Sprache

Von Europa (un)sichtbaren Grenzen und Satellitentelefonen

Restfrankreich meint ja oft, die Elsaesser waeren gar keine wirklichen Franzosen. Und tatsaechlich haben die meisten von ihnen richtig deutsche Nachnamen.
Wenn der Mann oder ich hier unseren Nachnamen angeben weiss jeder sofort, dass wir nicht aus dem Elsass kommen sondern irgendwo anders her. Bzw. das der Mann nicht aus dem Elsass kommt und ich aber weder aus Elsass noch aus Restfrankreich komm:-D So ist dass eben.

Im Elsass besteht auch so viel Austausch. Viele Franzosen ueberqueren die Grenze um Lebensmittel und Drogerieartikel in Deutschland einzukaufen, weil viel billiger. Vor allem DM schlaegt voll ein. Egal wo man auf deutscher Seite in Grenznaehe ist, man hoert immer viel franzoesisch und umgekehrt ist es genauso. Ist in Frankreich Feiertag kommt alle Welt nach Deutschland und wenn in Deutschland alles zu ist, tummeln sich alle in Frankreich.

In denn allermeisten Geschaeften in Deutschland spricht man auch franzoesisch und in vielen franzoesischen Geschaeften kommt man auch mit deutsch durch.

Elsass hat also meinen Glauben, dass Franzosen immer nur franzoesisch sprechen ziemlich schnell wiederlegt. Manchesmal koennte man meinen Grenzen waeren hier nicht mehr existent und jeder der hier lebt wuerde staendig zwischen den beiden Laendern hin- und hergondeln.

Aber dann kommt der Alltag und bÄMm, man merkt wieder dass es doch nicht (ueberall) so ist.

Ich hab hier Deutsche kennengelernt, die schon in Grenznaehe geboren und aufgewachsen sind und trotzdem noch nie in Frankreich waren. Ich hab auch Franzosen kennengelernt die in Grenznaehe geboren wurden und noch nie einen Fuss ueber die Grenze gesetzt haben. Andere kommen einmal und finden alles so fremd oder doof oder man weiss nicht was dass sie nie wiederkommen. Eine Frau war so schockiert vom franzoesischem Strassenverkehr dass ihr erster Ausflug auch ihr letzter blieb. 😀 Kuerzlich beim Vertretungsarzt von Minis Kinderarzt sah der mich mit grossen Augen an, weil Mini ihre ersten Impfungen in Deutschland bekommen hat. IN DEUTSCHLAND SAGEN SIE??? Es ist ja nicht so, dass Deutschland jetzt wahnsinnig weit weg waere oder hier nicht ziemlich viele deutsch-franzoesische Kinder rumrennen wuerden oder wir die Impfungen in Tibet oder Mosaik machen haetten lassen aber nunja;-)

Jedenfalls; wir sind ja richtig zufrieden mit unserer Traumwohnung.
Nur vor einer ganzen Weile begann sich der Parkett an manchen Stellen nach oben zu biegen. Der Nachbar hat das gleiche Problem gehabt, erzaehlte er uns.
Der Mann rief mehrmals in der Immobilienagentur an, aber nie ging jemand ran. Er schrieb mehrere Emails, die auch nur sporadisch beantwortet wurden. Das Parkett begann zwischenzeitlich dann auch schon an einer Stelle zu brechen. Der Mann schickte ein Einschreiben und endlich ein Rueckruf.

Wissen Sie Monsieur X, Sie sind ja nie zu erreichen, fing der Makler an. Der Mann stand neben mir und verdrehte die Augen. Natuerlich war ich zu erreichen. Ich hab ihnen meine deutsche Nummer auf den AB gesprochen und per Mail geschickt weil ich gerade (hauptsaechlich) deutsche Kunden betreu, deshalb die deutsche Nummer pliplapla.
Als er auflegt ist er schon ein bisschen genervt der Mann. Gibts dass. Da redet man immer von dem Miteinander in Europa und von der grosser deutsch-franzoesischen Freundschaft und dann gibt man einmal eine deutsche Nummer raus und dann tun sie so als brauechte man dafuer ein Satellitentelefon und als wuerde die Minuten 50 Euro kosten.
Jawohl:-D Manchmal ist das so.  Und von Kundenservice haelt man vielleicht generell  auch immer weniger. Aber  nicht nur in Frankreich sondern auch in Deutschland, oder zumindest kommt mir das manches Mal so vor.

Aber egal. Zwischenzeitlich wurde der Parkett nun gerichtet und dass ist toll. Zeitweise hoerte es sich naemlich jedesmal wenn man auch nur in die Naehe der verbogenen Stellen kam an als waere eine Horde Elefanten unterwegs. Egal wieviel Muehe man sich auch gab. Mit einem Kind dass bei jedem kleinem Geraeusch wieder wach wird macht das echt S.p.a.s.s.

Von Franzosen und Fremdsprachen

Als ich meinen Mann kennenlernte, geriet mein Glaube das Franzosen generell keine anderen Sprachen als ihre eigene sprechen ein bisschen ins Broeckeln. Mein Mann spricht naemlich so ziemlich perfekt deutsch.

Dann zogen wir ins Elsass und der Glaube geriet noch mehr ins Wanken. Ich lernte einige Franzosen kennen, die mir nichts dir nichts zwischen franzoesisch und deutsch wechseln und ich mehr oder minder vor Neid erblass(t)e weil ich. will. das. auch. so. koennen:-D

Aber jetzt sind wir einige Zeit hier und der verloren gegangene Glaube ist wieder zurueck. Zumindest teilweise. Denn natuerlich gibt es Franzosen die auch andere Sprachen sprechen (wollen) und im Elsass trifft man vermeintlich viele davon.

Aber wenn man genau hinschaut wird groesstenteils eben dann doch nur in den Touristengebieten Deutsch oder Englisch gesprochen. Und, das Gesamtbild betrachtet spricht der Durchschnittsfranzose eben doch am liebsten (ausschliesslich) seine eigene Sprache. Irgendwo ja auch verstaendlich. Ich komme ja auch mit meiner eigenen Sprache nach wie vor besser zurecht als mit der des Mannes:-D

Jedenfalls: vor einiger Zeit waren wir in einer deutschen Stadt, weit entfernt von Frankreich und allem Franzoesischem.  Ehrlicherweise hab ich es wirklich genossen. Deutsche Speisekarte, deutsches Essen und ein Biergarten. Sowas gibts naemlich in Frankreich kaum. An unseren Nebentisch setzten sich letztenlich dann aber Franzosen, wie es der Zufall halt so will.

Bonjour wurde der herbei eilende Kellner begruesst und auf Franzoesisch weitergefragt was der Kellner denn empfehlen koennte und was es denn ueberhaupt alles gaebe, weil es die Speisekarte ja nur in deutscher und englischer Version gibt. Der Kellner sah die beiden ziemlich planlos an und fing mit englisch an. Daraufhin schaute widerrum das franzoesische Ehepaar ziemlich planlos den Kellner an. Ich sah mich schon die Speisekarte uebersetzten und auch ein bisschen planlos nach Woertern fuer die vielen verschiedenen Essen suchen, als der Kellner mit Erleichterung im Gesicht einem Kollegen zuwinkte, der w.a.s. f.u.e.r. e.i.n. G.l.u.e.c.k. , jahrelang in Frankreich gearbeitet hatte:-D

Kuerzlich in der Bretagne sassen an unserem Nebentisch Englaender. Eltern mit 2 Kindern. Sehr hoeflich fragte die Mutter die Kellnerin auf Englisch, was denn die verschiedenen Essen eigentlich waeren, denn die Speisekarte gab es (selbstverstaendlich) nur in franzoesischer Version. Alors, begann die Kellnerin und ratterte auf franzoesisch herunter, was die Speisekarte so hergab. Die englische Familie sah nun noch planloser aus. Je vous laisse choisir sagte die Kellnerin dann  freundlich  Ich lass sie waehlen und liess die englische Familie erstmal allein, um in Ruhe zu ueberlegen. Ziemlich planlos reimte sich die englische Familie zusammen was denn schmecken koennte und bestellte. Letztendlich assen die beiden Kinder dann fast gar nichts und auch den Eltern schmeckte es mehr schlecht als recht.

Aber so ist das eben:-D

Warum es auch den Touristen leichter machen und e.n.g.l.i.s.c.h. reden wenn es auch franzoessich gibt? Oder auch mal Schilder, Bus- Tram oder Ansagen auf Booten auf Englisch machen, damit die die kein franzoesisch koennen  auch was verstehen? Aber wo kaeme man da bloss hin, zumindest ausserhalb der a.b.s.o.l.u.t.e.n. Touristenmagneten des Landes?

 

 

U6 in Frankreich

Kuerzlich stand bei Mini die U6 an.

Wieder in Frankreich und wieder machte ich mir Sorgen wegen der Sprache. Franzoesisch und ich stehen miteinander auf Kriegsfuss, zumindest meinerseits. Mein Mann seinerseits findet ich bin verrueckt:-D  Damit hat er wohl auch Recht.

Aber zurueck zur U6: Der Arzttermin war nicht das einzige Problem an diesem Tag. Ich musste die Strassenbahn nehmen weil mein Mann das Auto brauchte. Und Mini und ich sind noch nie Strassenbahn gefahren.

Irgendwie war mein Kopf voll von Bildern von Muettern in ueberfuellten Strassenbahnen, mit  Kinderwagen eingeklemmt, dem Kind, dass gerade einen Wutanfall hat, und von genervten Mitfahrern die die Augen verdrehen, tuscheln oder die Mutter bloed anreden.

Aber meine Sorgen war unbegruendet. Mein Mann schrieb mir genau auf wo und wie wir von A nach B und C kommen, wo wir umsteigen muessen und wie wir von der Haltestelle zum Kinderarzt kommen. Bei meinem unterirdischem Orientierungssinn echt gut:-D  Der Kinderwagen wurde zu Hause gelassen und Mini wurde einfach unter den Arm geklemmt. Mini fand Strassenbahn fahren toll. Alles war „Oh und „Ui“. 😀

Und die U6? Wir hatten Glueck, keiner  sonst war da und wir durften gleich zu der netten Aerztin die auch schon die U5 gemacht hat. Diesmal gab es ein paar Tests die Mini alle gut gemeistert hat. Und auch sonst alles gut. Sehr duenn und leicht. Das wird wohl nichts mit Gewicht verdreifachen im ersten Jahr, aber die Aerztin findet das nicht schlimm. Und ich? Obwohl ich mich wieder mal unangebracht reingesteigert hab, dass mein Franzoesisch nicht ausreicht, hat alles gut funktioniert. Chakka. Ich hab s sogar geschafft, der bissigen Frau vom Empfang zu erklaeren, dass ich meine EC-Karte nicht dabei hab und mein Mann heute nachmittag vorbeikommt um die 60 Euro fuer die U6 zu bezahlen. Kaum sind ein paar Tests dabei ist es gleich doppelt so teuer. Gluecklicherweise bekommt man 90 % von der Krankenkasse zurueckerstattet. Und warum muss man dann ueberhaupt zuerst selber zahlen? Damit die Leute wissen, wie teuer ein Arztbesuch ist und nicht wegen nichts staendig zum Arzt rennen sagt mein Mann. Aha.

Jedenfalls: der Tag war erfolgreich. Alles gut gemeistert. Vielleicht freunde ich mich doch noch mit der franzoesischen Sprache an?

Die Rueckfahrt mit der Tram verlief ebenfalls ohne Probleme. Mini war danach so erschlagen, dass sie erstmal 2 h schlief. Vielleicht probieren wir nun saemtliche Netze der Stadt durch?:-D

 

„Mein Hund versteht nur deutsch“

Ich lieb unseren Hund sehr.

Wir haben ihn vor einigen Jahren aus einem kleinem Dorf an der franzoesischen Atlantikkueste mitgenommen.

Damals war er noch ein Welpe und die Zuechterin sagte, betreffend unserer Wahl fuer diesen Welpen  Der hat Charakter.  Sie hatte Recht. Wir waren mit dem Auto  nicht mal in die Hauptstrasse des Dorfes abgebogen, als unser neuer Hund mich bereits das erste Mal anknurrte:-D

Aber inzwischen sind mehrere Jahre vergangen und unser Hund ist alles in allem ganz lieb. Nur abhauen tut er nach wie vor fuer sein Leben gern. Aber ich darf mich gar nicht beschweren. Die Rasse ist fuer seine Sturheit und auch seine Freude an Ausfluegen allein bekannt. Es gibt sogar Leute, die diese Rasse gar nicht frei laufen lassen. Wir sind mittlerweile so weit gekommen, dass wir einige Orte gefunden haben, an denen unser Hund nicht abhauen kann und deshalb rennen darf:-)

Einer dieser Orte ist der Park am Rhein. Wir gehen da sehr oft nach S. Arbeit hin. Man trifft meist die gleichen anderen Hundebesitzer.

Letztens war aber eine Dame da, die bis dato nie da gewesen war. Sie hatte einen Hund und jede Menge Hundeleckereien dabei. Innerhalb kuerzester Zeit hatten saemtliche Hunde des Parkes sich um betreffende Dame gescharrt.

Die Dame verteilte bereitwillig Leckereien. Nach der 3. Runde sagte sie Assis. Brav setzten sich alle Hunde hin. Nur meiner blieb stehen und verstand nicht warum er nun nichts zur Belohnung bekam. Ihrer folgt nicht. Doch. Der versteh nur kein franzoesisch.  Ein Sitz spaeter sass unser Hund dann auch und bekam zu seiner grossen Freude ebenfalls nochmal was zu essen. Glueckstag fuer ihn, denn eigentlich ist er auf Diat.

Seit einigen Tagen spricht unser Kind nun auch sein 1. Wort. Nicht Mama, nicht Papa. Nein, der Name unseres Hundes:-)

Sprachliches Fiasko

Vor einiger Zeit besuchte uns mein Bruder mit seiner Frau und den kleinen Nichten.

Die groessere der beiden hatte Geburtstag gehabt und, wie immer viel zu spaet dran, rannte ich am angekuendigten Ankunftstag durch Auchan um ein passendes Geschenk zu finden.

Was mich wirklich schockierte war, dass es dort nur Plastik gibt. Aber wirklich NUR Plastik. Das Angebot an blinkendem, klimpernden Wasweissichnichtalles haute mich schlicht um. Riesengaenge mit Riesenregalen, alles voller Plastikkram fuer Kinder. Ich find es ja wirklich nicht schlimm, wenn Kinder (auch) Plastikspielzeug haben. Aber nur. Wo sind die schoenen Holzspielzeuge hin, mit denen wir frueher spielten?

Irgendwann fand ich ein Brettspiel, welches mir fuer eine 6-jaehrige passend erschien.

Zu Hause erzaehlte ich S. wie schlimm ich es faende, dass es dort nur Plastik gibt. Er hielt mir grinsend das Spiel unter die Nase. Ich hatte vollkommen uebersehen, dass das Brettspiel batteriebetrieben ist:-O Aber zurueckgehen wollte ich jetzt auch nicht mehr.

Die Nichte bekam also das batteriebetriebene Spiel, welches sie gleich sehr begeistert auspackte. Spielst du mit? Wie geht dass? Mein Bruder gab die Anleitung an mich weiter. Ist nur auf Franzoesisch. 

Das ist typisch fuer dieses Land. Ueberall anders druckt man die Anleitung in allen moeglichen Sprachen dieser Welt ab, nicht aber hier. Ueberall anders auch, in Staedten, Ansichtstafeln auch auf Englisch. Nicht aber in Frankreich.

Ich las die Anleitung einmal, zweimal, dreimal. 😀 Sie haette genauso gut chinesisch sein koennen. Mir fehlten tatsaechlich ausreichend Woerter um diese Anleitung zu uebersetzen und um meiner Nichte zu erklaeren wie dieses bloede Spiel funktioniert. Da S. zu diesem Zeitpunkt nicht mehr zu Hause war, sahen wir letztendlich im Internet nach.

Wie depremierend ist dass denn:-O Jetzt hatte ich diese Sprache jahrelang in der Schule, bin mit einem Franzosen verheiratet und lebe hier, und dann haelt mir ein Kind eine Anleitung hin und ich bin vollkommen ueberfordert.

Kurz zuvor war ich sogar an dem Punkt angekommen, dass mein Franzoesisch schon ganz ok sei. Was fuer eine kalte Dusche:-O

Jetzt wird also jeden Abend die franzoesische Zeitung gelesen, Nachrichten auf franzoesisch geschaut und Vokabeln gelernt. Zeitweise hab ich das ganz schoen schleifen lassen.

Integration ist nicht leicht

Eine meiner besten Freundinnen kommt aus Pakistan. Eine andere aus Vietnam.

Beide wurden bereits in Deutschland geboren und in beiden Faellen sprechen jeweils beide Elternteile kein Wort deutsch.

Die pakistanische Familie lebt in ihrer eigenen pakistanischen Welt. Sie traegt pakistanische Kleidung, isst pakistanisch und geht, soweit moeglich, auch zu pakistanischen Aerzten. Die Tochter (meine Freundin) darf, obwohl fast 30 und Biologin, nur raus und Freunde treffen, wenn die Eltern es erlauben. Allerdings tritt nun ein Wandel ein. Der Sohn verliebte sich in eine Deutsche die schwanger wurde, bevor der Vater ueberhaupt von der Existenz dieser Frau wusste. Der Vater war nicht begeistert, willigte aber letztendlich ein. Er liebt seinen strohblonden kleinen Enkel sehr. Der Kleine spricht, seit dem Besuch eines deutschen Kindergarten nur noch deutsch, und nun, nach ueber 30 Jahren, lernen die Grosseltern mit dem Kleinem gezwungenermassen deutsch:D

Die vietnamesische Familie lebt ganz auf vietnamesische Art. Mitten in Deutschland und trotzdem  mitten in Vietnam. Ich hab sehr viel Zeit in dieser Familie verbracht, in Deutschland und auch ein paar Monate in Vietnam.

Einer der Brueder der vietnamesischen Freundin  heiratete eine Frau, die bis dato in Vietnam gelebt hatte. Inzwischen ist sie seit ueber 15 Jahren in Deutschland und spricht immer noch kein Wort Deutsch. Ich hab das nie verstanden. Ich dachte, wenn man so jung in ein fremdes Land kommt, kann es doch nicht so schwer sein.

Kuerzlich beschwerte sich widerrum eine andere Freundin von mir darueber, dass ihr Freund (Spanier), sich nach 2 Jahren immer noch nicht an Deutschland gewoehnt hatte, immer noch kaum die Sprache spricht und die meiste Zeit zu Hause verbringt. Sie versteht dass nicht. Und frueher haette ich es vermutlich auch nicht verstanden.

Jetzt aber bin ich selbst „Auslaenderin“ und ploetzlich liegen die Dinge anders. Ganz anders:-D

Ich hab mehrere Jahre franzoesisch in der Schule gehabt. Ich hab einen Franzosen geheiratet.

Man koennte meinen es ist „leicht“. Man koennte meinen ich beherrsch die Sprache „perfekt“. Ist es aber nicht und tu ich nicht.:-D  Man erlebt staendig neue Ueberraschungen. Hoehen und Tiefen. Obwohl man meinen sollte, zwischen Deutschland und Frankreich besteht nicht der Wahnsinnsunterschied (tut es auch nicht) blick ich oft nicht durch. Ich ess auch fast ausschliesslich deutsches Essen, schau eher deutsches als franzoesisches Fernsehen (wenn mein Kind mich laesst, bzw. ich nicht vor dem Fernseher einschlaf:-D) und, haette ich die Wahl, wuerde ich wahrscheinlich in Deutschland zum Arzt gehen. Shame on me:-O Aber nicht weil ich mein der Deutsche waer besser. Nein. Die S.p.r.a.c.h.e.

Mein Ziel ist es mich hier zu integrieren. Unbedingt!

Jedenfalls: Ich hab nun nochmal deutlich mehr Verstaendnis dafuer dass eine Integration nie leicht ist. Ich stell jeden Tag bereits mit Frankreich fest, dass es nicht leicht ist. Wie also mag das wohl sein, wenn man aus einer ganz anderen Kultur kommt.

Man darf nur nicht aufgeben!

Franzoesisch ist nicht leicht:-O

Vergangenes Wochenende wollte ich meinen Mann ueberraschen. (Endlich mal wieder:D)

Da unser Zwerg noch keine 8 Monate alt ist und keine der beiden Grossmuetter nahe genug wohnt um „einfach mal so“ einen Abend herkommen zu koennen um auf die Enkelin aufzupassen, schieden ein Kinobesuch, eine Einladung ins Restaurant oder gar der Besuch einer Bar aus. Machte aber nichts, weil wir sowieso beide wieder mal total muede waren. Irgendwie hoert man ja sowieso ueberall dass das mit kleinen Kindern Dauerzustand ist:-O

Jedenfalls: Ich beschloss ihm sein (deutsches) Lieblingsessen zu kochen. Hatte ich ewig nicht gemacht.

Als er also mit dem Zwerg und dem Hund von einem langem Spaziergang zurueckkam wartete sein Lieblingsessen und ein Glas Wein auf ihn.

Unser Kind sitzt seit einiger Zeit im Hochstuhl, woran sie sehr grossen Gefallen findet. Und in immer rasenderer Geschwindigkeit schafft sie es alles was auch nur ansatzweise in Reichweite ist, in die Finger zu bekommen und in den Mund zu stecken. S. hatte dass einen kurzen Moment nicht bedacht und das Messer einfach neben sich gelegt. Ich sah schon unseren Zwerg die Hand ausstrecken und sich das Messer schnappen.

„Attention. Le cochon. „  „Le cochon?“ S. brachte das Messer in Sicherheit und begann zu lachen. „Ich soll auf das Schwein aufpassen?“ „Schwein? “ Ich starrte ihn ziemlich daemlich an. Bis mir wieder einfiel, das Messer ja gar nicht cochon ist. Sondern couteau. Also war es dann halt mal das Schwein. Jaja:-D Hat ja keiner gesagt, das Franzoesisch leicht ist.

Aber sowas passiert bei uns relativ haeufig: einmal fragte ich eine Bekannte ob sie sich wirklich die Pferde schneiden lassen will. (cheveux-chevaux), Augen wurden auch schon mal zu Eiern (yeux-oeufs) und Kartoffel und Aepfel sind staendig nicht dass was sie eigentlich sind. (pomme – pomme de terre). 

Bei S. werden dafuer dann Zehen zu Fingerfuessen und Hebammen zu Gebaermuettern. Waren wir bei einer Beratungsstelle und S. fragte ganz hoeflich: „Und welche Gebaermutter wuerden Sie uns dann empfehlen?) 

Kuerzlich hatten wir einen (Fast)Streit. Mein Mann liebt es naemlich der Abwechslung wegen immer wieder andere Wege zu nehmen, selbst dann wenn wir viel zu spaet dran sind. Genau dies ist kuerzlich wieder passiert. Wir waren zu spaet dran und weit weg von dem Ort wo wir eigentlich schon laengst haetten sein sollen. Wie immer verlor ich wieder mal die Orientierung und irgendwann fauchte ich ihn dann an, wo wir denn jetzt bloss wieder waeren. Er fauchte zurueck, dass wir gleich beim Hafen sein wuerden. Aber immer wenn er nicht wirklich darauf achtet spricht er das nicht aus. Und da er auch noch genervt war, hoerte es sich an wie „Wir sind gleich beim Affen.“ Und dann mussten wir wieder mal lachen, obwohl wir ja eigentlich fast schon gestritten hatten.