Kontaktabbruch

Kontaktabbruch III

Kuerzlich war ich ja  bezueglich des Kontaktabbruchs an Punkt 0 angekommen. Ich dachte ich ertrag es nicht mehr.

Irgendwann verschwand dieses Gefuehl wieder und zurueck blieben all die Gefuehle die davor auch schon da waren: Wut, Enttaeuschung und Traurigkeit.

Und dann sah ich X. Das erste Mal seit langem aus der Naehe.

Sie sah nicht aus wie die boese Person, die mich so dermassen fertig gemacht hat. Sie sah aus wie ein Mensch der wirklich leidet und dem es ganz offensichtlich nicht gut geht. Sie sah nicht aus wie andere in ihrem Alter, sondern einfach nur leer und sehr traurig. Wie jemand der sein Kreuz wirklich traegt.

Und mir fiel wieder ein was viele mir all die Zeit immer wieder gesagt haben. X leidet unter dieser Situation viel mehr als du. Sie handelt nicht aus Boshaftigkeit so, sondern weil sie dich nicht verlieren will. Und genau deshalb hat sie dich letztendlich verloren.

Zum ersten Mal seit langer Zeit war ich nicht mehr wuetend, sondern irgendwie schockiert. Es ist so offensichtlich das X Hilfe braucht.

Schon damals, als das Drama anfing, war offensichtlich das etwas nicht stimmt. Ich hab ihr damals viele Haende gereicht, aber letztendlich hat sie meine Hand nicht genommen. Meine Mutter hat es auch versucht und wurde dafuer von X Mutter  nieder gemacht.

X braucht keine Hilfe. X geht es naemlich gut. Die boese … hat X fertig gemacht. Man muss X vor der boesen … beschuetzen.

Aber letztendlich ist es genau andersrum. Man muss X nicht vor mir beschuetzen, sondern vor ihrer Mutter. Da sind so viele Fehler die X Mutter in der Vergangenheit gemacht hat. Fehler, die noch heute Nachwirkungen haben. Wuerde X sich mit der Vergangenheit beschaeftigen, wuerde immer offensichtlicher werden, dass alles mit diesen Fehlern zusammenhaengt. Deshalb soll X nicht in der Vergangenheit graben.

Jeder in der Familie weiss dass, aber keiner sagt was, hoechstens heimlich. Familienfrieden ueber alles ist das Motto. X zahlt die Rechnung dafuer, dass ihre Mutter weiterhin in Frieden leben kann. Und ich letztendlich auch.

Eigentlich muesste ich keine Seifenopern mehr schauen, weil meine Familie eine einzige grosse Seifenoper ist:-O

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Kontaktabbruch II

Kürzlich brach ich ja den Kontakt zu den 2 Menschen aus der Familie ab, die mir am nächsten waren und denen ich am meisten vertraute.

Es war klar, dass es nicht einfach werden würde. Wir gehören weiterhin zur gleichen Familie. Davor kann man nicht weglaufen.

Aber es ging mir gut mit dieser Entscheidung. So gut wie es einem eben nach einer solchen Entscheidung gehen kann.

Bis gestern. Gestern war Breakdown. Ich hätte einfach nur noch heulen können. Zur Zeit verbring ich ein paar Tage in der Heimatstadt und es lief irgendwie schon von Anfang an darauf hinaus, dass ich irgendwann an diesem Punkt ankommen würde. Dabei war  alles gut. Zeit mit Freunden. Zeit mit der Familie. Aber dann sagt jemand was über X oder Y und es trifft mich. X und Y machen Dinge so, dass ich sie mitbekommen muss. Dinge, die mich treffen. X und Y intregieren weiterhin gegen mich.

Und dann war es irgendwann da, das Gedankenkarussell. . Meine Familie bemüht sich sehr. Sie lieben mich und Mini und Minis Papa. Sie machen viel für uns und wenn wir hier sind wird sich sehr gekümmert. Sie sind auf meiner Seite. Aber beschützt hat mich trotzdem niemand. Alle haben schweigend zugesehen, wie alles nur immer schlimmer wurde und ich immer fertiger war. Selbst als Mini auf die Welt kam, hat keiner die beiden gepackt und gesagt dass es reicht. So ist meine Familie. Man schweigt. Probleme werden nicht thematisiert und ich bin nicht die erste die darunter leidet.

Es verletzt mich, dass X und Y mich so kaputt machen konnten und niemand irgendwas sagte. Dass X und Y alle Feiertage hier verbringen und ich und Mini und Minis Papa alleine feiern. Oder bei Freunden. Mini wird keine grossen Familienfeste erleben und nicht so aufwachsen wie ich. Das macht mich am meisten fertig.

Diese Familienfeste sind doch eh total bescheuert sagt der Teil der Familie der seit Jahren allein feiert. Ja, dass mag sein. Aber es ist immer noch was anderes ob man die Entscheidung nicht hinzugehen freiwillig trifft  oder ob man keine Wahl mehr hat. Du hast doch uns. Leb dein Leben und lass die einfach. Du. hast. uns. sagen meine Freunde. Dass weiss ich. Und ich bin dafür unendlich dankbar. Ich bin immer für dich da. Du hast mich und Mini und wir lieben dich. Wir sind jetzt eine eigene Familie sagt mein Mann und ich liebe ihn noch mehr weil er wirklich immer für mich da ist und ich ihn und Mini über alles lieb.

Ich weiss dass alles. Das wir jetzt eine eigene Familie sind und dass ich meine Freunde hab und dass ich mein Leben leben muss. Aber manchmal fühl ich mich einfach dermassen kaputt. Gestern kam der Punkt an dem ich dachte, ich könnte es nicht mehr ertragen weiterhin von X und Y zu hören. Einen kurzen Moment dachte ich ernsthaft darüber nach, den Kontakt zur ganzen Familie abzubrechen, damit es endlich aufhört. Aber am Ende würde ich Menschen, die ich liebe verletzen und verlieren. Das will ich auch nicht.

Und jetzt? Ich weiss es nicht. Mein eigenes Leben leben. Irgendwann heilen Wunden, hoffentlich.

 

 

Kontaktabbruch

Du bist nicht mehr die gleiche. Diesen Satz hab ich im letzten Jahr ziemlich oft von meinem Mann gehoert. Und er hat Recht.

Meine Familie war noch nie perfekt – aber – trotz allem noch im Normbereich:-D Nach aussen hin sah die Fassade immer toll aus. Akademikerfamilie die sich oft trifft. Alle lieben sich. Plaplapla. Stimmte natuerlich sowieso nicht ganz. Diese Fassade begann in den letzten Jahren ganz schoen zu broeckeln und heutzutage ist sie praktisch nicht mehr existent.

In der Familie sah es noch nie so toll aus, wie es vielleicht nach aussen den Anschein hatte. Aber es betraf mich selbst nicht und ich ignorierte manches. Bloed, wenn ich heutzutage darueber nachdenke.

Dann war ich schwanger und wir beschlossen umzuziehen und die beiden Menschen, mit denen ich innerhalb der Familie am meisten zusammenhing, denen ich blind vertraute, die ich nie in Frage stellte und mit denen ich alles teilte liessen mich fallen wie einen heissen Stein. Sie liessen mich nicht nur fallen, sie begannen gegen mich zu hetzen. Es passierte viel zu viel und irgendwann gab es kein Zurueck mehr.

In den letzten 18 Monaten gab es  viele Traenen und noch mehr schlaflose Naechte wegen der beiden. Manchmal Albtraeume und staendige Fragezeichen ueber das Warum. Es belastete meine Ehe und manches Mal, wenn mein Kind heutzutage aus dem Nichts raus den X.ten Wutanfall an einem Tag hat frag ich mich insgeheim ob es daran liegt, dass ich praktisch die gesamte Schwangerschaft ueber fix und fertig mit den Nerven war.

Kuerzlich kam der Moment, den man auch den Tropfen auf den heissen Stein nennt, oder das Fass, dass nun endgueltig ueberlaeuft. Ich brach den Kontakt ab. Endgueltig. Offiziell.

Danach haette ich am liebsten erstmal 10 Tage einfach nur geschlafen, aber mein Kind liess mich natuerlich nicht:-D Also hatte ich tagelang Kopfschmerzen.

Man trifft so eine Entscheidung nicht leichtfertig. Man hoert nicht einfach auf Menschen zu lieben, auch wenn sie einem mehr wehgetan haben, als man es sich jemals vorstellen haette koennen. Man laesst sie nicht einfach so  los.

Aber irgendwann hat man keine Wahl mehr. Man zieht es durch, wohlwissend dass es keine perfekte, gute, sondern nur die bessere Loesung gibt. Mir geht es besser seitdem. Aber von gut bin ich weit entfernt. Ich hab 2 der wichtigsten Menschen in meinem Leben verloren.

Vielleicht waere es leichter, wenn sie nicht mit mir verwand waeren und ich gar nichts mehr sehen oder hoeren muesste. So funktioniert dass nicht ganz geradlinig. Zwangslaeufig hoer ich immer wieder was. Kuerzlich, ich war gerade mit einer Freundin in meiner Heimatstadt unterwegs, fuhr eine der beiden im Auto vorbei. Die andere sah ich auch aus der Entfernung. Es war schrecklich. Wie eine Wunde die jedesmal wieder von neuem aufreisst.

Ich weiss, dass  viel schlimmere Dinge auf der Welt passieren. Man muss nur Zeitung lesen oder den Radio oder den Fernseher einschalten. So what.

Es hat sogar was Positives: ich hab wirklich gemerkt, dass ich Freunde hab. Mir ging es zeitweise wirklich schlecht und sie waren immer fuer mich da. Und viele offene Arme fuer mein Kind.

Und ich glaube ich kann sagen, dass unsere Ehe wirklich stabil ist. Wir haben einen Umzug in ein  (fuer mich) fremdes Land ueberstanden, waren zeitweise wirklich komplett pleite, weil ploetzlich nichts mehr hin haute wie geplant, wir haben die Schwangerschaft ueberstanden, eine schwierige Geburt und sind seit bald 10 Monaten Eltern, und haben noch keine (nennenswerten:-D) Beziehungskrisen. Dabei heisst es doch immer, Kinder allein waeren Beziehungskiller Nummer 1 oder irgend sowas. Und noch dazu diese Geschichte. So viel Heulerei und blanke Nerven, obwohl ich frueher nie geheult hab.  Und er hielt alles aus:-D

Tja, und der Satz Menschen die man am meisten liebt koennen einen auch am meisten wehtun hat sich in meinem Leben leider bewahrheitet. Das ist halt eben so.