Ecole maternelle

Kinderfabrik

Also ich persönlich finde ja, dass die Ecole schon ein bisschen eine Kinderfabrik ist. Also eigentlich nicht nur ein bisschen, sondern ziemlich.

Viele viele viele Kinderhorden unterschiedlicher Altersstufen werden da durch die ganze Schule gelotst. Einzelne Klassen, Kinder die vor der Schule schon in der Gardenie abgegeben werden, Kinder die nach der Schule in der Gardenie bleiben, Kinder die in die Kantine oder raus gebracht werden und und und…

Es ist nämlich so: man kann sein Kind schon vor 8 in der Gardenie abgeben und nach der Schule weiter in der Gardenie betreuen lassen.
Es gibt auch zusätzlich Musikkurse, Sportkurse, Tanzkurse usw…für die man sein Kind anmelden kann.
Alles in allem ja sogar ganz praktisch irgendwo.
Man muss sein Kind dann nicht extrig irgendwo Hinkarren, dort warten und es wieder zurückfahren und man muss dann auch nicht Smalltalk mit irgendwelchen anderen Müttern machen wenn man nicht will. Falls man denn überhaupt sein Kind mit 3 schon zu irgendeinem Kurs anmeldet.

Es gibt dann also Kinder die von morgens vor 8 bis abends um 19 Uhr in der Ecole sind. Die leben da dann also praktisch und gehen nur zum Schlafen nach Hause. Im Extremfall. Vielleicht würden sie auch noch übernachten, gäbe es die Möglichkeit. 😉 In Frankreich teilweise normal, und viele Menschen haben wirklich nicht so die Möglichkeit weil sie einfach die Kohle ranschaffen müssen.
Aber zum grossen Teil sind es eher die Karriere Eltern die das machen, aber die gibts auch überall. Naja, wäre nicht meins aber muss ja jeder selbst wissen.

Zwischenzeitlich gab es einen Elternabend und da wurde dann erzählt was so gemacht wird.

Verschiedene Ateliers, freies Spielen, Gärtnern, Sport, Buchstaben „lernen“, Ausflüge usw…ja, Leistungsnachweise auch. Fand ich alles ok, nur trotzdem etwas skeptisch geblieben. Und Leistungsnachweise mit 3, whaaaat? Aber in denen steht nix negatives drin, also nicht sichtbar für die Kinder.

Fakt aber ist, dass mein Kind die Ecole liebt. Also echt liebt. Vielleicht weil es dort einfach mehr Struktur gibt als in der Creche. Nach einer Woche wollte sie schon mal da übernachten, ihre Erzieherin unbedingt nach Hause einladen und am nächsten Tag immer gleich wieder hin.

Und deshalb: dann doch sehr zufrieden mit der „Kinderfabrik“.

Nur deutsch bleibt irgendwie gerade auf der Strecke. Systemabsturz oder so. Plötzlich spricht das Kind grammatikalisch echt seltsam deutsch und spielt und denkt auf französisch. Tsssss.

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Schulkind

Mini gilt in Frankreich jetzt als „Schul“Kind. Puh.

Ehrlicherweise, ich war die erste Woche schon ein bisschen „schockiert“ vom französischem Schulsystem in diesem Alter.

Von den Freundinnen in der Heimatstadt hört man immer Geschichten, wie die Kinderlein mit 3 ganz langsam an den Kindergarten gewöhnt werden und plipla.

In der Ecole läuft das anders. Vor der Schule hängen Namenslisten aus auf denen dann steht in welches Klassenzimmer man sein Kind bringen muss.

Am ersten Tag durfte man 30 Minuten bleiben und dann ging die Tür hinter 30 heulenden 3-jährigen zu. Die machen das jedes Jahr so und obwohl sie das auch nicht lustig finden, haben sie es bisher jedes Jahr überlebt, sagen sie. Puh. Könnte man auch auf die sanfte Tour machen, finde ich. Aber auf mich hört ja keiner:-O

Die Ecole ist schon deutlich mehr auf Leistung aus, als ein deutscher Kindergarten. Mein ich zumindest, aber vielleicht kommt es mir auch nur so vor.

Sie machen da auf jeden Fall tolle Sachen, gärtnern, Tiere, Sport, verschiedene Ateliers usw. Buchstaben lernen sie auch schon, und überhaupt. Die machen die Kinder da sehr schnell selbstständig. Naja. Allerdings bleibt trotzdem noch genug Zeit zum spielen.

Ich bin ein bisschen hin und hergerissen. Klar finde ich es gut, wenn Kinder gefördert werden. Ich weiss nur noch nicht ob ich es nicht ein bisschen zu viel finde.

Aber das wird sich erst in den nächsten Wochen zeigen.

Mini ist bisher ganz zufrieden mit der Ecole. Trotzdem merk ich ihr an, dass es viel für sie ist und sie schon ein bisschen mitnimmt:-/

Mal sehen was die nächsten Wochen so bringen.

Grosse veränderung

Demnächst steht bei uns eine grosse Veränderung an.

Mini ist jetzt 3 Jahre alt und wechselt im September in die Ecole maternelle.

Das ist vor allem für sie, aber auch für uns eine ganz schöne Veränderung .

Neues Ding, neue Menschen, Wege und vor allem bedeutet es dass das Kind echt langsam gross wird.

Irgendwie gut, aber ein bisschen wehmütig kann man da schon werden.

In Frankreich gehen die Kinder ab meistens 3 in eine Art Vorschule. Im Prinzip ist das wohl nicht soooo viel anders als der Kindergarten in Deutschland nur mit ein bisschen mehr Programm und etwas strenger. Ich sehe dem ganzen gerade mit gemischten Gefühlen entgegen,also man wird sehen.😉

Wir, also eigentlich der mann (weil sein land sein bier) haben Mini bei verschiedenen ecole maternelle angemeldet (Riesen Berge Papier, Franzosen lieben papier) und wurden kürzlich von der ecole maternelle eingeladen die unser Favorit ist.

Wir sollten kommen und das Kind vorstellen. Graaa. Mini kann ja wirklich zuckersüß sein, aber eben auch ganz anders und momentan ist es Zuhause e.c.h.t. schwierig. So schwierig dass ich mir schon hin und wieder die Frage gestellt hab, ob ich bei dem Kind nicht einfach schon komplett versagt hab.🤔😉

Wir sahen dem Termin also ein bisschen verhalten entgegen, aber Mini hat sich 1 a verhalten. Sie ist nämlich schon noch echt schüchtern gegenüber ganz fremden, und deshalb…😀 hihi.

Wir haben ihr auch noch gar nicht ganz direkt gesagt dass sie ab September definitiv in die ecole maternelle kommt. Würde ihr nur Angst machen. Ich weiß jetzt schon dass es schwer wird. Aber ich irr mich gern😅

In ein paar Wochen kriegen wir dann Bescheid.