quengelig

Wenn man plötzlich an sich selber zweifelt. Erziehung und so…

Es ist noch gar nicht so lange her, dass es einfach lief. Mit Mini und mir. Wir hatten eine echt gute Phase.

Mini war ausgeglichen und fröhlich und einfach gut drauf. Es gab kaum Krisen, kaum Trotzanfälle und keine Dramen. Weder in der Öffentlichkeit noch zuhause. Es wurde kaum gequengelt und ja, es lief einfach. Ich konnte mir plötzlich kaum noch vorstellen, dass es jemals anders war oder wieder werden könnte. Es war einfach schön.

Aber seit einer Woche befinden wir uns im Abwärtsflug. So richtig. Sozusagen abgestürzt von Wolke 7. Von einer Sekunde auf die andere schlug die Stimmung um, und obwohl ich Mini jeden Tag sehe, kommt es mir vor, als lägen plötzlich Welten zwischen uns.

Das Kind ist plötzlich komplett neben der Spur, von der Rolle, oder wie auch immer. In der Krippe ist sie angeblich nach wie vor eines der ausgeglichensten Kinder überhaupt, aber zu Hause merk ich davon nichts mehr. So gar nichts. Das Kind lacht, weint, ist unausstehlich und kaum zu ertragen. Sie führt sich unmöglich auf, überschreitet alle möglichen Grenzen und quengelt beinahe pausenlos. Sie hat angefangen andere Kinder zu schlagen und hat generell gerade keinen Bock mehr andere Kinder oder überhaupt irgendwen zu sehen.

Der Mann ist gerade mehr in der Arbeit als zu Hause. Er verlässt morgens das Haus bevor Mini aufwacht und ist Abends wieder da wenn sie längst schläft.

Und ich? Ich zweifel. An allem, aber vor allem an mir.

Weil ich nämlich nicht weiss, wie ich darauf reagieren soll oder was ich überhaupt darüber denken soll.

Das Kind ist gerade so dermassen aus dem Gleichgewicht und ich schaff es Einfach nicht es wieder gerade zu biegen und sie aufzufangen.

Einerseits sind da viele mögliche Erklärungen und Entschuldigungen die mir für Minis Verhalten einfallen. Es war zu viel die letzten Wochen. Wir machen zu viel, sie sieht zu viele Kinder nach der Krippe und hat allgemein zu wenig Ruhe. Sie ist immer noch nicht wieder ganz gesund. Die Schwangerschaft. Auch wenn Kleinkinder es noch nicht so ganz fassen können, glaube ich doch, das Mini (indirekt) spürt und begreift, dass sich vieles bald ändern wird. Vielleicht schwankt ihre kleine Welt gerade mehr als ich es ahnen kann. Sie sieht ihren Vater kaum. In der Krippe läuft vieles schief. Sie geht trotzdem gern hin, aber irgendwie muss sich das ja bemerkbar machen.

Andrerseits ist Mini nicht das einzige Kind das bald grosse Schwester wird, und dass viel macht. Manche Sachen gehen trotzdem nicht. Und bei allem Verständnis – ich will nicht, dass Mini irgendwann zu einem Kind wird, dass keiner mag, weil es sich unmöglich aufführt.

Das Kind ist  gerade so dermassen aus dem Gleichgewicht und ich schaff es einfach nicht es wieder gerade zu biegen und sie aufzufangen.

Deshalb zweifel ich gerade vor allem an mir selber.  Eigentlich würde ich mir am liebsten gerade einfach nur noch die Decke über den Kopf ziehen.

Die Schwangerschaft, das Kleinkind, und meine ganzen persönlichen Sorgen sind mir gerade zu viel und ich hätte jetzt echt einfach nur gern das ganze Dorf, dass es braucht um ein Kind grosszukriegen.

Hat ja auch keiner gesagt, dass Erziehung immer leicht ist  und Spass macht oder. Aber so schwer. WTF.

 

Erziehung und andere Katastrophen

Manchmal läuft es einfach. Da hat man das allerliebste, allerbrävste Kind auf dem ganzem Planeten. Da kann man einfach alles machen. Ganz ohne Stress. Ohne Zerreißprobe für die Nerven, sondern einfach so und alle sind zufrieden.  Da vergisst man fast, dass es auch andere Phasen gibt.

Wir durchlaufen gerade wieder eine dieser „anderen“ Phasen. Ich weiss gar nicht mehr, seit wann genau eigentlich. Irgendwann schlug es um und jetzt sind wir mittendrin.

Und was soll ich sagen. Ich bin genervt, ratlos und müde.

Also echt.

Eigentlich bin ich geduldig. Verständnisvoll. Nett. Aber irgendwann gehen auch den geduldigsten Menschen die Nerven aus. Irgendwann kommt der Punkt, an dem man einfach nicht mehr kann und das Verständnis hops geht.

Mini quengelt zur Zeit wieder extrem viel. Eigentlich die ganze Zeit. Alles ist doof. Und blöd. Und schrecklich. Egal worum es geht. Sie kann sich keine 30 Sekunden  alleine beschäftigen gerade.  Konzentrieren kann sie sich auch nicht. Und sowieso ist ja eh fast alles doof.

Manchmal sage ich gefühlt den ganzen lieben langen Tag lang Nein. Weil Mini gefühlt plötzlich nur noch  Blödsinn im Kopf hat. Und würde ich nicht Nein sagen, ja, dann wäre die Wohnung wohl längst verwüstet, der Hund geflüchtet, Mini mindestens 1001 Mal auf der Strasse verunglückt oder oder oder.  Ich sag nicht gern ständig Nein, und eigentlich bin ich auch gar nicht der Typ der dauernd Nein sagt, aber was soll ich machen? Warten bis sie den Flachbildfernseher kaputt gemacht hat oder sie auf das Aquarium geklettert ist und die Fische einen Herzinfarkt haben oder kopfüber von der Rutsche gestürzt oder in den Rhein gefallen ist?

Heute Nachmittag waren wir bei der einen Freundin eingeladen, deren Tochter Minis Freundin ist. Ist eigentlich jedesmal echt schön. Heute aber nicht. Heute war es eine einzige Katastrophe. Weil das Kleinkind heute einfach komplett neben der Spur war und auch so gar nichts mehr bei ihr ankam.

Tja. Nicht schön. Echt nicht. Irgendwann packte ich Mini wieder ein  und wir gingen nach Hause.

Normalerweise verlass ich mich in Punkto Erziehung auf mein Bauchgefühl, aber auch dass ist gerade flöten gegangen. Ich bin einfach genervt und ratlos und müde  und stelle mich zwischenzeitlich auch selbst in Frage. Hat ja auch keiner gesagt, dass Erziehung leicht wäre oder? O.d.e.r.?

Um ein Kind gross zu kriegen, braucht es ein ganzes Dorf.

Ich finde, dieser Satz stimmt. Aber ich hab hier leider kein Dorf. Ich hab nicht mal mehr eine Familie und an vielen Tagen auch nicht den Mann, weil der ständig weg ist.

Wenn der Mann an Tagen wie heute mit irgendwelchen supertollen Ratschlägen ankommt, oder mir erklärt, was ich alles falsch mach, könnte ich ausflippen. Falsch. Ich flipp aus. Nicht, weil der Mann nicht vielleicht in manchen Punkten Recht haben könnte. Oder sicher hat. Ich bin nämlich nicht perfekt und dass weiss ich längst. Ich mache Fehler. Aber ich finde es ein bisschen einfach, wenn man eigentlich eh andauernd nicht da ist, schlaue Ratschläge zu verteilen. Dann hat man nämlich keine Ahnung wie es ist, wenn man tatsächlich den ganzen Tag ein ein quengelndes Kleinkind betreut und ständig Nein sagen muss.

Aber genug Frust runtergeschrieben. Es gibt so viel Schlimmeres. Und irgendwann kommt das Kleinkind ja auch wieder raus aus dieser Phase. Also hoffentlich zumindest.

 

 

 

(Un)verständnisvolle mutter

Bevor man tatsächlich mutter wird hat man ja so seine eigene vorstellung davon wie es wohl so werden wird und wie man als mutter wohl so sein wird.

Eines stand für mich immer fest: ich werde i.m.m.e.r. geduldig sein. Mir zeit nehmen. Nicht ausflippen. Und verständnis zeigen. Selbstverständlich. Ist ja auch gar nicht schwer 😎

So direkt geplant hab ich dass jetzt nicht aber irgendwo in meinem unterbewusstsein war das einfach klar. Keine frage. Klar oder.😇

Dann wurde ich mutter. Hatte plötzlich tatsächlich und ganz real mein kind auf dem arm. Und war  der glücklichste mensch auf der welt. Und stellte fest dass ich keine ahnung gehabt hatte😄 ganz einfach weil man gar keine ahnung haben kann bevor man nicht wirklich 24 h 7 tage die woche für einen kleinen menschen verantwortlich ist. 👩👩👩😍

Jedenfalls: die meiste zeit funktioniert es auch ganz gut mit geduldig sein. Und verständnisvoll.

Aber immer läuft nicht immer.

Und zur zeit läuft es schon mal gar nicht. Ich lieb mein kind, wirklich. Aber zur zeit treibt meine tochter manchesmal in den wahnsinn.😇👻

Mini durchläuft nämlich gerade wieder eine phase. Und die heisst wohl mama ist doof oder so.😄

Mini quengelt und quengelt und quengelt. Ich geb sie in der krippe ab und sag das kind ist nicht besonders gut drauf. Hol sie mittags wieder ab und erfahr dass das kind durchgehend super gut gelaunt war super brav war und super gegessen hat. Dann sind wir noch nicht mal 5 meter von der creche entfernt und das kind wirft sich vor wut schon auf den boden. Juhu😀 👻

Und so gehts grad stäääändig. Sie quengelt. Sie macht irgendwie ständig dass was sie nicht soll sie ist sauer und voll genervt und macht drama. Bei mir. Mit ihrem vater läufts. Wenn wir mit jemandrm anderem unterwegs sind oder wir besuch haben läufts auch. Aber sie mit mir allein ist grad echt eine mittlere katastrophe.

Und da kommt mir meine geduld und mein verständnis doch grad echt manchesmal abhanden. Weil es mich einfach nervt wenn das kind sich zum x-ten mal auf den boden wirft wegen scheinbar nichts weint und es andauernd ein neues drama gibt.

Es ist nicht so dass ich nicht versuch nett zu bleiben. Und verständnisvoll. Und geduldig. Aber auch meine nerven sind begrenzt.

Dann schimpf ich und bin überhaupt nicht mehr geduldig. Und noch weniger verständnisvoll. Ändert aber auch nix.👻👻👻

Mini findet mich gerade einfach nur doof. Und treibt mich  in den wahnsinn, manchmal.

Wann endet diese phase wieder? Ich geh doch mal davon aus dass sie sich irgendwann wieder einkriegt. 👻

Vielleicht ist es auch schon so ein mutter -tochter ding?

Der mann hat gerade überhaupt kein problem und hat sich ziemlich gechillt mein problem angehört. Nur um dann zu sagen dass ich mich dann ja schon mal auf die pubertät freuen kann 👻 na vielen dank auch.

Wer weiss wieviel falten ich bis dahin hab😄 supi.

So viel zu immer geduldig und verständnisvoll😉

 

 

 

 

 

 

 

 

Einer dieser Morgen

Heute.

Es gibt Morgen, da laeuft es einfach.

Wenn das Kind einen weckt, fuehlt man sich (mehr oder minder) ausgeschlafen. Man kriegt beim Blick in den Spiegel keinen Schrecken und idealerweise schaut die Wohnung einigermassen pasabel aus.

Das Kind ist gut gelaunt und beschaeftigt sich allein, bis man das Fruehstueck hergerichtet hat. Man hat sogar Zeit, sich ohne sich uebermaessig zu beeilen  und alle 2 Minuten nach einem schreiendem Kind schauen zu muessen fertig zu machen. Man kann die Nachrichten hoeren und in Ruhe einen (warmen) Kaffee trinken.  Das Kind laesst sich bereitwillig anziehen und auch beim Fruehstueck laeuft es. Kein ganzer Teller der mit Inhalt auf den Boden gekippt wird und kein Essen in den Haaren vom Kind oder auf der eigenen Kleidung. Und alles ohne Wutanfall. Wenn man Glueck hat, verlaeuft der Tag genauso gut wie er begonnen hat.

Heute war kein solcher Morgen:-D Mini verlegte die Aufwachzeit kurzfristig von 6 Uhr auf vor halb sechs.

Anstatt mich in irgendeiner Weise ausgeschlafen zu fuehlen, fuehlte ich mich krank. Heute Morgen haette ich Geld gegeben, wenn mir jemand gesagt haette ich koennte jetzt und den ganzen Tag im Bett bleiben oder in der Badewanne oder auf dem Sofa. Viel Geld:-D

Mini war ganz offensichtlich auch nicht fit. Sie rieb sich die Augen und kraenkelt auch so vor sich hin. Also wagte ich zu hoffen, dass wir vielleicht doch noch weiterdoesen koennten, kurz zumindest. Aber nix da. Das ganze endete im Gebruell und nunja. Das wars mit der Nacht, wir standen auf.

Ich raeumte halt dann rum und Mini quengelte. Weil sie sich ja nicht gut fuehlt und die Zaehne und pli pla pla. Auf dem Arm bleiben wollte sie nicht. Auf dem Boden, allein, auch nicht. Allein spielen, nee. Buecher mir anschauen – geht gar nicht. Und mit ihr spielen wollte ich (um 6 Uhr morgens) nicht. Boese boese Mutter:-D

Also quengelte sie, waehrend ich mich anzog, waehrend ich sie anzog waehrend ich das Fruehstueck machte und natuerlich auch waehrend dem Fruehstueck. Zwischenzeitlich hatte sie auch noch einen Wutanfall, weil ich ihr verboten habe, eine Vase umzureissen.  Um 9 Uhr morgens fuehlte ich mich bereits geraederter als manches Mal nach einem kompletten Arbeitstag. Supi.

Wir gingen dann mit dem Hund in den Park und danach auf den Spielplatz ums Eck. Fast 2 Stunden und was soll man sagen. Es hat geholfen. Grosse Freude, endlich kein quengeliges Kind mehr.

Auf dem Rueckweg schlief Mini (beinah) im Kinderwagen ein. Ich habs ihr aber sehr egoistisch einfach verboten und sie wachgehalten obwohl ihr wirklich sehr die Augen zufielen. Gemein.

Aber haette ich sie schlafen lassen und haette ich es vielleicht sogar noch geschafft, sie schlafend in ihr Bett hochzutragen, waere sie spaetestens nach 5 Minuten wieder wach gewesen. Es ist immer so. Und das waere dann auch gemein gewesen:-D

Und so schlaeft Mini nun in ihrem Bett und ich hab auch noch was davon.

 

K.o.

So muede und ko wie im Moment hab ich mich selten gefuehlt.

Heute brachte mir der Mann aus der Apotheke etwas gegen Emotionale Muedikeit mit. Nett:-D Soll ich mich jetzt freuen, dass er an mich gedacht hat und mir was gutes tun wollte oder mir Sorgen machen, eben weil er mir sowas mitbringt? Ich weiss es nicht. Hier sagte er. Fuer dich. Das brauchst du jetzt. Du sagst doch immer, du bist so muede und kaputt. Nimm am besten sofort ein bisschen was davon. Chakka.

Gerade jetzt fuehl ich mich tatsaechlich besser, aber ich glaube dass liegt eher daran, dass ich gerade eine ganze Stunde geschlafen hab. Mitten am Tag:-D

Meine arme Mini schlaeft auch. Kuerzlich hatte sie einen echt Hoehenflug. Richtig gut drauf und richtig viel neues gelernt und so schoen allein gespielt.  Abgesehen davon, dass sie ihre XXL-Fremdelphase ueberwunden hat, kann sie jetzt frei stehen und klatschen. Ausserdem liebt sie Wasser und pritscheln:-D

Aber momentan hat es sie wieder ganz schoen zerbroeselt. Sie haengt herum wie ein Schluck Wasser in der Kurve weint staendig ist quengelig schreit sobald ich auch nur daran denke weg zu gehen und moechte staendig auf den Arm. Mein Ruecken schreit immer oefter protestierend auf:-OD

Heute gingen wir mit ihr zum Kinderarzt. Morgen ist in Frankreich naemlich Feiertag und es wurde einfach so gar nicht mehr besser und erfuhren dass die Backenzaehne im Anmarsch sind. Jetzt weiss ich, warum viele Eltern beim Thema Zaehne die Haende ueber dem Kopf zusammenschlagen:-O  Ja, jetzt gehoeren wir wohl auch zu diesen Eltern:-D

Zur Zeit kommt mal wieder einiges zusammen und dann ruft gestern meine Mutter an und nunja. Ich koennte jetzt 3 Seiten nur darueber schreiben:-/

Aber Mini ist wieder wach, wer haette das gedacht. Und ausserdem gibt es so viele so schlimme Probleme auf der Welt. Daneben sind meine Probleme Luxusprobleme, ehrlich.

Wir sind alle gesund und wir haben ein gesundes Kind, dafuer bin ich unendlich dankbar.