Enttaeuscht

BääÄÄM

Ich schrieb ja schon dass ich eigentlich nicht damit gerechnet hab, dass es letzten Monat mit einem Kind geklappt hat und ja, also nein. Hat es auch nicht.

Wusste ich, macht nix, koennte man meinen. Macht auch nichts. Aber es gibt immer ein Aber . O.d.e.r.? Das fiese ist naemlich, dass ich, genau wie bei Schwangerschaft Nr. 1. eine ganz kurze Zwischenblutung hatte. Und dann auch noch die Tage nicht nur einen, sondern einige Tage spaeter kamen. Passiert sonst nie.  Danke dafuer.

Klar macht man sich dann doch (ein bisschen) Gedanken.  Also ich zumindest. Fies, sag ich nur;-)

Letzendlich war ich dann doch enttaeuscht. Ich wusste bisher gar nicht, dass ich am liebsten j.e.t.z.t. ein 2. Kind haette;-)

Statt mich nun in 1. Linie auf Kind Nr. 2 zu freuen hab ich morgen „Probe arbeiten“ fuer einen Job den ich eigentlich gar nicht will. Es bringt nur einfach nix.

Den anderen Job hab ich naemlich gekuendigt weil es mir, bzw. uns einfach nichts brachte. Abgesehen von den vielen netten Menschen die ich kennenlernte und der Sprache. Und klar, es tat mir eindeutig gut wieder zu arbeiten.

Also man wird sehen.

Schade, dass ich gerade keine Bilder hochladen kann. Ich hab naemlich letztens eine super Postkarte entdeckt.

Auf der  Postkarte ist ein Einhorn und darunter steht „Auf dem Boden der Realitaet liegt eindeutig zu wenig Glitzer“ Ja, und genau so fuehle ich mich wenn ich an morgen denke;-O

Ich wuensch euch was.

 

 

 

 

 

 

 

 

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Kontaktabbruch

Du bist nicht mehr die gleiche. Diesen Satz hab ich im letzten Jahr ziemlich oft von meinem Mann gehoert. Und er hat Recht.

Meine Familie war noch nie perfekt – aber – trotz allem noch im Normbereich:-D Nach aussen hin sah die Fassade immer toll aus. Akademikerfamilie die sich oft trifft. Alle lieben sich. Plaplapla. Stimmte natuerlich sowieso nicht ganz. Diese Fassade begann in den letzten Jahren ganz schoen zu broeckeln und heutzutage ist sie praktisch nicht mehr existent.

In der Familie sah es noch nie so toll aus, wie es vielleicht nach aussen den Anschein hatte. Aber es betraf mich selbst nicht und ich ignorierte manches. Bloed, wenn ich heutzutage darueber nachdenke.

Dann war ich schwanger und wir beschlossen umzuziehen und die beiden Menschen, mit denen ich innerhalb der Familie am meisten zusammenhing, denen ich blind vertraute, die ich nie in Frage stellte und mit denen ich alles teilte liessen mich fallen wie einen heissen Stein. Sie liessen mich nicht nur fallen, sie begannen gegen mich zu hetzen. Es passierte viel zu viel und irgendwann gab es kein Zurueck mehr.

In den letzten 18 Monaten gab es  viele Traenen und noch mehr schlaflose Naechte wegen der beiden. Manchmal Albtraeume und staendige Fragezeichen ueber das Warum. Es belastete meine Ehe und manches Mal, wenn mein Kind heutzutage aus dem Nichts raus den X.ten Wutanfall an einem Tag hat frag ich mich insgeheim ob es daran liegt, dass ich praktisch die gesamte Schwangerschaft ueber fix und fertig mit den Nerven war.

Kuerzlich kam der Moment, den man auch den Tropfen auf den heissen Stein nennt, oder das Fass, dass nun endgueltig ueberlaeuft. Ich brach den Kontakt ab. Endgueltig. Offiziell.

Danach haette ich am liebsten erstmal 10 Tage einfach nur geschlafen, aber mein Kind liess mich natuerlich nicht:-D Also hatte ich tagelang Kopfschmerzen.

Man trifft so eine Entscheidung nicht leichtfertig. Man hoert nicht einfach auf Menschen zu lieben, auch wenn sie einem mehr wehgetan haben, als man es sich jemals vorstellen haette koennen. Man laesst sie nicht einfach so  los.

Aber irgendwann hat man keine Wahl mehr. Man zieht es durch, wohlwissend dass es keine perfekte, gute, sondern nur die bessere Loesung gibt. Mir geht es besser seitdem. Aber von gut bin ich weit entfernt. Ich hab 2 der wichtigsten Menschen in meinem Leben verloren.

Vielleicht waere es leichter, wenn sie nicht mit mir verwand waeren und ich gar nichts mehr sehen oder hoeren muesste. So funktioniert dass nicht ganz geradlinig. Zwangslaeufig hoer ich immer wieder was. Kuerzlich, ich war gerade mit einer Freundin in meiner Heimatstadt unterwegs, fuhr eine der beiden im Auto vorbei. Die andere sah ich auch aus der Entfernung. Es war schrecklich. Wie eine Wunde die jedesmal wieder von neuem aufreisst.

Ich weiss, dass  viel schlimmere Dinge auf der Welt passieren. Man muss nur Zeitung lesen oder den Radio oder den Fernseher einschalten. So what.

Es hat sogar was Positives: ich hab wirklich gemerkt, dass ich Freunde hab. Mir ging es zeitweise wirklich schlecht und sie waren immer fuer mich da. Und viele offene Arme fuer mein Kind.

Und ich glaube ich kann sagen, dass unsere Ehe wirklich stabil ist. Wir haben einen Umzug in ein  (fuer mich) fremdes Land ueberstanden, waren zeitweise wirklich komplett pleite, weil ploetzlich nichts mehr hin haute wie geplant, wir haben die Schwangerschaft ueberstanden, eine schwierige Geburt und sind seit bald 10 Monaten Eltern, und haben noch keine (nennenswerten:-D) Beziehungskrisen. Dabei heisst es doch immer, Kinder allein waeren Beziehungskiller Nummer 1 oder irgend sowas. Und noch dazu diese Geschichte. So viel Heulerei und blanke Nerven, obwohl ich frueher nie geheult hab.  Und er hielt alles aus:-D

Tja, und der Satz Menschen die man am meisten liebt koennen einen auch am meisten wehtun hat sich in meinem Leben leider bewahrheitet. Das ist halt eben so.