hab manchmal sogar geheult, wenn ich mir vorgestellt habe, dass meinem Mann was passiert… Ich habe da so nen Trick gelernt, ich nenne es Gedanken beobachten. Man liegt einfach da und beobachtet die Gedanken die kommen, als würde man in Kino sitzen. Man darf die Gedanken dabei nicht festhalten oder bewerten, sondern guckt einfach was so kommt – und manchmal ist es echt witzig, was einem da so in den Sinn kommt. Ich kann das inzwischen so gut, dass ich damit auch super einschlafen kann – obwohl ich vorher dachte, dass ich gar nicht müde oder zu aufgewühlt bin.
    Wenn es schlimmer wird, könntest du über eine Therapie nachdenken – man bekommt da wirklich super Tipps, wie man mit solchen Ängsten und Grübeleien umgehen kann.

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    1. Danke für deine antwort☺.
      Ja mir ging das in schlimmeren Phasen auch schin so dass ich dann geheult hab😕
      Ja, darüber denk ich schon länger nach. Auf Dauer sind solche angstzusTände schon echt anstrengend.
      Aber danke für den Tipp, ich probiere das mal aus.
      Liebe grüsse

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