Frankreich

Kinderfabrik

Also ich persönlich finde ja, dass die Ecole schon ein bisschen eine Kinderfabrik ist. Also eigentlich nicht nur ein bisschen, sondern ziemlich.

Viele viele viele Kinderhorden unterschiedlicher Altersstufen werden da durch die ganze Schule gelotst. Einzelne Klassen, Kinder die vor der Schule schon in der Gardenie abgegeben werden, Kinder die nach der Schule in der Gardenie bleiben, Kinder die in die Kantine oder raus gebracht werden und und und…

Es ist nämlich so: man kann sein Kind schon vor 8 in der Gardenie abgeben und nach der Schule weiter in der Gardenie betreuen lassen.
Es gibt auch zusätzlich Musikkurse, Sportkurse, Tanzkurse usw…für die man sein Kind anmelden kann.
Alles in allem ja sogar ganz praktisch irgendwo.
Man muss sein Kind dann nicht extrig irgendwo Hinkarren, dort warten und es wieder zurückfahren und man muss dann auch nicht Smalltalk mit irgendwelchen anderen Müttern machen wenn man nicht will. Falls man denn überhaupt sein Kind mit 3 schon zu irgendeinem Kurs anmeldet.

Es gibt dann also Kinder die von morgens vor 8 bis abends um 19 Uhr in der Ecole sind. Die leben da dann also praktisch und gehen nur zum Schlafen nach Hause. Im Extremfall. Vielleicht würden sie auch noch übernachten, gäbe es die Möglichkeit. 😉 In Frankreich teilweise normal, und viele Menschen haben wirklich nicht so die Möglichkeit weil sie einfach die Kohle ranschaffen müssen.
Aber zum grossen Teil sind es eher die Karriere Eltern die das machen, aber die gibts auch überall. Naja, wäre nicht meins aber muss ja jeder selbst wissen.

Zwischenzeitlich gab es einen Elternabend und da wurde dann erzählt was so gemacht wird.

Verschiedene Ateliers, freies Spielen, Gärtnern, Sport, Buchstaben „lernen“, Ausflüge usw…ja, Leistungsnachweise auch. Fand ich alles ok, nur trotzdem etwas skeptisch geblieben. Und Leistungsnachweise mit 3, whaaaat? Aber in denen steht nix negatives drin, also nicht sichtbar für die Kinder.

Fakt aber ist, dass mein Kind die Ecole liebt. Also echt liebt. Vielleicht weil es dort einfach mehr Struktur gibt als in der Creche. Nach einer Woche wollte sie schon mal da übernachten, ihre Erzieherin unbedingt nach Hause einladen und am nächsten Tag immer gleich wieder hin.

Und deshalb: dann doch sehr zufrieden mit der „Kinderfabrik“.

Nur deutsch bleibt irgendwie gerade auf der Strecke. Systemabsturz oder so. Plötzlich spricht das Kind grammatikalisch echt seltsam deutsch und spielt und denkt auf französisch. Tsssss.

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Schulkind

Mini gilt in Frankreich jetzt als „Schul“Kind. Puh.

Ehrlicherweise, ich war die erste Woche schon ein bisschen „schockiert“ vom französischem Schulsystem in diesem Alter.

Von den Freundinnen in der Heimatstadt hört man immer Geschichten, wie die Kinderlein mit 3 ganz langsam an den Kindergarten gewöhnt werden und plipla.

In der Ecole läuft das anders. Vor der Schule hängen Namenslisten aus auf denen dann steht in welches Klassenzimmer man sein Kind bringen muss.

Am ersten Tag durfte man 30 Minuten bleiben und dann ging die Tür hinter 30 heulenden 3-jährigen zu. Die machen das jedes Jahr so und obwohl sie das auch nicht lustig finden, haben sie es bisher jedes Jahr überlebt, sagen sie. Puh. Könnte man auch auf die sanfte Tour machen, finde ich. Aber auf mich hört ja keiner:-O

Die Ecole ist schon deutlich mehr auf Leistung aus, als ein deutscher Kindergarten. Mein ich zumindest, aber vielleicht kommt es mir auch nur so vor.

Sie machen da auf jeden Fall tolle Sachen, gärtnern, Tiere, Sport, verschiedene Ateliers usw. Buchstaben lernen sie auch schon, und überhaupt. Die machen die Kinder da sehr schnell selbstständig. Naja. Allerdings bleibt trotzdem noch genug Zeit zum spielen.

Ich bin ein bisschen hin und hergerissen. Klar finde ich es gut, wenn Kinder gefördert werden. Ich weiss nur noch nicht ob ich es nicht ein bisschen zu viel finde.

Aber das wird sich erst in den nächsten Wochen zeigen.

Mini ist bisher ganz zufrieden mit der Ecole. Trotzdem merk ich ihr an, dass es viel für sie ist und sie schon ein bisschen mitnimmt:-/

Mal sehen was die nächsten Wochen so bringen.

Punkts GEburt

Eigentlich wollte ich gar nichts über die Geburt vom Punkt schreiben.
Aber ich hab selbst immer sehr gern Geburtsberichte gelesen, und ja, man vergisst. Echt schnell. Und ich werd es bestimmt gar nicht aufschreiben, wenn nicht hier;-)

Ich war mir ja fast sicher, dass der Punkt nicht einfach von allein auf die Welt kommen würde. Es fühlte sich einfach nicht so an, und die grosse Schwester hatte sich ja auch ein paar Tage länger Zeit gelassen.

Klar, ich wollte natürlich eigentlich nicht, dass es auf eine Einleitung oder einen Kaiserschnitt rausläuft. Man hört ja viel und merkt sich meistens eher die weniger schönen Sachen,-) Ganz heimlich hab ich aber doch ein kleines kleines bisschen auf einen Kaiserschnitt gehofft. Weil eine Geburt ist ja auch nicht unbedingt ein Spaziergang, Ausland, 1. Geburt noch im Kopf, generelle Verkorkstest und nunja:-D

Aber ein paar Tage vor dem errechneten Termin bin ich früh morgens in der Badewanne gelandet. Mir war übel. Richtig übel. Ich hab gegoogelt ob dass ein Zeichen sein kann, dass die Geburt losgehen kann und ja, es kann. Ohhhh ohhhhh ohhhh. Ich schwankte irgendwas zwischen Vorfreude auf das Kind und Panik, weil wtf, ich kann dass nicht und bereit bin ich schon mal gar nicht. Und. ich. will. jetzt. nicht. ins. Krankenhaus.

Nach dem Frühstück, bei dem ich den anderen nur zugesehen hab begann es dann zu bluten und da war auch Schleim. Genau so hat es bei Kind Nummer 1 angefangen. Graaa.

Mini ging dann in die Creche und der Mann und ich noch ein paar Kleinigkeiten einkaufen. Dass hat bei uns irgendwie Tradition, dass haben wir bei Geburt 1 auch gemacht;-)

Dann lag ich einfach auf dem Sofa. Irgendwann kam da auch ein bisschen Flüssigkeit. Und komischerweise wurde ich wieder fast ein bisschen ruhig.

Irgendwann kam Mini wieder und kurz danach die Hebamme. Es war noch kein Fruchtwasser, sagte sie. Aber ob sie ein bisschen „nachhelfen oder es ankurbeln“ dürfte und ob wir jemand hätten der auf Mini aufpassen würde. Hatten wir. „Sicher, sicher“, sagte ich lächelnd und innerlich dachte ich „Hilfeeeee, ich hab Aaaaangst.“

Irgendwann war die liebe Hebamme dann wieder weg und ich spielte ein bisschen mit Mini rum. Am allerliebsten hätte ich sie stundenlang einfach nur umarmt. Es war unsere letzte Zeit vor dieser Riesenveränderung und mir war mulmig, wegen Krankenhaus usw. Ich hätte heulen können.

Es wurde Abend, Mini ging schlafen und da kam immer mehr Wasser. Ich konnte dass nicht mehr ignorieren. Wenn viel Wasser kommt, Wehen, viel Blut oder generell unsicher ins Krankenhaus , hatte die Hebamme gesagt und der Fall war nun eingetreten. Ich hätte wirklich heulen können. Obwohl ich mich natürlich auf den Punkt freute.

45 Minuten später wurden wir dann von einer Hebamme empfangen, die ich einfach nur blöd fand, aber wahrscheinlich hätte ich in dieser Situation jede Hebamme blöd gefunden:-D

Ich hatte die ersten paar leichten Wehen, aber nicht sehr oft. Die Hebamme schrieb ein CTG. Dem Punkt ging s gut. Diesmal war es Fruchtwasser, sagte sie. In diesem Moment platzte die Fruchtblase dann auch ganz und klatschte ihr direkt vor die Füsse, der Armen:-D Der Muttermund war erst bei 3 cm und sie sagte wir sollen in ein Zimmer gehen und schlafen. Für mich war an Schlaf jetzt überhaupt nicht zu denken und ich fand die Hebamme einfach nur blöd. Ich bettelte um eine PDA, die ich nicht bekam. Klar. War ja tatsächlich noch viel zu früh in diesem Moment:-D Aber ich hätte die Hebamme auf den Mond schiessen können.

Kaum waren wir im Zimmer kamen die Wehen dann tatsächlich von 0 auf 100. Echt schnell und echt heftig und innerhalb kürzester Zeit fühlte ich mich wieder, wie beim 1. Mal wie eine aufgespießte Kuh am Hacken. Schrecklich. Ich schimpfte echt ziemlich auf die Hebamme und der Mann wurde ein bisschen blass, weil er Angst hatte, dass die vielleicht an der Tür lauscht und es hören kann und auch noch deutsch Versteht. Was für ein Quatsch. Ich schickte den Mann wieder nach einer PDA fragen und er kam mit einer Spasfon zurück. Ein Witz, weil Spasfon für kleine Krämpfe geeignet ist wenn man während der Schwangerschaft ein bisschen Bauchkrämpfe hat.

40 Minuten später konnte ich wirklich nicht mehr und wir kamen zurück in den Kreissaal. Die Hebamme war ziemlich überrascht. Ohhhh Ohhh, dass ging aber schnell, sagte sie. Muttermund bei 8 cm. Ganz so wie ich es mag. Wie im Bilderbuch. Jetzt müssen wir uns beeilen mit der PDA, eigentlich ist es schon fast zu spät. Sie schaffen dass auch so. Ich muss ziemlich gekreischt haben, denn ich wollte diesmal unbedingt eine PDA. Ich hatte echt ein bisschen Panik, obwohl ich nicht besonders schmerzempfindlich bin. Echt nicht.

Die Hebamme hat das dann verstanden und Druck gemacht und als dann ein paar Minuten später endlich der Typ für die PDA kam, hätte ich den am allerliebsten umarmt. Ging aber nicht, weil Wehenschmerzen einfach echt der Hammer sind. Und Panik machts nur noch schlimmer.

Die Spritze in den Rücken war gar nichts im Vergleich zu den Wehen und die PDA hat tatsächlich echt sofort gewirkt. WAs für eine Erlösung, echt. Man merkt die Wehen tatsächlich nicht mehr. Geht los, super. Das Kind kommt innerhalb der nächsten paar Minuten Wie Ichs mag, sagte die Hebamme. Plötzlich waren da 2 Fussstützen wie bei so einem schrecklichen Frauenarztstuhl und da kamen meine Beine rein. Auf Wiedersehen, letzte Intimität;-0
In Frankreich wird wohl einfach kein grosses Trara um irgendwelche Geburtspositionen gemacht. Zumindest hört man dass so und bei mir war das auch keine Frage. War aber auch egal, weil ich mich sowieso nicht rühren wollte.

Ich war so dermassen erleichtert, dass das mit der PDA noch geklappt hat. Dieser abartige Druck nach unten bleibt aber. Man fühlt sich schon ein bisschen als würde man platzen. Graaa. Mir fiel meine Freundin ein, die mir doch erzählt hatte, dass eine Geburt mit PDA wie ein Spaziergang wäre. Haha. Aber egal, die Wehen waren weg. Die Hebamme sagte mir wann ich drücken soll, der Mann hielt meinen Kopf plötzlich war da eine 2. Frau, ich drückte noch einmal, die andere Frau sagte Begrüssen Sie ihr Kind und plötzlich war da der Punkt, schaute mich ernst an und landete dann auf meinem Bauch. Es hatte tatsächlich nur noch ein paar Minuten gedauert.

Und er schrie und war gesund und alles war echt anders als bei Mini. Und dafür bin ich Wirklich sehr sehr sehr dankbar.

Ich fand die Geburt irgendwie schrecklich, weil diese Schmerzen aber im Nachhinein hat tatsächlich alles einfach nur geklappt. Der Punkt war nach knappen 2 Stunden da. Gesund.

Der Mann hat dann noch den Vogel abgeschossen, weil er sämtliche Klamotten für den Punkt vergessen hat und es im Krankenhaus eigentlich nix zum Anziehen für Kinder gibt und als der Arzt der eigentlich zur Geburt schon hätte da sein sollen und es nicht mehr geschafft hat zum Nähen kam hab ich tatsächlich fast sämtliche Französischkenntnisse vergessen gehabt,,,aber egal. Punkt gesund, ich gesund. Dafür bin ich echt dankbar.

5 Monate punkt

Der Punkt ist jetzt 5 Monate alt und hat schon so gar nichts mehr von einem Säugling.

Der Punkt dreht sich mittlerweile beidseitig und perfektioniert das immer mehr (Wutanfälle inbegriffen😅), hat seine Füße für sich entdeckt und will ständig stehen und vor allem sitzen. Man will ja slles mitkriegen, klar. Ich denk da merkt man auch einfach dass er das 2. Kind ist.

Er schaut sich einfach vieles von seiner Schwester und anderen Kindern ab, und, an dieser stelle muss ich Mini echt loben: die ist eine super grosse Schwester die vorsichtig mit dem Punkt umgeht und viel mit ihm spielt. Finde ich cool, und vor allem der Punkt. Ich kann da meistens nicht mithalten😜

Ansonsten ist der Punkt ziemlich unerschrocken. Er kriegt nicht mal angst wenn Minis lievlingserzieherin ihn durch die halbe creche schleift und den Kindern vorstellt.😂 ausser einmal…Da wars dann doch zu viel.

Ansonsten ist der Punkt eigentlich ein echtes strahlekind. Zu goldig.

Nur zur zeit ist es etwas anstrengend…der Punkt bekommt glaube ich Zähne und ist mitten im 19.Wochenschub der ja wochenlang dauern kann. Das ist dann schon viel für mich in Kombination mit Minis trotzphase und führt hin und wieder zu echt blanken nerven

Von durchschlafen hält der Punkt auch nix mehr. Er landet spätestens um 4 uhr morgens bei mir im Bett und geht da auch nicht mehr weg, entweder weil er sich weigert oder weil ich einschlaf bevor ich es probiert hab. Am liebsten beißt er sich dann fest wie ein Haifisch und dann schlafen wir weiter. Mit Unterbrechungen. 😜

Ich kann mich nicht so ganz entscheiden was ich davon halten soll. Weil einerseits schön und süß und andrerseits…Hallo?

Der Mann frägt schon immer wieder wann ich denn endlich mit dem stillen aufhör. In Frankreich gibts das kaum und ehrlicherweise hätte ich selbst nicht gedacht dass ich das so lang mach.

Aber ist halt gesund und praktisch und irgendwie sogar auch schön.

Bei Kind Nr. 1 ist das ja leider echt schief gegangen und gefühlt hab ich mich einfach nur wie eine kuh👻

Grosse veränderung

Demnächst steht bei uns eine grosse Veränderung an.

Mini ist jetzt 3 Jahre alt und wechselt im September in die Ecole maternelle.

Das ist vor allem für sie, aber auch für uns eine ganz schöne Veränderung .

Neues Ding, neue Menschen, Wege und vor allem bedeutet es dass das Kind echt langsam gross wird.

Irgendwie gut, aber ein bisschen wehmütig kann man da schon werden.

In Frankreich gehen die Kinder ab meistens 3 in eine Art Vorschule. Im Prinzip ist das wohl nicht soooo viel anders als der Kindergarten in Deutschland nur mit ein bisschen mehr Programm und etwas strenger. Ich sehe dem ganzen gerade mit gemischten Gefühlen entgegen,also man wird sehen.😉

Wir, also eigentlich der mann (weil sein land sein bier) haben Mini bei verschiedenen ecole maternelle angemeldet (Riesen Berge Papier, Franzosen lieben papier) und wurden kürzlich von der ecole maternelle eingeladen die unser Favorit ist.

Wir sollten kommen und das Kind vorstellen. Graaa. Mini kann ja wirklich zuckersüß sein, aber eben auch ganz anders und momentan ist es Zuhause e.c.h.t. schwierig. So schwierig dass ich mir schon hin und wieder die Frage gestellt hab, ob ich bei dem Kind nicht einfach schon komplett versagt hab.🤔😉

Wir sahen dem Termin also ein bisschen verhalten entgegen, aber Mini hat sich 1 a verhalten. Sie ist nämlich schon noch echt schüchtern gegenüber ganz fremden, und deshalb…😀 hihi.

Wir haben ihr auch noch gar nicht ganz direkt gesagt dass sie ab September definitiv in die ecole maternelle kommt. Würde ihr nur Angst machen. Ich weiß jetzt schon dass es schwer wird. Aber ich irr mich gern😅

In ein paar Wochen kriegen wir dann Bescheid.

Schwangerschaft in frankreich

Kind Nr. 1 ist in Deutschland auf die Welt gekommen. Alle kontrolltermine waren in Deutschland, und was soll ich sagen, ich hatte mit der Ärztin wirklich Pech. So richtig richtig Pech. Das die gute kalt wie Stein war war noch das geringste Problem.

Bei Schwangerschaft Nr. 2 hab ich mich für Frankreich entschieden, obwohl mir das manchmal angst gemacht hat. Trotzdem fremdes Land und so…hilfeeee😛

Aber wir wohnen jetzt ja hier, wie doof wäre dass denn sonst?

Und letztendlich hab ich es wirklich nicht bereut, weil die Betreuung bei Schwangerschaft 2 deutlich besser war als bei Schwangerschaft 1.

Einfach weil der Arzt sich viel mehr Zeit genommen hat und einfach seine Arbeit gemacht hat, sozusagen.

Er hat nicht aUS kostengründen oder Faulheit oder beidem Dinge nicht abgeklärt.

Ich hab nichts von hebammenmangel bemerkt. Im Gegenteil manchmal war es sogar (fast) zuviel. Aufgrund deren Vorgeschichte waren sie ständig bei mir Zuhause.
Der Vorteil aber war dass die Wohnung dadurch immer einigermaßen aussah und ich französisch üben konnte😜

Es wird generell mehr kontrolliert wie in Deutschland.

Blut und pipi zb jeden Monat. Allerdings nicht beim Arzt selber sondern im einem unabhängigen Labor.

Man muss bei jedem arztbesuch zahlen und bekommt das Geld später wieder.

Man bekommt keinen MutterPass sondern einen kleinen Karton auf dem alles wichtige drauf steht. Die einzelnen Blätter die man bei jedem arztbesuch bekommt kann man dann irgendwo abheften oder ablegen. Ideal für ordnungsliebende wie mich.😛

Graaaa…AndereS land

In Frankreich läuft so manches anders als in Deutschland.

Beim Arzt zum beispiel. Man gibt auch wie in Deutschland seine krankenversicherungskarte (Carte vitale) ab. Aber im Gegensatz zu Deutschland muss man beim Arzt immer einen bestimmten Anteil zahlen. Für die Geburt vom Punkt bspw. Mussten wir 300 Euro zahlen. Man bekommt dann eine Rechnung mit der genauen kostenaufstellung was bei so einer Geburt wieviel kostet. Eigentlich ganz interessant. Ein bisschen Papierkram später bekomm man einen teil wieder zurückerstattet. Ich finde das schon ein bisschen kompliziert, dieses System. Also echt.

Wenn man mit Rezept in die Apotheke geht muss man auch erstmal einen teil selber zahlen. Wenn man seine Carte vitale vorlegt bekommt man aber einen grossen Teil zurückerstattet.

Jedenfalls: ich war kürzlich in einer Apotheke Medikamente holen, weil irgendwas ist immer, sozusagen.😉 und musste 60 Euro zahlen. Das hat mich schon ein bisschen überrascht, weil Medikamente in Frankreich ja eigentlich günstig sind. Zumindest günstiger als in deutschland😉

Jedenfalls: ich bin zur zeit ja schon echt ein bisschen total müde und ein kleines bisschen angeschlagen und irgendwie funktioniert. Mein Hirn einfach gerade langsamer.

Deshalb fiel mir auch erst viel später ein, dass man das Geld ja nur wieder kriegt wenn man die Carte vitale vorlegt. Hab ich nicht gemacht und deren Typ hat nix gesagt. Tjaaqha.

Graaaaha.

Geburt und Co.

Tsss, eigentlich hab ich gestern schon mal darüber geschrieben, aber der Text ist irgendwie unwiderbringlich einfach verschollen. Wuah.

Kürzlich hatte ich wieder einen KontrollTermin beim Frauenarzt. Ich bin ja schon ein bisschen stolz auf mich, dass ich sowas mittlerweile schaff. Es funktioniert ohne den Mann sogar besser als mit ihm. Einfach weil tendenziell mehr mit ihm geredet wird als mit mir wenn er da ist. Und weil es auch nicht so prickelnd ist, auf den Stuhl zu müssen wenn er da ist. Klar, er schaut da nicht direkt hin und war ja eh schon bei der 1. Geburt dabei, aber trotzdem.😉

Jedenfalls: dem „punkt“ geht es gut, dass ist ja sowieso das wichtigste. Allerdings sind einige werte ziemlich Grenzwertig. Bei Mini muss es damals ähnlich gewesen sein, nur mit dem Unterschied das die Ärztin in Deutschland nicht hingeschaut hat. Blöde kuh😣

Auf jeden Fall wird nun eben noch engmaschiger kontrolliert als eh schon. Wenn alles so bleibt, wird der Punkt einige Tage vor dem deutschen Termin geholt, ewig warten kann man nämlich nicht mehr. Vielleicht, und dass wäre wohl das beste, entscheidet er sich einfach dazu früher auf die Welt zu kommen.😄

Ich bin echt erleichtert. Der fa war echt nett und ich fühle mich wirklich sicherer weil er die Dinge im Blick behält und so ganz anders ist als die Fa in Deutschland. Und so kommt es nun eben wie es kommt: entweder der Punkt kommt ein bisschen früher oder halt auch nicht und wird dann geholt. Damit kann ich leben.

Das bedeutet dann also, dass wir in spätestens 5 Wochen wieder Eltern werden.

Ich kann es noch gar nicht glauben, also jetzt mal echt nicht.😄

Ich freue mich riesig, klar. Aber ein bisschen Angst hab ich auch. Wie eird es wohl werden, mit zwei Kindern?

Fremdbetreuung Kinder Frankreich/Deutschland

Man hört ja oft, dass Frankreich Deutschland in Sachen Fremdbetreuung weit voraus ist. Das Mütter schneller und einfacher in den Job zurückkommen und überhaupt, dass die Franzosen den Deutschen in Sachen Kinder weit voraus sind.
Deshalb machen die Franzosen ja dann wohl auch deutlich mehr Kinder. Ooooder?

Ich lebe jetzt schon eine ganze Weile zwischen diesen 2 Kulturen und unterschiedlichen Systemen, und ja, es stimmt.

Die französischen Mütter arbeiten eigentlich (fast) ausnahmslos alle.

Und ich gebe es zu, manchmal bin ich schon ein bisschen neidisch. Denn im Leben französischer Mütter scheint sich (gefühlt) viel weniger geändert zu haben als im Leben der meisten deutschen Mütter. Manchmal, wenn ich die französischen Mütter seh, die ihre Kinder morgens im Businessoutfit in die Creche bringen, perfekt gestylt, das Telefon am Ohr und scheinbar längst wieder im alten Leben angekommen, ja, dann will ich manchmal einen kurzen Moment mit ihnen tauschen. Weil ihr Alltag nicht (vor allem) aus Trotzanfälle, Phasen und Kinderthemen besteht. Und ja, manchmal frage ich mich auch wie sie dass machen, mit dem Vollzeitjob, dem Haushalt, der ja auch irgendwann gemacht werden muss, und dem Kind, dass zumindest Abends, Nachts und am Wochenende zu hause ist.

(Die meisten) französischen Kinder verbringen ihre Tage ab einem Alter von 3 Monaten (oft) ganztägig in der Creche. Manchmal mit einer Eingewöhnung von nur 1 Woche, weil für mehr einfach nicht die Zeit ist. Ganztägig heisst aber nicht von 8-16 Uhr, sondern oft auch von 7:30 bis 18 Uhr oder 18:30. Wenn Kinder krank sind, sind sie trotzdem (oft) in der Creche, einfach weil Ärzte nur sehr ungern krankschreiben. So funktioniert das System nämlich nicht. Für die HFM_Krankheit, Bronchitis oder Mittelohrentzündung oder auch einer Kombination aus mehreren dieser Krankheiten gibt es bspw. keine Krankmeldung, egal wie fertig das Kind ist oder ob es andere anstecken wird. Medikamente werden einfach mit in die Krippe gebracht.

In der französischen Sprache gibt es das Wort „Rabenmutter“ nicht. Keiner wird einer Frau Vorwürfe machen, weil sie ihr Kind ganztägig abgibt und Karriere macht. Keiner spricht darüber, ob es für so kleine Kinder „gut“ ist, so dermassen viel fremdbetreut zu sein, oder ob es (manche) Mütter nicht mehr stresst als dass es ihnen guttut so schnell wieder zurück in den Job zu kommen. So funktioniert eben einfach die Kultur und das System. Eine Frau, die längere Zeit zu Hause bleibt, wird als „nicht normal“ oder „faul“ angesehen. Klar gibt es Ausnahmen, und klar gibt es Mütter, die ihre Kinder länger zu Hause lassen, weil sie es sich leisten können und so wollen, aber im Grossen und Ganzen funktioniert so das System.

Vor kurzem stand ein noch sehr kleines Kind schreiend an der Eingangstür an der Krippe und weinte nach seiner Mutter, morgens um 8. Es tat mir echt leid. Am selben Abend kamen wir nochmal zufällig an der Krippe vorbei, nach 18 Uhr. Da holte der Vater dieses Kind gerade ab.

Und das sind dann wieder die Momente in denen ich kein bisschen mehr neidisch bin, denn das würde ich weder für mich und vor allem nicht für mein Kind wollen. Weil ich einfach finde, dass so kleine Kinder für so viele Stunden am Tag eigentlich nichts in einer Krippe zu suchen haben. Ganz unabhängig davon, wie gut die Krippe ist. Und ich für mich auch noch was von meinem Kind haben will.

Ssw 34

Wow. Irgendwie kaum zu fassen, dass es fast schon das Ende ist.

Manchmal fällt mir ein, dass es wohl die letzte Schwangerschaft ist, und dass ich es doch bitte geniessen soll, aber ich geb es zu – es fällt mir schwer;-) Obwohl es natürlich schön ist, Nr. 2 zu spüren. Er ist auch echt unglaublich aktiv, ich bin gespannt, wie dass dann wird wenn er auf der Welt ist:-)

Jedenfalls: es geht mir deutlich besser als die vorherige Woche, wahrscheinlich einfach weil ich das Tempo heruntergeschraubt hab.
Zwischenzeitlich bin ich einfach ziemlich schwanger und schnell erschöpft.

Wenn ich mich viel bewege, fängt der Bauch ziemlich an zu ziehen und inzwischen drückt es auch ganz schön nach unten, wenn ich laufe. Puh.

Ausserdem hab ich seit einigen Tagen wieder Rückenschmerzen, und irgendwie auch Schmerzen im Schambein. Keine Ahnung ob ich das bei Mini damals auch hatte?! Man vergisst tatsächlich schnell. Irgendwie fühlt es sich seit kurzem auch an, als würde der Bauch irgendwie brennen. Jaaaha, verrückt ich weiss…:-DOOOOO Ich würde ja sagen, ich hab längst Vorsehen, aber auf dem CTG ist nichts zu sehen.

Ansonsten fühl ich mich gerade Walfischen jeder Art sehr nahe. Der Bauch wächst und wächst, und alles wird immer schwerfälliger. Ich komm nur noch seitlich hoch, aufstehen fällt mir generell schwer, ich bin ziemlich kurzatmig und ich seh meine Füsse längst nicht mehr.

Zwischenzeitlich hab ich auch wieder angefangen den Bauch einzucremen und tadaaa, die Schwangerschaftsstreifen sind zurück. Ich hätte es lassen sollen;-) Naja. Ich fühle mich also sowohl Walfischen als auch Zebras sehr nahe.

Schlafen tu ich auch viel schlechter. Ich bin ja ein Rückenschläfer, aber dass geht gar nicht mehr. Seitlich schlafen ist deutlich schwieriger, oder aber ich wach in der Nacht von irgendwelchen Krämpfen im Bein wieder auf, oder ich bin einfach so hellwach, oder ich muss zum Pinkeln, oder ich hab Albträume. Gerade in letzter Zeit waren 2 dabei die echt heftig waren:-O Aber ist halt so.

Ansonsten ist mein Eisenwert aber wieder im Normbereich, dass ist gut. Wenn ich Schwangerschaft 1 in Deutschland mit Schwangerschaft 2 in Frankreich vergleich, kann ich schon echt sagen dass ich in Frankreich deutlich besser betreut bin. Auch wenn es manchmal mit den vielen Kontrollen fast etwas viel ist.

Am Dienstag hab ich ein Beratungstermin beim Frauenarzt. Ich wusste es nicht, aber die Geschichte mit der Komplikation macht mir schon echt zu schaffen. Die Vorstellung, einfach wieder zu warten bis das Kind von alleine kommt macht mir Angst. Es ist nicht die Geburt an sich.

Am Besten wäre es doch einfach, der Kleine hätte es ein bisschen eilig, und kommt einfach 1-2 Wochen im Voraus.

Naja, mal sehen.

Alles in allem bin ich generell froh, wenn mein Bauch wieder mir gehört. Irgendwann mal möchte ich mich gern mal wieder als Frau fühlen, und nicht als Walfisch;-)