Muettertreff

Die Sache mit den Freunden

Vor 2 Tagen war ich kurzzeitig wirklich depremiert.

Allein die Tatsache, dass meine Schwaegerin gerade aus Paris da ist und natuerlich mein Kind hielten mich davon ab mich einfach ins Bett zu legen und zu heulen.

Vor dem Umzug hatten mich alle gewarnt, dass es nicht leicht sein wuerde, neue Freunde zu finden. Aber ich war recht optimistisch gewesen. Ich hatte immer schnell Anschluss gefunden, und, so dachte ich (zumindest)  mit einem Kind duerfte es ja kein Problem sein.

Es gibt ja schliesslich eine ganze Bandbreite an Kursen die man mit Baby machen kann. Ehrlicherweise muss ich dazu sagen, machte ich diese Kurse alle auf deutscher Seite. Also genau der falsche Weg um sich in einem fremden Land zu integrieren.

Aber (ging mir zumindest so) mit Baby braucht es schon eine gute Organisation um von A nach B zu kommen, bei B auch noch puenktlich zu erscheinen und das moeglichst mit einem Kind dass einigermassen ausgeschlafen und satt ist. Das kann schon mal in „Stress“ ausarten:-D Deshalb entschied ich fuer mich, dass ich mir nicht auch noch den Stress antun wuerde, dass ganze dann in einer anderen Sprache zu machen.

Jedenfalls: ich dachte ich wuerde bei einem dieser Kurse auf jeden Fall eine Mutter finden mit der ich auf einer Wellenlaenge liegen wuerde. Aber dass war nicht so.

Ich fand mich wieder zwischen lauter anderen Muettern die alle ganz nett sind und dennoch nicht viel mit meiner Welt gemeinsam haben. Bzw. habe ich nicht viel mit deren Welt gemein.

Ich fuehlte mich da oft irgendwie fehl am Platz: Stundenlanges Zusammensitzen. Mei, ist K. aber gewachsen. Och, ist I. suess. Oh, sie kann sich schon drehen. Sie macht dass aber toll. TOLL. Ja Wahnsinn. Bist du aber ein Suesser. Was, sie isst schon Brei. Welchen. Kochst du selbst. Wie macht ihr das mit Schlafen. Stillen. Das beste fuer das Kind. Geburt. Kaiserschnitt. Krankenhaus. Impfungen. Usw…

Seltsamerweise red ich mit meinen (ebenfalls nicht mehr kinderlosen ) Freundinnen in meiner Heimatstadt oft die gleichen Themen. Aber irgendwie auf andere Weise. Nicht so ernst und nicht so dramatisch und nicht ausschliesslich.

In diesen Gruppen hatte ich oft das Gefuehl irgendeinem Vergleich zu unterliegen, von dem ich nicht mal wusste. Nicht nur ich, sondern vor allem auch das Kind. Was, sie kann dass schon? Ui. Und dass noch nicht? Ich hatte dort zeitweise das Gefuehl, mich staendig irgendwie rechtfertigen zu muessen ohne ueberhaupt nur zu wissen, wofuer.

 

 

Aus einem dieser Kurse entstand trotzdem eine Whatappgruppe. Anfangs schrieb ich noch mit, aber irgendwann liess ich es dann bleiben. Bewunderswert, wieviel diese Frauen sich hin und herschreiben. Ich haette die Zeit gar nicht und ich hab auch nicht staendig mein Smartphone zur Hand. Als dann eines der Kinder Durchfall hatte, und ein Bild davon rumgeschickt wurde, welches ich zufaellig direkt zum Mittagessen oeffnete wusste ich, dass dass hier einfach nicht meine Welt ist:-D

Vielleicht hatte ich halt auch einfach kein Glueck. Denn bestimmt finden sich manches Mal auch Frauen die eher sind wie ich in Kursen wie diesen.

Aber allgemein denke ich, ist es heutzutage nicht mehr so leicht, neue Freunde zu finden. Woran liegt dass? Am Alter? Mentalitaet? Allgemein an der heutigen Zeit, daran dass sich manches Mal mehr in der virtuellen Welt bewegt wird, als in der realen?

Nun gehen mein Kind und ich eben 2 Mal die Woche in eine Spielgruppe. Es ist ganz ok dort. Die Frauen sind ganz alle ganz nett.

Aber den Plan dort eine neue Freundin zu finden, habe ich aufgegeben. Und dass ist auch okay.

Wir leben ja auch ohnehin nur 2 Jahre hier und so lerne ich nun  noch mehr den Freundeskreis den ich zu Hause hab schaetzen. Und immerhin haben wir hier einige Bekannte.

Eine Freundin formulierte es so.„Vl. ist es mit Freundinnen so wie bei der Partnersuche. Wenn man auf der Suche ist, findet man nicht. Vl. sollte man einfach sein Leben leben und die Augen offen halten. Dann findet man. „

Und so seh ich dass nun auch. Wir machen das Beste aus diesen 2 Jahren und nehmen alles mit was wir kriegen koennen. Und vielleicht, vielleicht kommt ja doch noch irgendwann eine Mutter her, oder irgendwer anders, mit dem ich mich anfreunde. Das waere schoen. Und wenn nicht, ist es auch okay.