finden

Die Suche nach dem geeignetem Kindermaedchen:-/

Schon vor einiger Zeit haben der Mann und ich entschieden, dass es einfach nichts hilft. Wir brauchen ein Kindermaechen.

In letzter Zeit wurde immer offensichtlicher, dass wir irgendwas machen muessen. Wir sind beide immer muede, beide immer irgendwie gestresst, irgendwie ist immer Chaos…der uebliche Wahnsinn wuerde ich sagen. Dazu der Umzug, der viele Papierkram, der laengst gemacht sein muesste und der leider auch nicht weniger kompliziert wird, wenn irgendwie 2 Laender im Spiel sind. Soviel zu Europa:-O

Eine Bekannte empfahl uns eine franzoesische Seite auf der Kindermaedchen vermittelt werden. Bei ihr hatte das wunderbar funktioniert. Also meldeten wir uns auch auf dieser Seite an und bekamen gleich einige Zuschriften. So weit so gut.

Wir suchten einige raus und  verabredeten uns mit zwei von ihnen in der Stadt. Nicht gleichzeitig versteht sich:-D Die eine erschien gar nicht. Supi. Die andere war uns sofort sympathisch, sie brachte Zertifikate und Lebenslauf mit und kam super mit Mini zurecht. Also machten wir ein Treffen bei uns zu Hause aus. Einen Abend vorher bekamen wir eine Nachricht von ihr, dass sie uns gerne sprechen wuerde, sobald wir die Nachricht lesen. Der Mann rief an. Sie traegt eigentlich ein Kopftuch, ob uns dass stoert? Viele sagen ihr Nein und deshalb, pla pla. Naja. Haette sie uns gleich sagen koennen, finde ich. Aber dass das in heutigen Zeiten nicht immer einfach ist ist auch verstaendlich. Wir haben nichts gegen das Kopftuch und wundern uns trotzdem ein bisschen weil der Mann findet, dass sie sich am Telefon komisch angehoert hat.

Das Treffen und ein anderes finden statt, sie ist nett, puenklich und kommt wirklich super mit Mini zurecht. Generell finde ich es ein bisschen schwierig, gerade wenn die Kleinen noch s.o. klein sind, sie einer einzelnen fremden Person anzuvertrauen. Sie koennen nicht sagen, wenn irgendwas war, was nicht sein sollte. Aber gut. Ich konnte mir wirklich guten Gewissens vorstellen, Mini mit diesem Maedchen irgendwann allein zu lassen.

Ich wollte ihr beim letzten Mal schon ihr Geld geben, aber nein, beim naechsten Mal schlug sie vor. Das naechste Mal war eigentlich heute. Am 14. Juli. Ehrlicherweise dachte ich gar nicht daran, dass heute der 14. Juli und in Frankreich somit grosser Feiertag ist. Sie sagte auch nichts, ausser dass sie immer Zeit hat. Wir waren also fuer 15 Uhr verabredet und sie tauchte nicht auf.  Es kam auch keine Sms oder Whatsapp oder irgendwas. Haette sie mir vorher abgesagt oder gleich gesagt, dass wegen  14. Juli und pla…ich haette vollstes Verstaendnis gehabt.

Aber so hat es  Es hat mich angepisst. Ziemlich sogar. Der Mann musste heute trotz 14. Juli aus den verschiedensten Gruenden trotzdem den ganzen Tag arbeiten. Haette ich gewusst, dass sie nicht kommt, haette ich mich anders organisiert. Nicht dass ich viel gemacht haette. Mini ist fertig von den Zaehnen und gerade irgendwie sehr knatschig. Ich bin leicht erkaeltet. Aber ich haette den Tag trotzdem irgendwie anders gestaltet. So hab ich die Wohnung geputzt, weil ich ja dachte, das Kindermaedchen kommt, und hab alles genau darauf getimt dass Mini um 15 Uhr ausgeschlafen ist und gegessen hat. Und waehrend Mini geschlafen hat hab ich mich nicht aufs Sofa gelegt und gechillt wie sonst manchmal, sondern, wie gesagt, die Wohnung aufgeraeumt und einer Freundin am Telefon erzaehlt wie toll doch das Kindermaedchen ist, dass letztendlich dann nicht auftauchte.

Supi. Letzentlich hat mich das kurzzeitig echt aus der Fassung gebracht. Waere Mini nicht da gewesen, haette ich mit ziemlicher Sicherheit geheult.

Waeren wir in der Heimatstadt und waere alles nicht so wie es jetzt ist haetten wir ganz einfach gar kein Kindermaedchen gebraucht. Hier ist alles so viel schwieriger. Manchmal hab ich eine Heidenangst, dass Mini eventuell in der Heimatstadt das gluecklichere Leben haette. Immer dann wenn ich schlechte Momente hab und a.l.l.e.s. in Frage stelle. Kein schoenes Gefuehl. Aber es vergeht dann auch immer wieder und ich glaube, dass ist normal.

Ja und 2 Stunden nachdem wir eigentlich verabredet waren, klingelte dann das Kindermaedchen bei uns an der Tuer. Ich weiss dass weil wir in einem neuem Gebaeude wohnen, in dem der Eigangsbereich gefilmt wird, was echt verrueckt ist.

Jedenfalls hab ich nicht geoeffnet. Irgendwie kindisch, aber ich war einfach fertig und genervt und hatte keine Lust auf irgendeine bloede Ausrede die auch nichts mehr daran geaendert haette, dass wir uns sowieso jemand anderen suchen muessen. Wer gibt schon das eigene Kind jemandem auf den man sich nicht 100 % verlassen kann.

Also beginnt die Suche aufs Neue und es aergert mich dass wir mit dieser einen nun so viel Zeit fuer nichts verloren haben:-( Wir haben grad eh nie genug Zeit, irgendwie.

Und jetzt ist Sommer. Frankreich steht im Sommer still, keiner da. Alle im Urlaub. Wahrscheinlich wird das nix vor September:-( Naja.

 

Die Sache mit den Freunden

Vor 2 Tagen war ich kurzzeitig wirklich depremiert.

Allein die Tatsache, dass meine Schwaegerin gerade aus Paris da ist und natuerlich mein Kind hielten mich davon ab mich einfach ins Bett zu legen und zu heulen.

Vor dem Umzug hatten mich alle gewarnt, dass es nicht leicht sein wuerde, neue Freunde zu finden. Aber ich war recht optimistisch gewesen. Ich hatte immer schnell Anschluss gefunden, und, so dachte ich (zumindest)  mit einem Kind duerfte es ja kein Problem sein.

Es gibt ja schliesslich eine ganze Bandbreite an Kursen die man mit Baby machen kann. Ehrlicherweise muss ich dazu sagen, machte ich diese Kurse alle auf deutscher Seite. Also genau der falsche Weg um sich in einem fremden Land zu integrieren.

Aber (ging mir zumindest so) mit Baby braucht es schon eine gute Organisation um von A nach B zu kommen, bei B auch noch puenktlich zu erscheinen und das moeglichst mit einem Kind dass einigermassen ausgeschlafen und satt ist. Das kann schon mal in „Stress“ ausarten:-D Deshalb entschied ich fuer mich, dass ich mir nicht auch noch den Stress antun wuerde, dass ganze dann in einer anderen Sprache zu machen.

Jedenfalls: ich dachte ich wuerde bei einem dieser Kurse auf jeden Fall eine Mutter finden mit der ich auf einer Wellenlaenge liegen wuerde. Aber dass war nicht so.

Ich fand mich wieder zwischen lauter anderen Muettern die alle ganz nett sind und dennoch nicht viel mit meiner Welt gemeinsam haben. Bzw. habe ich nicht viel mit deren Welt gemein.

Ich fuehlte mich da oft irgendwie fehl am Platz: Stundenlanges Zusammensitzen. Mei, ist K. aber gewachsen. Och, ist I. suess. Oh, sie kann sich schon drehen. Sie macht dass aber toll. TOLL. Ja Wahnsinn. Bist du aber ein Suesser. Was, sie isst schon Brei. Welchen. Kochst du selbst. Wie macht ihr das mit Schlafen. Stillen. Das beste fuer das Kind. Geburt. Kaiserschnitt. Krankenhaus. Impfungen. Usw…

Seltsamerweise red ich mit meinen (ebenfalls nicht mehr kinderlosen ) Freundinnen in meiner Heimatstadt oft die gleichen Themen. Aber irgendwie auf andere Weise. Nicht so ernst und nicht so dramatisch und nicht ausschliesslich.

In diesen Gruppen hatte ich oft das Gefuehl irgendeinem Vergleich zu unterliegen, von dem ich nicht mal wusste. Nicht nur ich, sondern vor allem auch das Kind. Was, sie kann dass schon? Ui. Und dass noch nicht? Ich hatte dort zeitweise das Gefuehl, mich staendig irgendwie rechtfertigen zu muessen ohne ueberhaupt nur zu wissen, wofuer.

 

 

Aus einem dieser Kurse entstand trotzdem eine Whatappgruppe. Anfangs schrieb ich noch mit, aber irgendwann liess ich es dann bleiben. Bewunderswert, wieviel diese Frauen sich hin und herschreiben. Ich haette die Zeit gar nicht und ich hab auch nicht staendig mein Smartphone zur Hand. Als dann eines der Kinder Durchfall hatte, und ein Bild davon rumgeschickt wurde, welches ich zufaellig direkt zum Mittagessen oeffnete wusste ich, dass dass hier einfach nicht meine Welt ist:-D

Vielleicht hatte ich halt auch einfach kein Glueck. Denn bestimmt finden sich manches Mal auch Frauen die eher sind wie ich in Kursen wie diesen.

Aber allgemein denke ich, ist es heutzutage nicht mehr so leicht, neue Freunde zu finden. Woran liegt dass? Am Alter? Mentalitaet? Allgemein an der heutigen Zeit, daran dass sich manches Mal mehr in der virtuellen Welt bewegt wird, als in der realen?

Nun gehen mein Kind und ich eben 2 Mal die Woche in eine Spielgruppe. Es ist ganz ok dort. Die Frauen sind ganz alle ganz nett.

Aber den Plan dort eine neue Freundin zu finden, habe ich aufgegeben. Und dass ist auch okay.

Wir leben ja auch ohnehin nur 2 Jahre hier und so lerne ich nun  noch mehr den Freundeskreis den ich zu Hause hab schaetzen. Und immerhin haben wir hier einige Bekannte.

Eine Freundin formulierte es so.„Vl. ist es mit Freundinnen so wie bei der Partnersuche. Wenn man auf der Suche ist, findet man nicht. Vl. sollte man einfach sein Leben leben und die Augen offen halten. Dann findet man. „

Und so seh ich dass nun auch. Wir machen das Beste aus diesen 2 Jahren und nehmen alles mit was wir kriegen koennen. Und vielleicht, vielleicht kommt ja doch noch irgendwann eine Mutter her, oder irgendwer anders, mit dem ich mich anfreunde. Das waere schoen. Und wenn nicht, ist es auch okay.