Verlust

Kartenhaus

Gestern war es wieder mal so weit.

Alles stürzte ein wie ein Kartenhaus, fiel einfach in sich zusammen und mir ging es ziemlich elendig.

Klar, die Hormone. Aber irgendwie ist mir auch klar, dass es nicht nur die Hormone sind.

Es ist einfach zu viel passiert die letzten Jahre. Und egal was man macht, und wie sehr man sich auch bemüht, den Teil der Vergangenheit hinter sich zu lassen, der einem nicht gut tut und den man am liebsten vergessen würde, es funktioniert nicht. Irgendwann ist alles doch wieder da und stürzt ein wie ein Kartenhaus. Gestern hat es nur eine Kleinigkeit gebraucht, um alles einstürzen zu lassen. Um alte Geschichten hochkommen zu lassen, und Angst zu bekommen sie könnten sich wiederholen. Weil es eben schon so oft passiert ist.

Ich weiss ganz genau woher diese Ängste kommen. Aber ich kann mir Hunderttausendmal sagen, dass die Gegenwart nichts mit der Vergangenheit zu tun hat, und Hunderttausendmal sagen, dass die Situation vor der ich so eine Riesen Angst hab, vielleicht gar nicht passiert, und es deshalb wenig Sinn macht sich so aufzuregen, es kommt nicht mehr im Kopf an wenn die Gedanken so verrückt spielen.  Da ist einfach zu viel Angst. Auch wenn ich das manchmal ausblenden kann oder nicht merk, wenn nichts „passiert“ was mich an die Vergangenheit erinnert, ich hab längst kein Vertrauen mehr in mich selbst und in die Welt. Ich geh immer vom Schlimmsten aus:-O

Heute Nacht jedenfalls hatte ich eine richtige Panikattacke. Ich fühle mich heute wie gerädert und erstarrt.

Es wird nicht besser mit der Zeit, es wird immer schlimmer. Das macht mir auch Angst. Wenn es nur ich wäre, ok. Dann würde ich mir jetzt 5 Tage die Decke über den Kopf ziehen und es gäbe viele Tränen. Aber ich bin bald Mutter von 2 Kindern. Ich kann mir nicht einfach die Decke über den Kopf ziehen und Pause machen und darauf warten, dass ich mich erhol. Und erholen ist ja eh relativ, weil die Probleme dadurch nicht verschwinden. Und einfach ins Bett legen und heulen ist ja so oder so keine Option.

Die Psychotante hat mir schon damals gesagt, dass ich „was machen“ muss. Leider macht sie selbst keine Therapien und leider sind die Wartelisten in Deutschland lang. Ich warte immer noch. Und zwischenzeitlich hab ich zur Zeit gar keine Krankenversicherung mehr in Deutschland, sondern nur noch in Frankreich. Aber eine Therapie in Frankreich, wohl kaum. Ich glaube, sowas sollte man schon in „seiner“ Sprache machen.

Dass es so aber nicht mehr weitergehen kann, hab ich spätestens heute Nacht kapiert, als ich da so lag und darauf gewartet hab, dass die Panik doch bitte endlich kleiner wird.

Also was mach ich jetzt? Selber zahlen, obwohl dass bestimmt echt teuer ist? Einen „Wunderheiler“ aufsuchen? 😉 Ich habe einfach keine Ahnung. Wie ätzend:—(

 

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Ängste

Irgendwie dachte ich, würden diese ängste irgendwann verschwinden. Manchmal sind sie solange weg, dass ich sie beinah vergess. Und dann kommen sie von einer sekunde auf die andere zurück, schlagen zu und fressen mich auf. Zumindest ein bisschen.

Und ich kann nichts dagegen machen. Egal, wie oft ich mir sag das das kindisch ist, blöd, total dämlich und dass es in der welt doch ganz andere probleme gibt, ich komm nicht raus. Ich kann nicht weglaufen. Ich kann nur warten, bis es wieder aufhört, bis die angst weggeht.

Nicht, dass ich nicht viele ängste hätte. Oder zumindest so einige😉 zum beispiel angst vor mäusen und ratten. 😀🐭🐀🐁.  Brrrrrr. Aber das ist was anderes.

Eine meiner grössten ängste ist die angst vor verlust. Angst, menschen zu verlieren. Ich hab oft darüber nachgedacht, warum ich manchmal dermassene angst hab, jemanden zu verlieren.

Natürlich weiss ich es nicht genau, aber ich schätz mein vater ist schuld. Zumindest teilweise. Irgendwann mal hat er eine andere frau kennengelernt, andere kinder gekriegt und sich nie wieder gemeldet. Danke dafür lieber vater.

Ein paar der mir nähesten menschen sind gestorben. Das hinterlässt spuren, so irgendwie zumindest.

In den letzten 3 jahren hat sich meine familie praktisch halbiert. Noch mehr verluste. Wegen sowas dummen wie streit. Bzw. Gab es eigentlich keinen streit. Plötzlich haben 2 personen, eigentlich die nächsten überhaupt, entschieden, dass sie nicht damit einverstanden sind, dass ich wegzieh. Und mir kein kind gönnen. Sie haben mich also „bestraft“, sie haben andere gegen mich aufgehetzt und irgendwann war die grenze überschritten und ich hatte nur noch eine halbe familie.

Das hat nicht unbedingt dazu beigetragen, dass die verlustangst weniger wurde.

Manchmal mach ich mir sorgen um den mann. Weil ihm 1001 gefährliche sachen passieren könnten. 🤔 manchmal, wenn der mann (wie so oft) zu spät kommt, krieg ich innerlich die krise. Ein bisschen zumindest.

Manchmal hab ich auch angst das anderen geliebten menschen was passieren könnte. Oder mir selbst. Weil ich gern lebe. Aber vor allem wegen mini.

Vielleicht ist das ja auch noch irgendwie normal. Es ändert sich alles wenn man ein kind hat und verantwortung für einen kleinen menschen. Man muss und will durchhalten, unbedingt. Für sein kind.

Manchmal hab ich aber auch angst um freundschaften und spätestens da hört mein verständnis für mich selbst auf.

Ich hab keine 1001 freunde, aber ich habe das grosse glück, dass ich einige gute und enge freunde hab. Dafür bin ich sehr dankbar, weil dass gerade in der heutigen zeit keine selbstverständlichkeit mehr ist.

Seit ich nur noch die halbierte familie hab, sind mir meine freunde noch wichtiger. Und seit es nur noch die halbierte familie in meinem leben gibt, hab ich manchmal  angst diese freundschaften zu verlieren.

Auch dann wenn es gar  keinen grund gibt angst zu haben. Manchmal mach ich mir plötzlich gedanken ob x oder y mich nicht mehr mögen könnte. Oder dies oder dass.

Aktuell hab ich angst, weil eine freundin plötzlich noch eine andere freundin hat und sich manchmal auch mit der trifft. Hat sie davor nie. Und ich? Ich bin nicht eifersüchtig und ich gönn es ihr. Auch ich treff mich mit anderen freunden. Aber! Manchmal kommt die angst durch. Die angst, dass die freundin die andere freundin lieber mögen könnte und ich sie dann verlier.

Wie.unglaublich.kindisch.ist.dass.denn.bitte. ich kann nur über mich selber den kopf schütteln. Wenn man mit 14 solche ängste hat, ok. Mit 20, naaaaaja.

Aber jetzt?! Ich bin verheiratet, hab eine tochter, bekomm ein 2. Kind und hab echt genug zu tun und hab solche gedanken? WTF?!?

Das hört sich jetzt sicher alles echt so ziemlich gestört an. Und verkorkst. Und blöd. Aber! Ich behalte diese gedanken alle in meinem kopf und verhalt mich ganz normal. Wirklich😀😎 zum glück hab ich diese gedanken auch nicht immer.

Nur der mann kriegt es manchmal ab. Wenn er wieder mal die zeit vergessen hat und 1 stunde zu spät ist und nicht anruft und ich mir sorgen mach…da bringt es auch nichts mehr mir zu sagen, dass der mann doch einfach ständig zu spät kommt und sich vermutlich auch nicht mehr ändern wird. Grrrr.