Adoptivkind

Das traurige Ende einer Adoption

Sammy* wurde in einem der aermsten Laender der Welt geboren. Einige Jahre ihres Lebens hat sie in einem Waisenhaus verbracht. Mutter tot, Vater unbekannt, ebenso wie sonstige Verwandschaft. Viel mehr weiss man nicht ueber Sammys Vergangenheit.

Sammy selbst sprach eigentlich nie ueber diese Zeit. Vielleicht wollte sie nicht, vielleicht erinnerte sie sich nicht oder beides.

Von Anfang an war Sammy nur die Beigabe zu ihrer kleinen Schwester gewesen. Die Familie hatte nur ein Kind adoptieren wollen, aber die kleine Schwester war nur mit der grossen zu haben gewesen und deshalb…

Von Anfang an hoerte man immer nur wie super die kleine Schwester waere und wie schwierig Sammy. Immer und immer wieder hoerte man das.

Dabei war Sammy mindestens genauso super wie die kleine Schwester. Und auch nicht schwieriger. Nur ein bisschen aelter.
Beide lernten sehr schnell die neue Sprache und fanden sich in einer ihnen voellig unbekannten Welt irgendwie ein. Es wurde nicht viel Ruecksicht auf die besondere Situation genommen, irgendwie liefen die beiden einfach mit. Es wurde auch nicht viel Ruecksicht auf die Situation der eigenen Kinder genommen die es in der Familie auch noch gab. Irgendwie liefen alle Kinder einfach so mit.

Sammy konnte wunderschoen singen. Sie konnte auch wunderschoene Texte und Gedichte schreiben. Immer wieder hoerte man das Sammy sich so schwer mit der Sprache taete und gar dumm sei. Dabei tat Sammy sich weder schwer noch war sie in irgendeiner Weise dumm. Sie war alles andere als dumm.

Natuerlich war Sammy in der Pubertaet schwierig. Aber nicht schwieriger als andere. Ziemlich viele Menschen sind in der Pubertaet ein bisschen schwierig. Normal. Das ein Adoptivkind das bereits eine ganz eigene Geschichte mitbringt vielleicht noch mehr Liebe Sicherheit und Halt braucht ist eigentlich nur logisch.
Aber Sammy wurde nicht aufgefangen, sie wurde letztendlich weggeschickt. Der Adoptivvater befand sie als zu undankbar. Er warf sie raus und brach den Kontakt ab.

Sammy war zu diesem Zeitpunkt bereits ueber 18. Sie begann ein anderes Leben in einer anderen Stadt, verlor den Kontakt zur Familie. Der Adoptivvater wollte nichts mehr von ihr wissen. Die Adoptivmutter eigentlich auch nicht.

Die Zeit verging. Ueber Sammy wurde einfach nicht mehr geredet.

Sammy hat sich kuerzlich das Leben genommen. Es tut mir so sehr leid, dass niemand fuer sie aufgestanden ist und sie beschuetzt hat, dass niemand sich gekuemmert hat. Dass alle nur gedacht haben, aber keiner was sagte. Es tut mir so sehr leid, dass sie nicht mehr Glueck mit ihren Adoptiveltern hatte.

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