Creche

Check

Mini geht morgen zum 1. Mal ohne Windel in die Creche.

So zu hause funktioniert das schon länger ganz gut.
Draußen, unterwegs beim einkaufen und so noch nie probiert. Hat mich irgendwie abgeschreckt, dass eine Freundin ihr Kind ziemlich undiskret in die strassburger Fußgängerzone hat pinkeln lassen.😜 muss nicht, kein Stress, bitte.

In der creche klappt das mit der Toilette auch schon ganz gut. Bisher hab ich das Kind aber trotzdem immer mit Windeln abgeliefert.

ABer jetzt ist das Kindlein soweit. Also denke ich. Die CreChe denkts auch.

Morgen also zum 1. Mal ganz ohne. Irgendwie ein komisches Gefühl. Voll der Meilenstein.

Das Kind wird plötzlich echt schnell gross.

Wechselklamotten sind aber trotzdem schon mal gepackt.😎😅

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Immer diese Phasen. ..

Mini ist ja mit ihren 2,5 Jahren im besten trotzalter. Juhu Juhu. 😀

Obwohl ich sagen muss, bis vor kurzem hatten wir wirklich eine längere Pause von der phasenzeit. Ich weiß nicht woran es lag. Vl. War sie einfach ausgeglichener, ausgeruhter oder sie hat es schlicht vergessen trotzig zu sein? 😀

Ist ja auch egal. Ich hab es jedenfalls genossen, also echt genossen. Alles war so leicht und das Kleinkind war einfach nur zuckersüß mit ihren goldigen fragen. Wie heisst der und der, war es schön hier und da und pli pla plu. Neuester satz: wir müssen heute schockolade kaufen😂. Das Kind spricht mittlerweile ziemlich viel und zwar in beiden Sprachen.

Aber: leider ist dem Kind wieder eingefallen dass es sich in der trotzphase befindet. Vl. Denkt es sich, jetzt dafür aber so richtig.

Und nun, seit einigen Tagen klappt halt so gar nichts mehr. Das Kind macht so ziemlich jedesmal das Gegenteil von dem was es soll. Es wirft sich auf den Boden, lässt sich hinterherschleifen und fallen, rennt weg (macht ja auch besonders spass wenn man schneller als die Mutter ist oder – Walfisch lässt grüssen) räumt schränke aus oder ärgert den Hund. Wuah. Oder seit neuestem. Lässt sich nicht anziehen, und zieht sich auch nicht selbst an. Heute früh gab es ein riesengeschrei weil ich die schuhbendel die sie wieder aufgemacht hat nicht nochmal gebunden hab. Tsss. Böse Mutter ich.

Aber das eigentliche Drama fing kürzlich mit dem schlafen an. Dabei klappte das so gut. Ein kurzer Film, Bücher zusammen anschauen aufzählen wer nun auch schon alles im Bett ist und gut wars. Klar, das Kind schlief nicht jedesmal sofort in 10 Sekunden ein, aber ein paar Minuten mein kleiner Finger oder der vom Mann und sie schlief.

Und jetzt? Drama Drama Drama. Oder Zirkus. Wie immer man den momentanen Zustand benennen will. Es fing vor kurzem in der creche an. Sie weigerte sich einfach, dort zu schlafen und war wohl auch jedesmal fit, bis sie abgeholt wurde. Dann machte es bäm und die quengelei begann. Weil das Kind nämlich doch müde war. Nicht schön und den nachmittag mit übermüdetem Kind rumzukriegen ist ein ziemlicher eiertanz.

Dafür ging es abends sehr schnell, was durchaus anigenehm war, widerrum😀.

Aber zwischenzeitlich schläft das Kind jetzt doch wieder und was soll ich sagen. Die Abende machen gerade echt keinen Spaß. weil sobald man was von schlafen sagt einem ein entschiedenes neeeeeeeeeein entgegengeschmettert wird. So entschieden das man innerlich schon zu zittern anfängt, sozusagen.😀😱 buhu. Weil man irgendwann einfach seine Ruhe will.
Vor 21 uhr wird das aber Grad nichts mehr. Das Kind klettert aus dem Bett, bleibt nicht liegen und dreht dann erst so richtig auf. Irgendwann kommen dann die Tränen und irgendwann dann doch der schlaf.
Aber eben erst nach so ziemlichen Drama, weil eigentlich will.das.Kind. Ja. Nicht.schlafen. tjaha.

Und ich? Ich bin nicht die perfekte Mutter und auch meine Geduld und mein empathievermögen sind irgendwann aufgebraucht. Ich bin auch sicher keine strenge Mutter, die von einem Kind erwartet das es stets pariert. A.b.e.r. Ein paar Regeln gibt es nun mal und mir auf der Nase rumtanzen lassen will ich mir auch nicht ständig. Eine Regel lautet, dass um 20 uhr Schluss ist. Klar gibt es Ausnahmen, wenn zb. Besuch aus der Heimatstadt da ist. Oder wir spät heimkommen oder dies oder das. Aber an einem normalem tag ist um 20 uhr Schluss aus ende. Weil ich auch noch was von dem abend haben will und ich eine feste Uhrzeit auch wichtig finde.

Ich gebe es auch zu, ich lese keine 1001 Ratgeber und meistens entscheidet mein bauchgefühl. Diesmal läuft es allerdings pädagogisch besonders unwertvoll, würde ich sagen. Vl. Weil diese Erkältung in Kombination mit der Schwangerschaft mich gerade ziemlich fertig macht. Oder so. Ich hab es schon mit Erpressung versucht: wenn du das jetzt machst oder wenn du brav bist darfst du x. Oder y. Oder z. Hilft aber zur Zeit mal gar nix.

Gedroht hab ich auch schon. Wenn du jetzt nicht liegenbleiben zieh ich dich an und bring dich in die CreChe. Erzieherin x wartet da auf alle Kinder die nicht schlafen wollen. Bringt aber auch nix, denn Mini hätte nix dagegen gehabt. Ja ok, gehen wir. Wtf, gibt’s dass denn? 😂😱

Ich bin Mini jetzt gar nicht böse, dass sie gerade so ist wie sie ist. Weil es eben eine phaaaaaaase ist und pli pla plu. Aber ich bin mir auch nicht böse wenn ich manchmal eben nicht die nerven hab und falsch reagier. Weil ich nämlich nicht perfekt bin und sonst ebenso wenig jemand perfekt ist.

Fremdbetreuung Kinder Frankreich/Deutschland

Man hört ja oft, dass Frankreich Deutschland in Sachen Fremdbetreuung weit voraus ist. Das Mütter schneller und einfacher in den Job zurückkommen und überhaupt, dass die Franzosen den Deutschen in Sachen Kinder weit voraus sind.
Deshalb machen die Franzosen ja dann wohl auch deutlich mehr Kinder. Ooooder?

Ich lebe jetzt schon eine ganze Weile zwischen diesen 2 Kulturen und unterschiedlichen Systemen, und ja, es stimmt.

Die französischen Mütter arbeiten eigentlich (fast) ausnahmslos alle.

Und ich gebe es zu, manchmal bin ich schon ein bisschen neidisch. Denn im Leben französischer Mütter scheint sich (gefühlt) viel weniger geändert zu haben als im Leben der meisten deutschen Mütter. Manchmal, wenn ich die französischen Mütter seh, die ihre Kinder morgens im Businessoutfit in die Creche bringen, perfekt gestylt, das Telefon am Ohr und scheinbar längst wieder im alten Leben angekommen, ja, dann will ich manchmal einen kurzen Moment mit ihnen tauschen. Weil ihr Alltag nicht (vor allem) aus Trotzanfälle, Phasen und Kinderthemen besteht. Und ja, manchmal frage ich mich auch wie sie dass machen, mit dem Vollzeitjob, dem Haushalt, der ja auch irgendwann gemacht werden muss, und dem Kind, dass zumindest Abends, Nachts und am Wochenende zu hause ist.

(Die meisten) französischen Kinder verbringen ihre Tage ab einem Alter von 3 Monaten (oft) ganztägig in der Creche. Manchmal mit einer Eingewöhnung von nur 1 Woche, weil für mehr einfach nicht die Zeit ist. Ganztägig heisst aber nicht von 8-16 Uhr, sondern oft auch von 7:30 bis 18 Uhr oder 18:30. Wenn Kinder krank sind, sind sie trotzdem (oft) in der Creche, einfach weil Ärzte nur sehr ungern krankschreiben. So funktioniert das System nämlich nicht. Für die HFM_Krankheit, Bronchitis oder Mittelohrentzündung oder auch einer Kombination aus mehreren dieser Krankheiten gibt es bspw. keine Krankmeldung, egal wie fertig das Kind ist oder ob es andere anstecken wird. Medikamente werden einfach mit in die Krippe gebracht.

In der französischen Sprache gibt es das Wort „Rabenmutter“ nicht. Keiner wird einer Frau Vorwürfe machen, weil sie ihr Kind ganztägig abgibt und Karriere macht. Keiner spricht darüber, ob es für so kleine Kinder „gut“ ist, so dermassen viel fremdbetreut zu sein, oder ob es (manche) Mütter nicht mehr stresst als dass es ihnen guttut so schnell wieder zurück in den Job zu kommen. So funktioniert eben einfach die Kultur und das System. Eine Frau, die längere Zeit zu Hause bleibt, wird als „nicht normal“ oder „faul“ angesehen. Klar gibt es Ausnahmen, und klar gibt es Mütter, die ihre Kinder länger zu Hause lassen, weil sie es sich leisten können und so wollen, aber im Grossen und Ganzen funktioniert so das System.

Vor kurzem stand ein noch sehr kleines Kind schreiend an der Eingangstür an der Krippe und weinte nach seiner Mutter, morgens um 8. Es tat mir echt leid. Am selben Abend kamen wir nochmal zufällig an der Krippe vorbei, nach 18 Uhr. Da holte der Vater dieses Kind gerade ab.

Und das sind dann wieder die Momente in denen ich kein bisschen mehr neidisch bin, denn das würde ich weder für mich und vor allem nicht für mein Kind wollen. Weil ich einfach finde, dass so kleine Kinder für so viele Stunden am Tag eigentlich nichts in einer Krippe zu suchen haben. Ganz unabhängig davon, wie gut die Krippe ist. Und ich für mich auch noch was von meinem Kind haben will.

Eingewoehnung Creche

Eigentlich sollte eine Creche/Kita ja da sein um die Eltern zu entlasten und der Mutter zu ermoeglichen wieder zu arbeiten.

Heute war Minis erster Tag und was soll ich sagen:-O. Ich fuehl mich kein bisschen entlastet. Eher sehr muede, genervt und ratlos.

Irgendwie hatte ich ja schon nach der Adaption kein gutes Gefuehl mehr.

Und heute war von dem ehemals gutem Gefuehl gar nichts mehr uebrig.

Wie war der erste Tag? Mini und ich gingen da hin. Mini war ausgeschlafen und gut drauf, ideale Vorraussetzungen also.

Ich war kaum angekommen und hatte Mini abgesetzt als die Erzieherin schon sagte. Ok, dann sehen wir uns in 15 Minuten. Sie hatte schon am Freitag was von nach 5 Minuten wieder gehen gesagt. Kann man nicht noch ein bisschen bleiben? Sie kennt sich hier ja noch gar nicht aus und sie kennt euch nicht. Vielleicht koennten wir es so machen, dass ich erstmal bleib? Sie muss dass nicht von heute auf morgen lernen, wir haben Zeit. Nein. Nichts mit Bleiben. Auch nicht nur um die Ecke gehen. Raus aus dem Gebaeude. Kinder weinen halt am Anfang und irgendwann beruhigen sich alle. Dann weinen sie halt erstmal. Egal.

Ich ging, obwohl ich eigentlich nicht gehen wollte. 15 Minuten. Die Creche liegt in einer ruhigen Seitenstrasse, das Fenster war auf und Mini bruellte und bruellte:-O Und was soll ich sagen. Man liess sie halt einfach bruellen. Nix mit Troesten:-O

15 Minuten spaeter bekam ich mein voellig verheultes Kind zurueck. Hmh, sagte die Erzieherin. Ein paar Mal hat sie aufgehoert zu weinen. Aber meistens hat sie gebruellt. Ist halt so. Morgen dann 30 Minuten. Tschuess. Ich schaute ziemlich bloed. Sie hat so geweint:-O Ja, ja dass ist normal. Man muss da optimistisch bleiben. Die Erzieherin zuckte die Achseln und wandte sich demonstrativ ab. Zeit zu gehen hiess dass.

Eine andere sagte noch Die hat heute bestimmt nicht ausreichend geschlafen. Die ist doch total muede. Und die 3. : Vielleicht ist es Auch die Sprache. Die sprichst doch Deutsch mit ihr.

Ja, ich sprech deutsch mit Mini. Minis Vater spricht aber franzoesisch mit ihr. Daran liegts doch nicht. Auch nicht an der Muedigkeit. Was denken die sich eigentlich? Vielleicht liegts daran, dass das Kind Panik bekommen hat weil sie sich hier absolut nicht auskennt und euch nicht kennt?:-O

Vielleicht klingt es gemein, aber diese 3 Erzieherinnen wirken alle nicht wie die Hellsten. Keine von ihnen ist aelter als 25 und alle 3 wirken als saessen die da eben ihre Zeit ab bis sie nach Hause duerfen.

Die 3 haengen auf dem Sofa rum, die Kinder krabbeln irgendwo plan- und ziellos rum. Irgendwie wirken die Kinder wie bestellt und nicht abgeholt. Heute war herrliches Wetter. Keine Kinder im Hof, Auch nicht als wir 2 Stunden spaeter nochmal zufaellig dort vorbeikamen.

Ich Weiss nicht was ich machen soll. Ich bin eigentlich niemand, der am ersten Tag hinwirft. Ich bin Auch keine Helikoptermutter die ihrem Kind nichts zu traut.

Zugegebenermassen war dieser Krippenplatz Auch eher fuer mich als fuer Mini. Mini faengt regulaer im September mit der richtigen Krippe an. Eine Krippe, die zweisprachig laeuft und einen wirklich guten Ruf hat. Es war fuer mich  Weil ich in letzter Zeit zunehmend echt ko bin. Es ist nicht leicht, wenn man keine Familie in der Naehe hat die einem das Kind ab und an mal abnehmen kann. Seit das Kind krabbelt und sich ueberall hochzieht – Stehen neue Lieblingsbeschaeftigung seit kurzem:-D – ist es, obwohl man sich ueber die Fortschritte des Kindes sehr freut noch anstrengender. Manches Mal denk ich mir abends ich kann nicht mehr.  Echt. Nix mit 1 Jahr Elternzeit ist einem Jahr Urlaub mit seinem Kind gleichzusetzen:-D Ich brauch aus vielerlei Gruenden wirklich  ein bisschen Zeit fuer mich und ab und zu eine Pause.

Aber dafuer Mini dort reinwerfen? Mein Herz sagt Nein, auf keinen Fall.  Meine Freundinnen sagen nein. Meine Mutter Auch.

Was soll ich denn bloss machen?

Und mein Mann? Mit dem kann ich nicht darueber reden, zum ersten Mal. Wir koennen immer ueber alles reden aber nun koennen wir zum ersten Mal nicht darueber reden. Er ist enttaeuscht. Es hat ihn viel Zeit gekostet, diesen Platz zu finden und die Papiere fertig zu machen. Ich hab keine Ahnung ob er mich versteht oder nicht. Maenner:-O

Wie bloed dass alles ist:-(

 

Kinderkrippe in Frankreich

Ich bin irgendwie nicht so gut drauf.

Ganz sicher Auch deshalb, weil ich gerade Schlafstoerungen hab. Es gibt zur Zeit kaum eine Nacht, in der ich mehr als 5 h schlaf. Meist weniger. Langsam geht das an die Substanz. Ich bin echt fix und alle und ich finde, so sehe ich Auch aus:-OD Naja.

Generell war die Woche anstrengend und schwierig. Der Mann war viel in der Arbeit, der Vermieter zahlt seit Jahr und Tag keine Steuern und wir durften deshalb einen ganzen Nachmittag auf dem Finanzamt rumhaengen um abzuklaeren, dass wir die Miete nun an den Staat und nicht mehr an den Vermieter Zahlen. Wir haben naemlich Post bekommen und kuemmert man sich da nicht schnell drum, macht man sich selbst strafbar:-O Supi.

Ausserdem muessen wir umziehen. Das Haus wird naemlich zwangsversteigert. Nicht, dass wir nicht umziehen wollen. Unbedingt wollen wir umziehen:-D Bedeutet aber halt Auch sehr viel Stress alles in allem.

Aber: heute haengen meine Gedanken an der Creche:-O

Mini haette ja schon Anfang April anfangen sollen und inzwischen ist fast Mai.  Erst brauchte eine anderes Kind laenger fuer die Eingewoehung, dann war die Erzieherin, die die Eingewoehnung macht krank und dann war Streik in Frankreich.

Alles in allem war Mini heute also erst das 2. Mal da. Das erste Mal war Vorgespraech und Mini war hauptsaechlich im Buero der Leitung. Heute war Adaption.

Als die Leitung uns erklaerte, wie die Adaption so funktioniert, hoerte sich das supertoll an. Heute war La directrice aber nicht da und das Personal…nunja:-D Es machte die Dinge eben auf ihre Art. Keiner da drin war boese, im Gegenteil, die waren alle nett. Aber irgendwie kuemmerte sich Auch keiner direkt um die Kinder. Die hingen einfach so rum. Aber ok, Mini und ich waren ja Auch nur 30 Minuten da. Deshalb kann ich ja nicht beurteilen was sie mit den Kindern so machen den ganzen Tag.

Ich musste noch ein paar Fragen zu Mini beantworten und die Erzieherung nahm Mini einmal auf den Schoss. Mini ist allerdings erkaeltet und war heute irgendwie fertig. Sie wollte nicht spielen, die anderen Kinder kennenlernen oder die Umgebung entdecken.  Nach 35 Minuten waren wir wieder draussen. Mehr ist Adaption naemlich nicht. Und am Montag soll Mini nun schon das erste Mal 15 Minuten alleine da bleiben. Und dann jeden Tag laenger. Und das verkorkst mich. Klar, 15 Minuten sind eigentlich nichts. Sagte mir heute Auch meine kinderlose Freundin. Sie muss es doch Auch lernen oder. Und das stimmt ja Auch. Aber Mini ist nicht daran gewoehnt, ohne ihre Eltern irgendwo zu sein. Sie kennt dass nicht. Und dann soll ich sie gleich am ersten „richtigen“ Tag allein da lassen, obwohl sie weder die Leute noch die Umgebung kennt:-O Die bekommt doch Panik. Ich an ihrer Stelle wuerde jedenfalls Panik kriegen.

Klar, die Mutter muss positiv an die Sache rangehen. Aber wenn ich dass nicht gut finde? Du kannst ja noch 5 Minuten bleiben. Danach gehst du und dann schauen wir.

Nach 5 Minuten?  Schau, dieses Maedchen hat ewig  zur Eingewoehnung gebraucht. Wochenlang hat sie nur geweint. Aber jetzt ist alles gut. sagte die Erzieherin und zeigte auf ein ungefaehr 2 – jaehriges Maedchen, dass sich an eine Puppe klammerte und verloren im Eck stand.  Schoen, wenn sie findet dass alles gut ist. Aber ich finde nicht, dass das Maedchen ausschaut, wie wenn alles gut waere. Die Erzieherin zeigt auf ein anderes Maedchen, gerade 4 Monate alt geworden. Sie ist den ganzen Tag da drin. Je kleiner die Kinder sind, desto besser. Dann verstehen sie noch nichts. Aber ist es nicht im erstem Jahr besonders wichtig fuer ein Kind bei den Eltern zu sein? Bindungsaufbau und so…

Schick dein Kind bloss nie in Frankreich in den Kindergarten oder in die Schule! Das franzoesische System ist viel zu streng. sagten mir schon vor Ewigkeiten einige Personen aus meinem direktem Umfeld. Damals gab ich nicht viel drauf, aber ploetzlich schaut es anders aus:-O Ich will nicht das mein Kind in ein System gepresst wird dass mir vielleicht nicht gefaellt.

Der Mann reagierte auf meine Verkorkstheit mehr genervt als verstaendnisvoll. Er war schliesslich Auch in der Creche gewesen, und hat er etwa einen Schaden davon getragen?Und ueberhaupt ER haelt nichts von dem deutschem System „Das Kind ist der Koenig“. Plapla. Ich Auch nicht, aber egal.

Wir ticken, was das Kind anbelangt halt  unterschiedlich. Er sehr franzoesisch und ich irgendwie deutsch. Wo Auch immer dass noch hinfueheren mag:-D

Oder Steiger ich mich jetzt masslos in  was rein was gut ist wie es ist? Auch moeglich:-DO

 

 

Vorgespraech Creche

Heute war endlich das Vorgespraech in der Creche.

Und es war gut.

Irgendwie hatte ich vorher so meine Zweifel wie das so werden wuerde. Ich hab vor einer ganzen Weile schon eine andere Deutsche kennengelernt deren Kind bereits in die Creche geht und die Geschichten die ich immer wieder hoere hoeren sich nie sehr toll an.

Zwischenzeitlich fuehlte ich mich in Frankreich sowas von wie eine Ausnahme. Wie kann man nur mit seinem 10 Monate altem Kind zu Hause rumhaengen, es NICHT in die Creche geben und NICHT schon laengst wieder arbeiten? Echt aber Auch:-D

Aber zurueck zu „unsrer“  Creche: es musste viel Papierkram erledigt werden. Versicherungen, wen man wo im Notfall erreichen kann, Kosten, ob Mini fotografiert werden darf, ob Mini mitgenommen werden darf zu Spaziergaengen, ob Mini irgendwelche Alergien hat. Plapla. Ich war ganz froh dass der Mann dabei war. Ich haette dass Auch alleine hingekriegt, aber es haette  sicherlich laenger gedauert.

Ich fands ganz cool, dass sie schon alle Minis Namen kannten. Die Eingewoehnung soll langsam sein, erstmal nur 1 Stunde, dann irgendwann 2 und Anfangs nur mit der Mutter. Irgendwann dann allein, aber wenn das Kind weint und sich nicht beruhigen laesst rufen sie an. Nix mit du bist jetzt hier und musst funktionieren. Das ist gut.

Entgegen meiner Erwartung musste ich Auch nirgends erklaeren warum Mini erstmal nur 3 /Woche 4 Stunden in die Creche geht. Es ist also doch nicht SO unnormal in Frankreich sein Kind in diesem Alter noch nicht den ganzen Tag in der Creche zu lassen und zu arbeiten. Gut:-D

Und Mini? Mini fand es irgendwann im Buero der Leitung nicht mehr spannend genug und war ploetzlich weg. Wir fanden sie bei den anderen Kindern wieder. Mini fand alles Ui.

Vielleicht funktioniert es ja wirkich, obwohl Mini gerade sehr auf mich fixiert ist. Mini haette Spass und ich koennte endlich mal franzoesisch lernen, ueber einen neuen Job nachdenken, einfach mal chillen oder die Wohnung putzen. Manchmal Weiss ich echt nicht ob ich lachen oder weinen soll wegen der Wohnung.  Hier schauts aus an den meisten Tagen aus wie im Zirkus.:-O

Also mal sehen wie sich das entwickelt. Natuerlich ist der Schein immer anders als die Realitaet. Aber wenn Mini ein paar Stunden pro Woche dort Spass haben koennte und ich ein paar Stunden frei haette waere das echt toll.

Creche

Mini ist jetzt 10 Monate alt.

Mit 9 Monaten lernte sie krabbeln. Inzwischen rast sie auf diese Weise durch die ganze Wohnung. ..vorzugsweise immer dahin wo sie gerade nicht hin soll.:-D

Sie fängt an sich überall hochzuzieähen.  Lieblingswörter: da ga und ui. Und wenn man sie schimpft: uiuiuiui und viele Tränen. 😀

Gerade durchläuft Mini auch wieder eine Phase.  Es wird viel weniger gelacht und viel öfter ernst geschaut. Zeitweise hab ich das Gefühl meine Urgroßmutter ist wieder da. Die sah mich manchmal mit dem gleichem strengem Blick an.:-D Mini hängt auch gerade wieder sehr an mir. Papa: cool aber bitte nicht auf den arm nehmen.

Jedenfalls: Mini sollte ab 1. April 3 Tage   / Woche einige Stunden  in die Creche. In der letzten märzwoche meldete sich aber die Leitung.  Ob es okay sei wenn Mini ab 15.4. Kommt. Ein anderes Kind tut sich schwer mit der Eingewöhnung.  Deshalb und pla…und aus 15.4. Wurde nun nächste Woche.

Hmh. Ich finde es gut dass das mit der Eingewöhnung ernst genommen wird. Ist also okay.

Ich hab (noch) keinen Druck weil ich in 2 Wochen wieder anfangen muss zu arbeiten.

Mini kann sich in ruhe eingewöhnen und ich kann mir danach in ruhe einen neuen Job suchen.

Aber was wäre wenn ich bereits einen Job hätte und die creche einfach mal so das Datum um einen knappen Monat verschiebt? Oder der mann nicht genug Geld für uns beide verdienen würde?

Oder ist es in Frankreich einfach tatsächlich so dass die Frauen viel weniger unter Druck geraten? Wenn da kein platz ist kann Frau eben nicht arbeiten. Ist okay. Immerhin steht Frankreich ja auch den ganzen August still, die lieben Kinder haben da nämlich Ferien.  Nix mit arbeiten ganz Frankreich macht Urlaub.

Ticken also einfach die Uhren hier anders?

Das ist das Problem am auswandern…man hat einfach nicht so den Durchblick und das nervt (manchmal).

Oder ist das in Deutschland genauso? Sorry. ..krippenplatz dann erst in 3 Wochen?

Wie dem auch sei: Donnerstag Vorgespräch.  Bin gespannt:-D

 

 

55 Stunden Creche pro Woche

Kuerzlich trafen wir uns mit einem (franzoesischem) Paerchen, dass wir vor einigen Monaten kennengelernt hatten und deren Kind. (ebenfalls fast 8 Monate alt).

Deren Kind ging bereits mit 3 Monaten 40 H / Woche in die Creche.

In Frankreich ist das nicht ungewoehnlich. Das System hier funktioniert ganz anders, Elterngeld in diesem Sinne gibt es nicht und auf diese Weise koennen/duerfen/muessen Muetter schnell zurueck in den Job.

Nach einigen Monaten hier weiss ich aber nun, dass viele Eltern, sofern die Moeglichkeit vorhanden, ihre Kinder laenger zu Hause behalten.

Bei betreffendem Paar besteht die Moeglichkeit ebenso. Der Mutter ist der Job wichtiger, sagt sie. Seit sie nun wieder Vollzeit arbeitet, wird die Kleine morgens um 7:30 Uhr abgegeben und abends um 18:30 abgeholt. Also die Oeffnungszeiten der Creche voll ausgenutzt.

Und wie laeuft dass dann? Morgens schnell aus dem Bett holen, eine Flasche, anziehen. Ab zur Creche. Abends aus der Creche abholen, umziehen, eine Flasche, ab ins Bett erzaehlt die Mutter.

Und der Vater: Meine Eltern haben ein immenses Problem damit dass das Kind in dem Alter schon so viel fremdbetreut wird. Aber ich seh da kein Problem. Da kann sie mit anderen Kindern spielen. Und die Mutter dazu: Ja wofuer gibts denn auch KinderbetreuungLetztens haben wir uns beide einen Tag freigenommen. Das Kind haben wir trotzdem in die Creche gebracht. Mit der Kleinen kann man ja nicht mehr als 3 Geschaefte machen. Sie zuckt die Achseln. Manche schauen uns schon bloed an, weil unser Kind jeden Tag so lang da ist. (in Frankreich)

Aha. Gesagt hab ich nicht viel dazu.  Jeder muss ja fuer sich selbst und fuer sein Kind entscheiden, was das Beste ist, welche Lebensweise am Besten zu der momentanen Lebenssituation passt was moeglich ist und was einem wichtig ist.

Leid getan fuer das Kind hat es mir trotzdem. Ich denke in diesem erstem Lebensjahr braucht ein Kind in erster Linie seine Eltern. Und egal wie gut die Erzieherinnen sein moegen, egal wieviel Muehe sie sich geben, sie koennen einem Kind nie die Liebe entgegenbringen, die es von seinen Eltern bekommen sollte. Sie koennen dem Kind auch nicht die Aufmerksamkeit geben, die es vielleicht braeuchte. Und wenn ich daran denk, dass ich nach 8 Stunden Arbeit schon geschafft bin und  heim will und Ruhe brauch, frag ich mich wie dass alles dann auf das Kind wirken muss.

Dabei bin ich niemand der sein Kind „ueberbehuetet“ oder dafuer bin, dass ein Kind bis zu seinem 3. oder gar 6. Lebensjahr zu Hause sein sollte. Ab April kommt mein eigenes Kind 2 Mal die Woche 3 Stunden in die Creche. Einfach weil wir hier einfach gar keine Familie haben, die mir die Kleine mal kurzzeitig abnehmen koennte.

Ehrlicherweise muss ich auch zugeben, dass ich die Frau in gewisser Weise einen Moment lang ein kleines bisschen beneidet habe. Natuerlich fehlt mir manches Mal die Arbeit, die „Erwachsenenwelt“. Natuerlich ist es auch schoen, schicke Klamotten anzuhaben und nicht den ganzen Tag Gefahr zu laufen, das demnaechst wieder Kinderkotze darauf landet:-D

Aber: mir persoenlich ist es das nicht wert. Ich lieb mein Kind und ich geniess die Zeit mit der Kleinen. (was widerrum nicht heisst dass man den ganzen Tag auf Wolke 7 schwebt:-D Es ist anstrengend, keine Frage. )Aber auch so schoen zu erleben, wie aus einem Neugeborenem langsam ein Kind wird. Mitzubekommen, wie es sich entwickelt. Jeden Tag die Fortschritte, die es macht zu sehen und auch (Hilfe:-O) festzustellen, dass das Kind, das eben noch ein hilfloses Neugeborenes war, ploetzlich Wutanfaelle bekommt, wenn es was nicht darf oder kriegt. 😀

Ich (fuer mich) kann sagen, dass ich kein Kind bekommen hab, um es nach wenigen Wochen den ganzen Tag fremdbetreuen zu lassen. Natuerlich haengt dass immer davon ab, ob man die Moeglichkeit hat, ueberhaupt 1 Jahr zu Hause zu bleiben.

Und natuerlich freu ich mich auch wieder auf die Arbeit. Was mir allerdings gleichzeitig Angst macht, weil ich noch ueberhaupt nicht abschaetzen kann, wie das funktieren soll.

 

Psychopharmakaverbrauch Frankreich…

Kuerzlich erzaehlte mir eine Bekannte von einem Artikel den sie kurz vorher gelesen hatte.

Leider war ich zu diesem Zeitpunkt mit meinen Gedanken wieder sonstwo und so fragte ich sie nicht um was fuer einen Artikel es hier geht und wo man ihn finden kann. Werde dass aber nachholen!!!

Jedenfalls: es ging darum, dass in Frankreich die Scheidungsraten am hoechsten seien und die Franzosen auch den hoechsten Verbrauch an Psychopharmaka haben. Mittlerweile gaebe es sogar schon die ersten Studien darueber ob dies damit zusammenhaengt, dass franzoesische Kinder so viel frueher in die Creche kommen (oft ganztags) und deshalb nie richtig lernen Bindungen aufzubauen.

Heute gingen wir in der Stadt spazieren und ich erzaehlte S. davon. Halb rechnete ich damit, dass er mir sofort widersprechen wuerde. Es ist  naemlich fast  immer so: Er beschwert sich oft ueber sein Land, ueber die Politik und alles moegliche andere. Aber sobald jemand anders, beispielsweise ein Deutscher irgendwas negatives ueber Frankreich sagt, faengt er in der Regel an Frankreich dann doch zu verteidigen.

Heute allerdings war es anders. Ich: Die Franzosen sollen angeblich den hoechsten Verbrauch an Psychopharmaka haben. Er: Ja, ich weiss. Ich: Und auch die hoechsten Scheidungsraten. Moeglicherweise weil die Kinder so frueh in die Creche kommen. Er: Ja, kann schon sein. 

Aha. Dann erklaerte er mir: Weisst du, Franzosen jammern gern und viel ueber ihr Land. Sie finden eigentlich fast alles doof. Deshalb ja auch die Revolution. Im Ausland erzaehlen sie aber allen, das Frankreich das tollste Land uerberhaupt waere. Und ueberhaupt, dass mit den Psychopharmaka stimmt vielleicht, aber in Frankreich kommt man auch viel leichter an diese Pillen und generell Medikamente als in Deutschland oder vielleicht auch anderswo. Das heisst nicht dass die Leute hier dass mehr oder weniger brauchen als woanders. 

Stimmt auch echt. Macht er tatsaechlich. Jammern und  verteidigen:-D