Heimatstadt

Wochenende 22/23. Juli ohne bilder🌏🌎🌍

Irgendwie hab ich gerade das Bedürfnis,  Wochenenden aufzuschreiben und so irgendwie festzuhalten. In gewisser Weise zumindest😉 denn die Zeit einfach mal kurz anhalten wenn es besonders schön ist kann man ja leider nicht.

Wir hatten aber auch Glück,  der Mann hatte schon am Freitag frei und so hatten wir sogar einen tag mehr.

Wir sind seeeehr früh aufgestanden damit wir schon um Punkt 7 am Labor sein konnten. Blutabnahme für Nr.  2. In Frankreich muss man dafür nämlich ins Labor.  Mini wurde derweil von einem älterem Ehepaar bespasst. Danach machten wir uns auf den weg in Richtung Heimatstadt und wir hatten doppeltes Glück.  Kein Stau trotz viel Verkehr und das Kind schlief bis kurz vor der Heimatstadt, also fast bis Mittag.  Unglaublich. 😀 so eine entspannte fahrt hatten wir ewig nicht mehr. 🚘

Nachmittags waren wir mIT den grosseltern im Biergarten. Das war echt schön und auch ein bisschen traurig. Die grosseltern werden einfach immer älter und älter und älter und ich würde die Momente mit ihnen am liebsten festhalten.

Abends war ich mit der besten Freundin Pizza essen. Nur wir beide. Man glaubt nicht wie gut das manchmal tut.  Nur wir beide, keine Männer,  keine Kinder.  Endlich mal wieder quatschen und einfach gaaaaanz in Ruhe essen und ein kleines bisschen über die Männer lästern😃

Am Samstag haben wir fast den ganzen tag mit meiner Mutter,  deren mann, dem geschwisterlein und den grosseltern verbracht. Zuerst hier und da und dann auch in einem Biergarten.  Biergärten fehlen in Frankreich einfach, also echt.  Die zeit mit der Familie war wirklich echt schön, und ich fand es gar nicht mehr s.o.o.o. schlimm, dass es nur noch die halbe Familie ist. Es gab da auch einen Spielplatz und Mini hatte sichtlich Spaß. Sie war ja auch der Star an diesem Tag.

😉

Abends war ich mit dem besten freund in unserer früheren stammkneipe. Alte Zeiten und so.😀 wir haben wirklich eine zeit lang viel viel viel zeit in dieser Kneipe verbracht. Damals waren wir beide Singles und hatten noch s.o. V. I.e.l. Zeit ohne es zu wissen😀

Am Sonntag war ich mit Mini und der einen Freundin plus Kind frühstücken und nachmittags mit der anderen Freundin plus deren Kind und Mini unterwegs. Die grosseltern haben wir auch noch gesehen.

Und abends mussten wir dann schon wieder zurück. Nach besuchen in der Heimatstadt bin ich meistens ein bisschen ko, aber bisher hat sich das fast immer gelohnt.

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Wenn man plötzlich alles in Frage stellt…

Auswandern ist nicht nur Sonne, Strand, Palmen und Meer. Es bedeutet nicht, dass man den ganzen Tag Cocktails schlurfend in einer Hängematte liegt und sich des Lebens erfreut. Man weiss dass.

Ich wusste es. Naja, gut – eventuell dachte ich es wäre ein bisschen so. Also nicht mit Palmen und allem drum und dran. Aber ich dachte, glaubte, hoffte es wäre irgendwie leichter.

Der Mann und ich waren immer schon viel im Ausland. Monate, Jahre. Es gibt einige Ecken auf der Welt, die mir wirklich ans Herz gewachsen sind. Orte in Afrika, Orte in Asien, eine bestimmte Region in Italien und ein bisschen auch Kanada.

Dann zogen wir ins Elsass. Aber nicht weil uns diese Region irgendwie sehr am Herzen lag oder wir schon immer davon geträumt haben, mal im Elsass zu leben. Ehrlich gesagt kannte ich das Elsass kaum. Es war in aller erster Linie eine berufliche Entscheidung die uns hierhergebracht hat. Und klar, das Elsass ist schon toll, wenn einer aus Deutschland kommt und der andere aus Frankreich. Denn keiner muss wirklich auf „sein“ Land verzichten. Man kann einfach hin- und herspringen, in Deutschland zum Einkaufen gehen oder auch in Frankreich. Ganz wie man will. Und auch für Kinder ist dass toll. Sie wachsen einfach in beiden Welten auf.

Die ersten Monate im Elsass waren eine ziemliche Katastrophe. Denn das mit dem Job vom Mann funktionierte nicht so, wie es sollte. Ziemlich viel ging schief, und da standen wir dann. Als frischgebackene Eltern ein Traum;-)

Und auch das mit den neuen Freunden dauerte. Ich dachte nämlich mit kleinem Kind findet man sofort 1001 neue Freunde. Aber nein. Weil ich nämlich nicht die Mutter bin, die Stundenlang in einer Gruppe zusammensitzen und über Stilleinlagen und Co. sprechen kann.

Aber letztlich wandte sich doch alles zum Guten. Der Mann steht beruflich nun sogar besser da als zuvor und wir haben Freunde gefunden. Wir haben uns im Elsass eingelebt. Also alles supi, oder?

Ja. Aber kürzlich passierte es mir trotzdem, dass ich plötzlich alles wieder komplett in Frage stellte. So richtig komplett. Ich wollte zurück in die Heimatstadt, am allerliebsten sofort. Evtl. waren auch ein bisschen meine Hormone daran Schuld:-) Aber letztendlich kennt dieses Gefühl wohl fast jeder, der nicht mehr da lebt wo er herkommt und verwurzelt ist.

Manchmal will man einfach w.e.g.

Die eine Freundin, mit der wir hier sehr viel machen, war den ganzen Monat nicht da. Das war irgendwie doof. Besuch aus der Heimatstadt war da. Wir waren in der Heimatstadt. Und was soll man sagen. Die Freunde aus der Heimatstadt bleiben eben die einen Freunde. Die Heimatstadt bleibt die Heimatstadt.

Und auch wenn ich das Elsass mag und die Vorteile hier wirklich wirklich schätze und eigentlich wirklich zufrieden bin. Elsass ist mir bis heute nicht ans Herz gewachsen. Obwohl Strasbourg eine tolle Stadt ist. Obwohl der Schwarzwald und die Vogesen direkt ums Eck sind und. und. und. Vielleicht mag ich einfach die Alpen lieber. Und den Bayrischen Wald. Vielleicht ist mir das Elsass einfach zu deutsch, zu sauber, zu geordnet und die Dörfer zu herausgeputzt. Die elsässische Kultur interessiert mich einfach nicht. Wuhuuu.

Ich weiss es nicht.

Mittlerweile haben sich meine am liebsten sofort Fluchtgedanken wieder gelegt. Vielleicht liegt es daran, dass ich meine Hormone wieder im Griff hab;-) Oder dass die eine Freundin wieder da ist. Oder an unserem Bald-Urlaub.

Aber eines ist ganz sicher: wir werden nicht unser ganzes Leben im Elsass verbringen.