Familie und Beruf

Jobsuche mit Kleinkind

Um es kurz zu machen: zuerst mal lief es praktisch gar nicht.

Mini geht seit der zweiten Septemberwoche in die Krippe. Bis sie sich wirklich eingewoehnt hat vergingen locker 6-8 Wochen. Zwischenzeitlich war sie auch schon locker 4 Wochen krank, eher mehr. Irgendwie hofft man ja dass es beim eigenem Kind irgendwie anders ist und es nicht staendig krank wird, aber nunja. Waere ja auch zu einfach sonst, oder.

Ich fing an mich in Deutschland zu bewerben, weil der Weg tatsaechlich nicht weit ist. In meiner Branche fing ich erst gar nicht an zu suchen. Ohne Bereitschaft zu Ueberstunden und in Teilzeit kommt man da nicht weit. Bzw. erst gar nicht rein.

Macht aber nix, weil ich im Oktober sowieso eine Umschulung anfang, die so kinderfreundlich ausgelegt ist, dass das klappen muesste. Also hoffe ich.

Ich dachte deshalb einfach an irgendeinen „einfacheren“ Job oder wie immer man es nennen mag. Also bewarb ich mich. Auf manche Bewerbungen bekam ich einfach gar keine Reaktion, auf manche Absagen. Und einige Male wurde ich zum Gespraech eingeladen. Aber immer das gleiche. Entweder ueberqualifiziert oder auch hierfuer nicht flexibel genug. Und dann auch noch nur Teilzeit. Ja, was soll ich machen? Hexen vielleicht?  Ziemlich schnell stiess ich an die Grenzen von Vereinbarkeit von Beruf und Familie die in Deutschland ja angeblich gegeben ist. Denn Arbeitgeber moegen tendenziell halt einfach eher keine Muetter, erst Recht nicht Muetter von Kleinkindern. Oder vielleicht hat ihnen einfach meine Nase nicht gepasst? Oder meine Schuhe oder dies oder dass? Es wurde jedenfalls nix.

Ehrlicherweise muss ich aber zugeben, dass ich  nicht 100 Prozent fuer einen Job gekaempft hab. Die letzten 2 Jahre waren anstrengend, und auch ohne Job ist einfach immer was zu erledigen. Wahnsinn, wirklich. Aber jeder der selbst Kinder hat, weiss dass ja.

Gestoert hat es mich trotzdem. Auch wegen dem gesellschaftlichem Druck und so. Und dem Druck den man sich irgendwo selbst macht. Auch wenn man sich immer wieder vorsagt, dass es ok ist, einfach mal zu Hause zu sein. Aber wenn man dann Blogs von manch anderen Muettern liest oder manch anderer Mutter zuhoert, die kurz nach der Geburt ihres Kindes schon so wahnsinnig viel machen und scheinbar alles ganz easy peasy ist, kommen dennoch Fragen auf. Fragen wie Liegt es einfach an mir? Bin ich zu doof? Was mach ich falsch? Warum bin ich keine solche SuperWoman? Und dass sind nur die deutschen Muetter. Von den franzoesischen will ich gar nicht erst anfangen. Die arbeiten ja praktisch sofort wieder. Was mich aber eigentlich weniger unter Druck gesetzt hat, weil ich halt einfach keine Franzoesin bin;-)

Ich fuehl mich immer noch muede von den letzten 2 Jahren, aber trotzdem bin ich nicht dafuer gemacht, „nur“ zu Hause zu bleiben. Zu Hause bleiben stresst mich und irgendwie muss ich trotzdem einfach raus.

Jedenfalls bewarb ich mich dann in Frankreich. Ohne ueberhaupt viel darueber nachzudenken, wegen Sprache und so. Mit Kind hat man ja tendenziell eh kaum noch Zeit sich ueber irgendwas den Kopf zu zerbrechen.

Der Mann schrieb die Bewerbung fuer mich und uebersetzte meinen Lebenslauf. Ich schickte die Bewerbung ab und bekam eine Woche spaeter eine Einladung zum Gespraech.

Zugegebenermassen war ich vor dem Gespraech dann doch nervoes, aber irgendwie ist dass ja auch normal. Oder?!?

Ueber das Gespraech muss ich mal seperat schreiben. Aber: ich hab den Job bekommen. Wer haette dass gedacht? Ich eigentlich nicht. Ich freue mich sehr. Angst hab ich auch (ein bisschen). Wegen Sprache und so. Es sind auch nur 15 h pro Woche. 

Aber fuer mich reicht dass fuers erste. Ich hab ja auch noch Mini und den ganzen Rest und es ist nicht meine Sprache.

Ich bin jetzt ein kleines bisschen stolz auf mich, dass das geklappt hat. Noch vor einigen Monaten haette ich mich nicht im Traum in Frankreich beworben. Viel zu viel Angst und so. Und das Tollste ist, ich kann diesen Job sogar waehrend der Umschulung weitermachen. Vorrausgesetzt es klappt alles so wie ich es mir erhoffe. Man wird sehen.