Deutschland

Fremdenhass elsass

Man weiß ja dass einige deutsche über die Flüchtlinge schimpfen.
Man weiß auch, dass einige Franzosen über Araber schimpfen.

Aber wie ist das hier an der Grenze, zwischen Deutschland und Frankreich?

Grundsätzlich kann man wohl sagen dass im Elsass (vor allem in der älteren generation) aufgrund der geschichte eine gewisse Abneigung gegenüber Deutschland besteht. Teilweise zumindest. Es gibt auch ältere Leute, bei denen das nicht so ist. Klar.

Bei den jüngeren ist es wohl vor allem Desinteresse. Ich glaube, dass es den meisten ganz ehrlich egal ist dass Deutschland ums eck ist und der aller größte Teil weder deutsch spricht noch oft nach Deutschland kommt oder viel über Deutschland weiß. Umgekehrt ist das aber genauso.

Für die Franzosen ist Deutschland aber zum einkaufen aber interessant. Weil nämlich essen und drogerieartikel in Deutschland deutlich günstiger sind als in Frankreich. An Samstagen, Feiertagen in Frankreich und oft auch unter der Woche kommen wirklich eine menge Franzosen zum einkaufen nach Deutschland.
Meistens aber eher die „unterschicht“ denn denen ist es ja am meisten gelegen Geld zu sparen.

Die parken dann oft wie man in Frankreich eben so parkt, drängeln sich an der Kasse vor oder Verhalten sich sonst wie doof. In Deutschland mag man dass nicht. Und leider denken viele deutsche hier dann, dass ganz Frankreich so ist. Man könnte ja auch mal über die Grenze kommen und gucken, aber nee, lieber nicht.😎😂

Wiederum gibt es eine bestimmte zahl deutscher die im Elsass wie auf einer Insel leben um steuern zu sparen. Man spart sich nämlich doch ein bisschen viel Geld wenn man in Frankreich lebt aber in Deutschland arbeitet. Auf einer Insel weil diese Art „auswanderer“ mit Frankreich absolut nix am Hut haben. Sie sprechen kein französisch und leben so grenznah dass sie sowieso alles alles alles in Deutschland machen können. Das mögen die Franzosen nicht. Leider gibt es dann auch Franzosen die von diesen deutschen auf alle deutsche schließen.

Das ist mir vor einer Weile passiert. Schön war das nicht.Ich hatte einen Termin bei jemandem mit dem eine bekannte (französin) verwand ist. Die haben nicht viel Kontakt aber die bat mich den Verwandten zu grüßen.

Wollte ich eigentlich auch, aber der Kerl war mir wirklich schon auf den 1. Blick nicht unbedingt sympathisch. Irgendwann fragte der dann ob ich aus Deutschland komm. Wo ich arbeite, wollte er dann wissen? Grad gar nicht wirklich, wegen 2 kleinen Kindern. Und wo dann wieder, fragte er. Vl. Eher Deutschland, keine Ahnung. Und er dann: jaja immer diese deutschen die nur wegen dem Geld hier leben. Graaaa.
Mein Mann ist aber Franzose. Der wollte gern zurück nach Frankreich und zwar nicht wegen dem Geld!
Oh, Achso.

Wir haben wohl dann beide ein bisschen blöd geschaut😂

Und den Gruß ausgerichtet hab ich dem dann nicht mehr.😜

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S wie stillen

Heute muss ich einfach mal was zum Thema stillen schreiben.

In Frankreich ist das Thema irgendwie nicht so präsent. Entweder man stillt oder man stillt nicht, aber die meisten stillen nicht oder nur kurz.

In Deutschland hat man manchmal das Gefühl, dass die „stillmafia“ unterwegs ist, sozusagen. Manchmal zumindest. 😉 und mich nervt es einfach, wie aggressiv Mütter teilweise zueinander sind.

Muttermilch ist das beste für ein Kind, klar. Aber wenn eine Mutter nicht stillen kann/will ist das doch wirklich kein Drama. Kinder werden heutzutage auch mit pulvermich gross. Es gibt wirklich schlimmeres, finde ich.

Dass mit dem Thema in Deutschland nicht zu spaßen ist hab ich schon in Schwangerschaft 1 gemerkt. Ob wir uns schon auf das Thema stillen vorbereitet haben, fragte die seltsame Hebamme damals im geburtstsvorbereitungskurs. Hatten alle, ausser mir. Ich war die einzige, die es einfach auf sich zukommen lassen wollte. Und damit war ich die, die irgendwie „komisch“ war;-) Tsss. Ich finde es ja echt ok, wenn man sich in das Thema einliest usw. Ich für mich dachte mir damals eben einfach, dass Frauen seit Ewigkeiten stillen und es früher auch nicht 1001 Informationen dazu gab. Und das beste ist, dass maN heutzutage problemlos an Informationen kommt, falls es ein Problem o.ä. gibt.

Dann kam Mini auf die Welt und musste eine ganze Weile im Krankenhaus bleiben. Ich war nie allein mit meinem Kind und gefühlt 1001 Leute zerrten an uns beiden rum, um mir zu zeigen, wie das Stillen denn so funktioniert. Ich fand es furchtbar und es hat mich unglaublich gestresst. Es hat dann auch nicht funktioniert und ich gab Mini nur noch abgepumpte Milch, im Kh. Einige Schwestern inkl. Stillberaterin waren entsetzt😉Ich auch, denn dass mir gefühlt das halbe Krankenhaus auf den Busen starrt und tatscht, machte mich fertig.reicht doch schon, dass man bei so einer Geburt vorübergehend sämtliche Privatsphäre verliert, oder? Zuhause, alleine und ganz in Ruhe probierte ich es wieder und es klappte. Eine weile später stellte die nachsorgehebamme fest, dass das Kind ein paar gram verloren hatte. Drama.Wieder redete gefühlt die halbe Welt auf mich ein. ICh sollte das Kind dann alle 2 h wecken und anlegen, auch nachts. letztendlich war das der Anfang vom Ende. Denn ein Kind von Minis größe braucht einfach nicht so viel wie ein Kind das deutlich kleiner auf die Welt kommt. Hätte ich damals auf mein Gefühl gehört, hätte ich Mini einfach schlafen lassen. Hab ich aber nicht. Weil man beim 1. Kind einfach unsicher ist, bzw. Sich schnell verunsichern lässt. Also ich zumindest😉

Beim Punkt entschied ich mich mir diesmal von niemandem reinreden zu lassen. Glücklicherweise kam der Punkt gesund und ohne jegliche Komplikationen auf die Welt.
Er trank von Anfang an gut, und keiner kam und redete mir rein. Das personal bot an, mir zu helfen und mir ein paar tricks zu zeigen und das nahm ich gern an. Weil sie einfach respektvoll mit mir umgingen.

Nach einer Weile hatten wir dann aber doch ein paar stillproblemchen. Der Punkt biss richtig fest zu, so haifischmässig. Das tat echt weh. Wie kann man bloß so fest beißen, ohne Zähne? Graaaaa. Die Hebamme brachte mir eine salbe und ein stillhütchen mit und es wurde besser.

Und weil der Punkt zeitweise echt langsam trinkt und das kompliziert ist wenn ich mit ihm und Mini allein bin und sich unser Alltag manchmal besser organisieren lässt wenn er nicht von der Brust trinkt pump ich manchmal ab und der Punkt kriegt es so.

Wuhuu, deshalb hab ich auch schon einige Vorwürfe gehört. WeiL stillhütchen und abpumpen nämlich schlecht sind. Wegen diesem und jenem. Aber der Punkt hat weder ein Problem auf 2 verschiedene weisen zu trinken noch sonstwas. Es geht ihm gut und ist es nicht am Ende total egal w i.e. Er trinkt?

Mein früheres ich, dass von vor 2 Jahren hätte sich dadurch wieder total verunsichern lassen. Mein jetziges ich steht diesmal drüber.

Weil es nämlich ganz allein meine Sache ist und jeder seinen eigenen, den für ihn besten Weg finden muss.

Ja, ich geb es zu. Ich still nicht so gern in der Öffentlichkeit und ich bin gern ein bisschen flexibeler. Es ist unser Weg und er passt gerade für uns alle.

Und ich finde, dass Mütter gerne ein bisschen toleranter sein dürften, gegenüber anderen Müttern. Leben und leben lassen, oder nicht?
Es ist doch letztendlich total e.g.a.l. Ob eine Mutter stillt oder nicht stillt oder wie sie stillt oder ob sie einen Kaiserschnitt hatte oder was weiß ich. Die allermeisten Mütter lieben ihre Kinder und der Rest ist doch egal.

Traurigerweise gibt es ja trotzdem immer noch genug fälle, wo man wirklich handeln m.u.s.s. , nicht nur sollte. Wo Kinder geschlagen und vernachlässigt werden o.ä.

Fremdbetreuung Kinder Frankreich/Deutschland

Man hört ja oft, dass Frankreich Deutschland in Sachen Fremdbetreuung weit voraus ist. Das Mütter schneller und einfacher in den Job zurückkommen und überhaupt, dass die Franzosen den Deutschen in Sachen Kinder weit voraus sind.
Deshalb machen die Franzosen ja dann wohl auch deutlich mehr Kinder. Ooooder?

Ich lebe jetzt schon eine ganze Weile zwischen diesen 2 Kulturen und unterschiedlichen Systemen, und ja, es stimmt.

Die französischen Mütter arbeiten eigentlich (fast) ausnahmslos alle.

Und ich gebe es zu, manchmal bin ich schon ein bisschen neidisch. Denn im Leben französischer Mütter scheint sich (gefühlt) viel weniger geändert zu haben als im Leben der meisten deutschen Mütter. Manchmal, wenn ich die französischen Mütter seh, die ihre Kinder morgens im Businessoutfit in die Creche bringen, perfekt gestylt, das Telefon am Ohr und scheinbar längst wieder im alten Leben angekommen, ja, dann will ich manchmal einen kurzen Moment mit ihnen tauschen. Weil ihr Alltag nicht (vor allem) aus Trotzanfälle, Phasen und Kinderthemen besteht. Und ja, manchmal frage ich mich auch wie sie dass machen, mit dem Vollzeitjob, dem Haushalt, der ja auch irgendwann gemacht werden muss, und dem Kind, dass zumindest Abends, Nachts und am Wochenende zu hause ist.

(Die meisten) französischen Kinder verbringen ihre Tage ab einem Alter von 3 Monaten (oft) ganztägig in der Creche. Manchmal mit einer Eingewöhnung von nur 1 Woche, weil für mehr einfach nicht die Zeit ist. Ganztägig heisst aber nicht von 8-16 Uhr, sondern oft auch von 7:30 bis 18 Uhr oder 18:30. Wenn Kinder krank sind, sind sie trotzdem (oft) in der Creche, einfach weil Ärzte nur sehr ungern krankschreiben. So funktioniert das System nämlich nicht. Für die HFM_Krankheit, Bronchitis oder Mittelohrentzündung oder auch einer Kombination aus mehreren dieser Krankheiten gibt es bspw. keine Krankmeldung, egal wie fertig das Kind ist oder ob es andere anstecken wird. Medikamente werden einfach mit in die Krippe gebracht.

In der französischen Sprache gibt es das Wort „Rabenmutter“ nicht. Keiner wird einer Frau Vorwürfe machen, weil sie ihr Kind ganztägig abgibt und Karriere macht. Keiner spricht darüber, ob es für so kleine Kinder „gut“ ist, so dermassen viel fremdbetreut zu sein, oder ob es (manche) Mütter nicht mehr stresst als dass es ihnen guttut so schnell wieder zurück in den Job zu kommen. So funktioniert eben einfach die Kultur und das System. Eine Frau, die längere Zeit zu Hause bleibt, wird als „nicht normal“ oder „faul“ angesehen. Klar gibt es Ausnahmen, und klar gibt es Mütter, die ihre Kinder länger zu Hause lassen, weil sie es sich leisten können und so wollen, aber im Grossen und Ganzen funktioniert so das System.

Vor kurzem stand ein noch sehr kleines Kind schreiend an der Eingangstür an der Krippe und weinte nach seiner Mutter, morgens um 8. Es tat mir echt leid. Am selben Abend kamen wir nochmal zufällig an der Krippe vorbei, nach 18 Uhr. Da holte der Vater dieses Kind gerade ab.

Und das sind dann wieder die Momente in denen ich kein bisschen mehr neidisch bin, denn das würde ich weder für mich und vor allem nicht für mein Kind wollen. Weil ich einfach finde, dass so kleine Kinder für so viele Stunden am Tag eigentlich nichts in einer Krippe zu suchen haben. Ganz unabhängig davon, wie gut die Krippe ist. Und ich für mich auch noch was von meinem Kind haben will.

Ssw 34

Wow. Irgendwie kaum zu fassen, dass es fast schon das Ende ist.

Manchmal fällt mir ein, dass es wohl die letzte Schwangerschaft ist, und dass ich es doch bitte geniessen soll, aber ich geb es zu – es fällt mir schwer;-) Obwohl es natürlich schön ist, Nr. 2 zu spüren. Er ist auch echt unglaublich aktiv, ich bin gespannt, wie dass dann wird wenn er auf der Welt ist:-)

Jedenfalls: es geht mir deutlich besser als die vorherige Woche, wahrscheinlich einfach weil ich das Tempo heruntergeschraubt hab.
Zwischenzeitlich bin ich einfach ziemlich schwanger und schnell erschöpft.

Wenn ich mich viel bewege, fängt der Bauch ziemlich an zu ziehen und inzwischen drückt es auch ganz schön nach unten, wenn ich laufe. Puh.

Ausserdem hab ich seit einigen Tagen wieder Rückenschmerzen, und irgendwie auch Schmerzen im Schambein. Keine Ahnung ob ich das bei Mini damals auch hatte?! Man vergisst tatsächlich schnell. Irgendwie fühlt es sich seit kurzem auch an, als würde der Bauch irgendwie brennen. Jaaaha, verrückt ich weiss…:-DOOOOO Ich würde ja sagen, ich hab längst Vorsehen, aber auf dem CTG ist nichts zu sehen.

Ansonsten fühl ich mich gerade Walfischen jeder Art sehr nahe. Der Bauch wächst und wächst, und alles wird immer schwerfälliger. Ich komm nur noch seitlich hoch, aufstehen fällt mir generell schwer, ich bin ziemlich kurzatmig und ich seh meine Füsse längst nicht mehr.

Zwischenzeitlich hab ich auch wieder angefangen den Bauch einzucremen und tadaaa, die Schwangerschaftsstreifen sind zurück. Ich hätte es lassen sollen;-) Naja. Ich fühle mich also sowohl Walfischen als auch Zebras sehr nahe.

Schlafen tu ich auch viel schlechter. Ich bin ja ein Rückenschläfer, aber dass geht gar nicht mehr. Seitlich schlafen ist deutlich schwieriger, oder aber ich wach in der Nacht von irgendwelchen Krämpfen im Bein wieder auf, oder ich bin einfach so hellwach, oder ich muss zum Pinkeln, oder ich hab Albträume. Gerade in letzter Zeit waren 2 dabei die echt heftig waren:-O Aber ist halt so.

Ansonsten ist mein Eisenwert aber wieder im Normbereich, dass ist gut. Wenn ich Schwangerschaft 1 in Deutschland mit Schwangerschaft 2 in Frankreich vergleich, kann ich schon echt sagen dass ich in Frankreich deutlich besser betreut bin. Auch wenn es manchmal mit den vielen Kontrollen fast etwas viel ist.

Am Dienstag hab ich ein Beratungstermin beim Frauenarzt. Ich wusste es nicht, aber die Geschichte mit der Komplikation macht mir schon echt zu schaffen. Die Vorstellung, einfach wieder zu warten bis das Kind von alleine kommt macht mir Angst. Es ist nicht die Geburt an sich.

Am Besten wäre es doch einfach, der Kleine hätte es ein bisschen eilig, und kommt einfach 1-2 Wochen im Voraus.

Naja, mal sehen.

Alles in allem bin ich generell froh, wenn mein Bauch wieder mir gehört. Irgendwann mal möchte ich mich gern mal wieder als Frau fühlen, und nicht als Walfisch;-)

Fast Halbzeit

Unglaublich wie schnell die Zeit doch vergeht. Jaha, man schreibt dass immer wieder, aber es stimmt. Andrerseits kommt es mir gleichzeitig vor wie eine Ewigkeit, seit ich den 2. Strich auf diesem Test angestarrt hab und es nicht glauben konnte. Also rast sie wohl auch irgendwie;-)

Der Bauch ist zwischenzeitlich wirklich gewachsen. Und zwar nicht nur wegen der Mayonnaise;-) Ich bin mir auch ziemlich sicher, dass ich den „Punkt“ mittlerweile spüre, also manchmal. Das ist schon toll.

Eigentlich geht es mir im Grossen und Ganzem echt gut. Ich hab keine ernsthaften Probleme, und dafür bin ich wirklich echt dankbar.

Am Wochenende ging es mir ziemlich elend, so stimmungsmässig. Die Ängste und so. Bestimmt haben die Hormone da auch nochmal ordentlich draufgehauen, aber nunja;-) Kopfweh hab ich zur Zeit auch oft, aber das liegt wohl eher einfach am Wetter. Glaube ich. Ich war ja schon immer irgendwie Kopfweh anfällig. Gestern war der Bauch auf einmal wirklich wirklich hart, es war wohl einfach zu viel gestern:-O Dafür lass ich es heute ein bisschen ruhiger angehen, obwohl mir sowas immer schwer fällt. Aber da ich sowieso schon wieder Kopfweh hab, das Wetter schlecht ist und mir irgendwie übel ist, fällt es mir nicht ganz so schwer wie normalerweise.

Anfang der Woche war auch wieder ein Kontrolltermin. Diesmal in Frankreich bei einer Hebamme. Ich will nämlich nicht mehr zu meiner skelettmässigen Frauenärztin.

Es war auch ok, die Hebamme war nett und es war auch kein Problem mit der Sprache. Gut, die Puppen und Becken die da auf Matratzen rumgelegen haben, damit man sich auch ja bildlich genug vorstellen kann wie Kinder so zur Welt kommen, haben mich schon ziemlich abgeschreckt:-O Also echt.

Aber: Ich musste mich zum Glück ja nicht mit denen befassen sondern hab einfach weggeschaut;-) Alles in allem hat der Termin ziemlich lang gedauert. In Frankreich bringt nämlich ein deutscher Mutterpass nicht viel, und wir mussten alles neu machen, Werte übertragen und pla. Ausserdem wollte sie wissen, ob ich schon mal eine Fehlgeburt hatte und wie die erste Schwangerschaft und Geburt war und dies und dass. Einiges. Ich muss nochmal extra in ein Labor, um aaaallle Blutwerte nochmal neu ermitteln zu lassen. Vielleicht hat man es in Deutschland ja auch nicht richtig gemacht, oder?,-) Aber egal. Immer wieder höre ich Leute sagen, das Elsass ja nicht „wirklich“ Frankreich ist und zugegebenermassen denk ich das auch manchmal,. Aber: In diesem Fall hätte ich den Mutterpass genauso gut in Schweden, Spanien oder Afrika vorlegen können.

Und dann kam die Untersuchung. Zum Glück hab ich nicht vorher gewusst, WAS die alles untersucht. Sonst wäre ich vielleicht abgehauen oder so?  Und zum Glück hab ich mir vorher die Beine rasiert:-O Diese Hebamme gab sich nämlich nicht mit halben Sachen zufrieden:-O Sie klopfte die Beine ab, tastete rum, untersuchte die Brüste, kontrollierte auf Hämorriden:-O und den Blutdruck. Dann kam der Muttermund dran und zum Glück durfte ich einfach auf der Liege liegen bleiben, aber letztendlich musste ich mich so verrenken, dass es keinen grossen Unterschied mehr gemacht hat ob es nun die Liege oder Stuhl gewesen wäre. Wuaaaaaaaaah. Ich bin wirklich froh, wenn das Kind gesund auf der Welt ist.

Endlich kam dann der Bauch dran und wir hörten das Herz. Das war der schönste Moment. Klar! Leider hatte der Punkt aber keine grosse Lust und haute immer wieder ab. Aber ok. Ich mag ja auch Keine Kontrollen;-) Leider war das Ultraschallgerät gerade nicht da und sie konnte nicht gucken, was der Punkt nun ist. Junge oder Mädchen. Ich wäre schon langsam neugierig.

Aber in 2 Wochen muss ich zum grossen Ultraschall und da kommt es dann vl. raus. Falls der Punkt sich nicht versteckt. Aber eigentlich auch egal, weil Hauptsache gesund. Das ist das allerwichtigste.

Ostern anders als nach Plan

Der Mann und ich haben als Kinder ähnliche Ostern verbracht, obwohl er in Frankreich aufwuchs und ich in Deutschland.

Manchmal ging man in die Kirche, die ganze Familie kam zusammen, es gab viel Schokolade und es wurden Ostereier gesucht, klar. Bei uns gab es selten was traditionelles zu Essen am Ostersonntag und auch in der Familie vom Mann gab es kein Lamm, wie sonst in Frankreich oft üblich. Wegen Osterlamm und so.

Der eine Teil der Familie vom Mann lebt aber nicht mehr, und der andere ist überall auf der Welt verstreut. Also kein Ostern mit der (Rest)Familie vom Mann, weil zu weit. Mit dem grossem Teil meiner Familie ist ein gemeinsames Osterfest derzeit leider  auch keine Option. Wir haben aber ein Kind, und unser Kind soll trotzdem was von Ostern haben. Wenn wir nix machen, macht niemand was. Manchmal ein schwieriger Gedanke. Jedenfalls hatte ich die besten Absichten.

Ich wollte viele bunte Eier färben, dem Kind ein kleines Geschenk kaufen, was man halt so macht zu Ostern. Aber Mini wurde einige Tage vor den Osterfeiertagen Krank. Volles Programm. Klar, wann sonst, als Kurz vor Ostern;-) Bäm.

Jedenfalls gabs dann keine bunten Eier und auch kein Geschenk, weil einfach nicht geschafft. Doof. Unsere Verabredungen für Freitag und die für Samstag fielen aus, weil Mini einfach nicht fit war. Ein langer Spaziergang war aber trotzdem drin, und zwar in Deutschland, zwischen lauter Weinreben, blühendem Gewächs, bunten Wiesen und Schafen. Sah aus wie im Märchen. Fehlten nur noch die Feen, die herumflogen. Und der Osterhase, klar;-)

Ostersonntag ging es Mini zum Glück wieder deutlich besser. Der Mann lies mich ausschlafen. Und überraschte mich mit einem leckerem Frühstück und viel Schocko:-) Nett. Hab ich schon mal gesagt, dass ich mich mein ganzes Leben noch nie so müde gefühlt hab wie in den letzten 2 Jahren? Den für Sonntag geplanten Ausflug inkl. längerer Autofahrt und total im Freien Liesen wir aber trotz wieder einigermassem fitten Kind sein, weil grottenschlechtes Wetter. Schade. Stattdessen gingen wir auf den Straßburger Ostermarkt. Viel war aber nicht geboten. Ein paar unechte Osterhasen sassen rum, die allesamt echt demotiviert wirkten. Vl. haben die gestreikt?.-) Machte aber nix, weil das Kind sowieso lieber auf allerlei Geländern rumbalancierte. Wuah. Käseplatte in einer ziemlich coolen „Kneipe“ gabs auch noch. Wenn man um einige Ecken herumgeht, findet man auch in Strasbourg coole Orte wo sich keine Touristen hinverirren.

Heute haben wir viel Zeit in einem Straßburger Park verbracht. Es gibt da allerlei Fantasiewelten. Total cool.

Und weil Mini heute nachmittag schon wieder nicht wusste wohin mit ihrer ganzen Energie machten wir dann noch einen Kurzausflug zu einem Indoorspielplatz. Unglaublich wie gut sie mittlerweile klettern kann. Macht mittlerweile echt Spass. Der Mann und ich sind ja  der Typ Eltern, die auf solche Sachen stehen. Mit ewigem Aufstapeln von Bauklötzen tu ich mich dafür manchmal echt schwer.  Es war aber wirklich nur ein kurzer Ausflug, weil das Kind zwar nicht mehr ansteckend aber halt doch noch nicht ganz fit ist.

Jedenfalls: es war ein wirklich schönes Familienwochenende. Leider zu kurz, und überhaupt nicht österlich, abgesehen von den vielen Ostergrüssen die wir bekommen haben:-O

Bäm. Also wenn Mini nächstes Jahr 3 ist bekommt sie richtige Ostern.

 

 

Tabuthema Psychologe

Im „wahrem“ Leben hab ich nicht vielen Menschen davon erzaehlt, aber auf dem Blog ist dass ja irgendwie was anderes. Weil anonym und so. Und sogar es hier aufzuschreiben find ich nicht ganz leicht.

Weil es in Deutschland leider immer noch ein Tabuthema ist. In Frankreich zwar nicht, aber eben in Deutschland.

Wer sagt schon gern Ich war beim Psychologen? Eben weil es ein Tabuthema ist. Weil viele dann wahrscheinlich denken, dass man in irgendeiner Weise verrueckt sein muss, total gestoert, eine ganz labile Seele oder was auch immer. Nicht der Norm entsprechend jedenfalls. Und schwach.

Jedenfalls: letzte Woche war ich zum allererstem Mal in meinem Leben beim Psychologen. Und ich bin nicht verrueckt. Zumindest nicht verrueckter als der normale Durchschnittsmensch.  Also echt jetzt.

In meinem Leben gab es zwei grosse Brueche. Zwei der mir wichtigsten und naehesten Menschen starben, zweimal riss es mir komplett den Boden unter den Fuessen weg und zweimal dachte ich, dass ich dass nicht ueberleben kann. Am Ende hab ich es doch ueberlebt. Weil die Zeit Wunden irgendwann doch heilt, wenn auch niemals ganz. Das Vermissen bleibt, das Leben teilt sich in ein „Vorher“/“Nachher“ und manchesmal reissen Wunden wieder auf. Klar.

Den dritten grossen Bruch hab ich dem Grossteil meiner eigenen Familie zu verdanken. Es ist noch gar nicht lang her und dieser Bruch hat mich letztendlich letzte Woche zum Psychologen gebracht.

Dabei geht es mir gut und die allermeiste Zeit bin ich wirklich  gluecklich.

Aber jeder schleppt eben seinen Ballast irgendwo mit, und manchmal funktioniert es nicht, immer nur an die schoenen Dinge zu denken.

Manchmal kann ich einfach nicht anders, als an meine Familie zu denken und ein bisschen wuetend zu sein.

Und was soll ich sagen? Es war gar nicht so komisch wie gedacht. Es gab leckeren heissen Tee. Und irgendwie war es angenehm jemand neutralem die 1001 Geschichten zu erzaehlen die es ueber meine Familie zu erzaehlen gibt;-) Es war viel weniger schwierig als gedacht.

Klar, ich war erst einmal da und kann noch gar nicht sagen, ob es mir nun letztendlich was bringt ueber die 1001 Geschichten zu reden oder nicht. Es ist auch nur eine Beratung und keine Therapie.

Dennoch bin ich froh, diesen Schritt gemacht zu haben. Weil mit jemandem neutralem reden manchesmal  gut sein kann. Es zeigt letztendlich keine Schwaeche, sondern macht staerker. Meistens zumindest, und vorrausgesetzt, man erwischt die richtige Person. Es gibt ja auch genug schwarze Schafe. Maeh.

In vielen anderen Laendern ist es schon vollkommen normal zum Psychologen zu gehen. In Deutschland leider nicht so. Dass macht es auch umso schwieriger, diesen Schritt zu machen, weil man dies oder dass denkt.

Vielleicht aendert sich dass in Deutschland ja auch noch eines Tages?

Wer weiss es schon.

In diesem Sinne, euch allen einen schoenen Sonntag.

 

 

 

 

 

 

Jobsuche mit Kleinkind

Um es kurz zu machen: zuerst mal lief es praktisch gar nicht.

Mini geht seit der zweiten Septemberwoche in die Krippe. Bis sie sich wirklich eingewoehnt hat vergingen locker 6-8 Wochen. Zwischenzeitlich war sie auch schon locker 4 Wochen krank, eher mehr. Irgendwie hofft man ja dass es beim eigenem Kind irgendwie anders ist und es nicht staendig krank wird, aber nunja. Waere ja auch zu einfach sonst, oder.

Ich fing an mich in Deutschland zu bewerben, weil der Weg tatsaechlich nicht weit ist. In meiner Branche fing ich erst gar nicht an zu suchen. Ohne Bereitschaft zu Ueberstunden und in Teilzeit kommt man da nicht weit. Bzw. erst gar nicht rein.

Macht aber nix, weil ich im Oktober sowieso eine Umschulung anfang, die so kinderfreundlich ausgelegt ist, dass das klappen muesste. Also hoffe ich.

Ich dachte deshalb einfach an irgendeinen „einfacheren“ Job oder wie immer man es nennen mag. Also bewarb ich mich. Auf manche Bewerbungen bekam ich einfach gar keine Reaktion, auf manche Absagen. Und einige Male wurde ich zum Gespraech eingeladen. Aber immer das gleiche. Entweder ueberqualifiziert oder auch hierfuer nicht flexibel genug. Und dann auch noch nur Teilzeit. Ja, was soll ich machen? Hexen vielleicht?  Ziemlich schnell stiess ich an die Grenzen von Vereinbarkeit von Beruf und Familie die in Deutschland ja angeblich gegeben ist. Denn Arbeitgeber moegen tendenziell halt einfach eher keine Muetter, erst Recht nicht Muetter von Kleinkindern. Oder vielleicht hat ihnen einfach meine Nase nicht gepasst? Oder meine Schuhe oder dies oder dass? Es wurde jedenfalls nix.

Ehrlicherweise muss ich aber zugeben, dass ich  nicht 100 Prozent fuer einen Job gekaempft hab. Die letzten 2 Jahre waren anstrengend, und auch ohne Job ist einfach immer was zu erledigen. Wahnsinn, wirklich. Aber jeder der selbst Kinder hat, weiss dass ja.

Gestoert hat es mich trotzdem. Auch wegen dem gesellschaftlichem Druck und so. Und dem Druck den man sich irgendwo selbst macht. Auch wenn man sich immer wieder vorsagt, dass es ok ist, einfach mal zu Hause zu sein. Aber wenn man dann Blogs von manch anderen Muettern liest oder manch anderer Mutter zuhoert, die kurz nach der Geburt ihres Kindes schon so wahnsinnig viel machen und scheinbar alles ganz easy peasy ist, kommen dennoch Fragen auf. Fragen wie Liegt es einfach an mir? Bin ich zu doof? Was mach ich falsch? Warum bin ich keine solche SuperWoman? Und dass sind nur die deutschen Muetter. Von den franzoesischen will ich gar nicht erst anfangen. Die arbeiten ja praktisch sofort wieder. Was mich aber eigentlich weniger unter Druck gesetzt hat, weil ich halt einfach keine Franzoesin bin;-)

Ich fuehl mich immer noch muede von den letzten 2 Jahren, aber trotzdem bin ich nicht dafuer gemacht, „nur“ zu Hause zu bleiben. Zu Hause bleiben stresst mich und irgendwie muss ich trotzdem einfach raus.

Jedenfalls bewarb ich mich dann in Frankreich. Ohne ueberhaupt viel darueber nachzudenken, wegen Sprache und so. Mit Kind hat man ja tendenziell eh kaum noch Zeit sich ueber irgendwas den Kopf zu zerbrechen.

Der Mann schrieb die Bewerbung fuer mich und uebersetzte meinen Lebenslauf. Ich schickte die Bewerbung ab und bekam eine Woche spaeter eine Einladung zum Gespraech.

Zugegebenermassen war ich vor dem Gespraech dann doch nervoes, aber irgendwie ist dass ja auch normal. Oder?!?

Ueber das Gespraech muss ich mal seperat schreiben. Aber: ich hab den Job bekommen. Wer haette dass gedacht? Ich eigentlich nicht. Ich freue mich sehr. Angst hab ich auch (ein bisschen). Wegen Sprache und so. Es sind auch nur 15 h pro Woche. 

Aber fuer mich reicht dass fuers erste. Ich hab ja auch noch Mini und den ganzen Rest und es ist nicht meine Sprache.

Ich bin jetzt ein kleines bisschen stolz auf mich, dass das geklappt hat. Noch vor einigen Monaten haette ich mich nicht im Traum in Frankreich beworben. Viel zu viel Angst und so. Und das Tollste ist, ich kann diesen Job sogar waehrend der Umschulung weitermachen. Vorrausgesetzt es klappt alles so wie ich es mir erhoffe. Man wird sehen.

 

 

3 Wochen Krippe

Bilanz: sehr gut.

Natuerlich ist (auch) diese Krippe nicht unfehlbar und perfekt, aber welche Krippe ist dass schon. Und welche Eltern sind dass schon?;-)

Eigentlich gibt es bisher nur eine Kleinigkeit die ich nicht so toll fand, naemlich das Mini staendig ohne Pullover im Garten herumturnt. Es ist zwar fuer die Jahreszeit noch echt warm, aber Mini ist eh schon ziemlich verrotzt.

Ansonsten macht auch vor dieser Krippe Personalknappheit nicht Halt. Trotz gutem Ruf fehlt Personal. Die einzig deutsche Erzieherin hat bis zum Monatsende gekuendigt, weil die Arbeitsbedingungen in Frankreich (noch) schlechter sind als in Deutschland und deshalb. Verstaendlich also, aber auch schade dass sie geht.

Ansonsten aber ist die Krippe echt gut. Trotz wenig Personal sind die Kinder viel draussen und toben herum. Es wird viel gesungen und gespielt, und das wichtigste, es ist immer jemand fuer die Kleinen da. Die Leitung mischt sich oft unter Kinder, Eltern und Personal. Das find ich gut. Und: Es gibt einen Koch, der jeden Tag frisch kocht. Was bin ich froh, denn kochen ist echt nicht meine Staerke:-D

Die Bezugserzieherin ist nicht sauer auf mich, gluecklicherweise. Die Arme hat irgendwelchen privaten Stress der nichts mit mir zu tun hat.

Und wie geht es Mini in der Krippe? Der Abschied faellt ihr nach wie vor schwer, aber wenn wir erstmal weg sind laeuft es gut. Manchmal besser, manchmal schlechter, aber alles in allem immer besser. Wenn wir sie abholen, wirkt sie jedesmal echt ausgeglichen und froehlich. Endlich mal mehr Action als zu Hause;-)  Ausserdem isst sie ploetzlich viel besser mit Besteck. Katastrophen nach wie vor nicht ausgeschlossen, aber trotzdem:-D Ich bin echt ueberzeugt, dass ihr die Krippe gut tut.

Und wie geht es den Eltern damit? Super, ehrlicherweise.

Bisher sind es nur 3 Stunden am Tag, aber fuer uns ist es eine Riesenentlastung. Nicht, dass wir in diesen 3 Stunden bisher einfach mal nichts gemacht haetten oder so.  Die Wohnung wurde endlich mal wieder in Schuss gebracht. Es gibt scheinbar endlos viel nachzuholen was in den letzten Monaten liegengeblieben ist. Gestern waren wir dann aber trotzdem Eis essen, nur der Mann und ich. Toll wars, so zu zweit:-D

Und sonst so? Gerade jetzt merk ich mal wieder dass man es (in Deutschland) als Mutter irgendwie sowieso immer falsch macht. Laesst man sein Kind vor dem 3. Lebensjahr nicht fremdbetreuen ist man eine (faule) Glucke, geht es in die Krippe ist man eine Rabenmutter und arbeitet man nur Teilzeit damit das Kind nicht ganztags in der Krippe ist ist man Rabenmutter und faul zugleich:-D Warum dann nicht gleich Vollzeit, nebenbei das Kind selbst betreuen und nachts den Haushalt schmeissen und am besten auch noch makellos ausehen? Also echt – manchmal regt mich dieses Thema auf:-O

Wie schoen dass in Frankreich das Wort Rabenmutter gar nicht erst existiert. Muetter leben hier tatsaechlich anders. Hier ist zwar auch nicht Leben wie Gott in Frankreich, aber zumindest stehen Muetter in Frankreich weit weniger unter Druck.

 

Zwangsprostitution in Frankreich/Deutschland

Wenn man hier um einige (viele) Ecken geht, kommt man zu einem bewaldetem Gebiet.

Mein Mann hat mich gleich am Anfang vor diesem Wald gewarnt. Er hatte von einem Bekanntem nichts gutes ueber diesen Wald gehoert und ich musste ihm versprechen, nicht dorthin zu gehen.

Irgendwann bin ich aber doch dort gelandet.  Es war ein warmer schoener Tag, es waren viele Menschen unterwegs, mit Hunden, mit Kindern, zum Sport. Da war nichts bedrohliches oder komisches an diesem Wald. Ich war dann also nicht nur einmal, sondern mehrmals da. Irgendwie war das Versprechen, nicht dorthin zu gehen, nicht mehr sehr praesent in meinem Kopf.

Gestern war kein schoenes Wetter, aber da der Hund ja trotzdem raus muss und das Kind quengelig war packte ich beide und wir gingen wieder zu diesem Wald.

Niemand da ausser uns und der Weg den wir normalerweise nehmen war wegen eines umgestuerzten Baumes gesperrt.

Wir nahmen einen anderen Weg und landeten unvermittelt direkt nach einer Kurve auf dem Zubringer zu einer Schnellstrasse. Und da standen 3 Prostituierte, alle mit weniger als mit nichts bekleidet, alle ganz offensichtlich sehr fertig, irgendwie unter Drogen und kaputt. Wir starrten einander ein paar Sekunden ziemlich bloed an. Irgendwann sagte eine No place for you .  No. Sorry. Ich war in diesem Moment so ueberrascht, dass mir nichts besseres einfiel und drehte um. Wir waren kaum um die Kurve rum als ich keine 15 Meter neben dem Weg eine weitere Prostituierte sah die gerade mit einem Freier beschaeftigt war. Bzw. andersrum. Ich wollte nur noch  weg. Da wo Zwangsprostitution ist ist meist der zugehoerige Zuhaelter nicht weit. Und geht es nicht meist her mit Drogen- und Waffenhandel?

Man weiss, dass es Menschenhandel und Zwangsprostitution in Europa gibt und das es wahrscheinlich viel oefter stattfindet, als wir alle es uns vorstellen koennen.

Man weiss, dass viele von diesen Frauen aus armen Laendern kommen, dass viele von einem besserem Leben traeumten, dachten sie wuerden als Bedienung, Kellnerin oder was auch immer arbeiten, aber nicht DASS. Oder sie wurden von der Familie verkauft, weil es einfach kein Geld mehr gab. Oder oder oder.

Hier gibt es einige Strassen, wie bestimmt in jeder Stadt. Es sind  immer Prostituierte da, bei Wind und Wetter. Jeder weiss dass es verboten ist. Die Polizei kommt manchmal und nimmt die Frauen mit. Dann ist eine Weile Ruhe. Aber letztendlich dauert es nie lange bis die Frauen wieder da sind.

Das ist einfach grausam und traurig. Das tut im Herzen weh. Wie gerne wuerde man diese Frauen retten, aber wie denn, wenn es nicht einmal die Polizei schafft. Und das mitten im „zivilisierten“ Europa. Man will gar nicht wissen, was fuer Maenner dass  sind die zu solchen armen Frauen gehen.